LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 29

EZ/OZ 2294/2

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Wirtschaft und Wissenschaft

Betreff:
Wirtschaftsbericht 2021

 

Regierungsmitglied(er): Landesrätin MMag. Barbara Eibinger-Miedl
zu:
EZ 2294/1, Wirtschaftsbericht 2021 (Regierungsvorlage)

 

Der Ausschuss "Wirtschaft und Wissenschaft" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 21.06.2022 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Gesetzliche Grundlage

Gemäß § 9 Abs. 5 des Steiermärkischen Wirtschaftsförderungsgesetzes ist vom Amt der Steier-märkischen Landesregierung jährlich der Steirische Wirtschaftsbericht zu erstellen. Dieser ist bis spätestens 30. April des jeweiligen Folgejahres dem Beirat zur Begutachtung vorzulegen. Nach Begutachtung durch den Beirat ist der Bericht vom zuständigen Mitglied der Landesregierung mit der Empfehlung des Beirates der Landesregierung vorzulegen und von dieser dem Landtag Steiermark zur Kenntnis zu bringen.

Wirtschaftsbericht 2021

Der Wirtschaftsbericht 2021 ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Hauptbereiche „Wirtschaft und Beschäftigung“ sowie „Wirtschaftsförderung in der Steiermark“ und enthält wie in den Wirtschaftsberichten der letzten Jahre eine ausführliche Darstellung über die Beteiligungen der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft m.b.H. im Jahr 2021. Erstmals wurde auch den aktuellen Themen Nachhaltigkeit und Digitalisierung ein eigenes Kapitel gewidmet, in dem ein kompakter Überblick über die aktuellen Maßnahmen entlang der europäischen Ebene, der Bundesebene und des Landes Steiermark gegeben wird. Die Indikatoren des Wirtschaftsradars bieten einen mehrjährigen Überblick der wirtschafts-, struktur- und beschäftigungspolitischen Entwicklungen und sind nach den fünf Kernstrategien der „Wirtschaftsstrategie Steiermark 2025 – Wachstum durch Innovation“ gegliedert. Diverse Grafiken und ein ausführlicher Tabellenteil ergänzen die Ausführungen.

Das Kapitel „Wirtschaft und Beschäftigung“ bietet Informationen über die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die insbesondere durch die Coronapandemie und deren Auswirkungen auf die Wirtschaft geprägt waren. Ergänzend werden hier die wirtschaftlichen Maßnahmen auf Bundes- und Landesebene dargestellt. Die internationale konjunkturelle Entwicklung des Jahres 2021 stellt den Ausgangspunkt für die weitere Analyse des Jahres 2021 dar. Der Fokus wird sodann auf Österreich und insbesondere auf die Steiermark gerichtet. Zentrale Themenfelder bilden die demografische Entwicklung in der Steiermark, Wanderungsbewegungen, Migration, die Beschäftigungslage, Lehrlingsausbildung, Einkommenssituation am Arbeits- und Wohnort, Arbeitslosigkeit in der Steiermark, Unternehmensgründungen, die internationale Wirtschaftsverflechtung der Steiermark, die Entwicklung des Tourismus sowie der Bereich Technologie und Innovation. Dabei ist hervorzuheben, dass die Steiermark eine F&E-Quote von 5,15 % (verfügbare Datenbasis 2019) erreicht hat und damit weiterhin den ersten Platz im Bundesländerranking einnimmt und auch in Europa weiterhin im absoluten Spitzenfeld liegt.

Nachdem die Coronapandemie der österreichischen Wirtschaft im Jahr 2020 stark zusetzte - die reale Wirtschaftsleistung sank um ‑6,7 % -, kam es 2021 zu einer deutlichen Erholung. Das reale Bruttoinlandsprodukt Österreichs konnte um +4,5 % gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden. Der Arbeitsmarkt erholte sich dank des wirtschaftlichen Aufschwungs insbesondere im zweiten Halbjahr 2021 deutlich von der Coronapandemie. Die unselbstständige Aktivbeschäftigung in der Steiermark konnte um +2,5 % bzw. +12.842 auf durchschnittlich 523.241 Beschäftigungsverhältnisse gesteigert werden (Österreich: +2,5 %) und damit die Verluste des Jahres 2020 (‑1,9 %) deutlich kompensieren. Somit kam es erneut zu einem historischen Höchststand an unselbstständig Aktivbeschäftigten. Alle Bundesländer verzeichneten Beschäftigungsausweitungen. Ebenso konnte die Zahl an vorgemerkten arbeitslosen Personen in allen Bundesländern massiv gesenkt werden. Die Arbeitslosigkeit verzeichnete in der Steiermark im Jahresdurchschnitt 2021 einen Rückgang um -22,4 % bzw. ‑10.731 auf 37.179 Personen (Österreich: ‑19,0 %). Die Arbeitslosenquote sank um ‑1,9 %-Punkte auf 6,5 % (Österreich: ‑1,9 %-Punkte auf 8,0 %).

Vor allem bedingt durch die Betriebsschließungen im Winterhalbjahr 2020/2021 musste die Steiermark das zweite Jahr in Folge massive Verluste bezüglich der Tourismusentwicklung hinnehmen. Im Tourismusjahr 2021 kam es zu einem weiteren Rückgang der Ankünfte um mehr als ein Viertel (‑26,6 %) auf 2.512.110 und zu einem ebenso hohen Rückgang der Nächtigungen um ‑26,3 % auf 8.300.904. Positiv für die Zukunft stimmte die Entwicklung im Sommerhalbjahr. In allen Monaten der Sommersaison konnten Zuwächse bei Ankünften und Nächtigungen verbucht werden. Während die Ankünfte dabei um -6,3 % unter denen des Sommerhalbjahres 2019 blieben, lagen die Nächtigungen um +0,9 % darüber.

Das Kapitel „Wirtschaftsförderung in der Steiermark“ informiert über die Förderungen für die steirischen Unternehmen sowohl vonseiten des Bundes (Austria Wirtschaftsservice GmbH und Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) als auch vonseiten der Steirischen Wirtschafts­förderungsgesellschaft m.b.H. (SFG), wobei die Förderungsmaßnahmen der Steirischen Wirtschafts-förderungsgesellschaft anhand der fünf Kernstrategien dargestellt werden. Ergänzend dazu wird die gewerbliche Tourismusförderung der Steiermark dargestellt. Es wird über den Stand des EU-Programms „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung Österreich 2014–2020“ informiert. Ebenso liefert der Bericht Informationen über die Programme REACT-EU und über die EU-Programmplanungsperiode 2021–2027. Im Bereich der Wirtschaftsförderung sind dabei die beiden Fonds „Europäischer Fonds für regionale Entwicklung“ (EFRE) und der „Fonds für einen gerechten Übergang“ (Just Transition Fund – JTF) maßgeblich.

Von der SFG wurden 2021 nach den fünf Kernstrategien der Wirtschaftsstrategie Steiermark 2.383 Förderungsfälle mit einem Förderungsvolumen von insgesamt rund € 50,3 Mio. abgewickelt. Die damit verbundenen Investitionen erreichten € 338,87 Mio. Durch die Abteilung 12 – Wirtschaft, Tourismus, Sport wurden 77 wirtschaftsbezogene Projekte mit rund € 2,8 Mio. Förderungsvolumen unterstützt.

Das Wirtschaftsradar gibt einen Überblick über die kontinuierliche Entwicklung wesentlicher Wirtschaftsdaten (z. B. F&E-Ausgaben, Exportquote und Exportumsätze, Bruttoregionalprodukt, Bruttowertschöpfung etc.), und die Programmindikatoren des Jahres 2021 geben Einblick in Zielerreichungsgrößen innerhalb der einzelnen Kernstrategien.

Die Steiermark war im Jahr 2020 von den massiven Auswirkungen der Coronapandemie in beide Warenhandelsrichtungen stark negativ betroffen. Die Steiermark verzeichnete im Jahr 2020 die stärksten Rückgänge bei der Warenausfuhr (‑13,7 % auf € 22,4 Mrd.) und die zweitstärksten Rückgänge bei den Warenimporten (‑13,0 % auf € 17,1 Mrd.). Im ersten Halbjahr 2021 konnte die Steiermark die Warenexporte hingegen um +23,9 % auf € 12,9 Mrd. wieder ausbauen und verzeichnete damit die zweithöchste Zuwachsrate unter den Bundesländern. Ebenso stiegen die Warenimporte der Steiermark im selben Zeitraum um +23,6 % auf € 10,2 Mrd. Somit konnte ein deutliches Zeichen der wirtschaftlichen Erholung gesetzt werden.

Die Beteiligungen der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft m.b.H. des Jahres 2021 sind in übersichtlicher Weise zusammenfassend dargestellt und bieten Informationen über die verschiedenen Tätigkeitsfelder.

Der gegenständliche Wirtschaftsbericht 2021 wurde nach termingerechter Aussendung durch die Abteilung 12, Referat Wirtschaft und Innovation, als Geschäftsstelle des Wirtschaftsförderungsbeirates von den Beiratsmitgliedern im Umlaufwege einstimmig positiv begutachtet.

 

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht der Steiermärkischen Landesregierung betreffend „Wirtschaftsbericht 2021“ wird zur Kenntnis genommen.

 

Die Obfrau:
LTAbg. Mag. Alexandra Pichler-Jessenko