LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 10

EZ/OZ 2250/3

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Wirtschaft

Betreff:
Berufsorientierung für arbeitssuchende Jugendliche

 

zu:
EZ 2250/1, Berufsorientierung für arbeitssuchende Jugendliche (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Wirtschaft" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 27.02.2018 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Je früher man Jugendlichen die Möglichkeit bietet, sich einen Einblick in die Berufswelt zu verschaffen, desto mehr Vorteile ergeben sich daraus. So kann schon vorzeitig festgestellt werden, ob – so wie in einem Antrag des Jugendlandtages 2016 angeführt – die Vorstellungen junger Menschen und auch von Unternehmen mit der Realität übereinstimmen. Neben der Minimierung von beruflichen Fehlentscheidungen kann eine frühzeitige Berufsorientierung dazu beitragen, dass Jugendlichen weitere Berufs- und Ausbildungsfelder eröffnet werden, an die sie aufgrund ihres privaten Umfeldes überhaupt nicht gedacht hätten.

Eine Studie aus 2016 des Instituts für Strategieanalysen (ISA) unter der Leitung von Peter Filzmaier brachte folgendes Ergebnis: „Die Berufsvorbereitung durch die Schule wird von der österreichischen Bevölkerung kritisch gesehen: Rund 50 Prozent sind der Meinung, dass junge Menschen nur bedingt gut auf das weitere berufliche Leben vorbereitet werden. Das zeigt eine neue Studie, die das Institut für Strategieanalysen (ISA) im Auftrag der Wirtschaftskammer Steiermark durchgeführt hat. Sie setzt sich unter anderem mit den Motiven zur Bildungswahl und mit dem Image unterschiedlicher Ausbildungswege auseinander. Für die Studie wurden rund 1.000 Österreicher sowie zusätzlich rund 400 16-24-Jährige zum Thema Berufsausbildung befragt . “ (Quellen: http://www.strategieanalysen.at/index.php?id=bg/bg_bildung_stmk; http://www.strategieanalysen.at/bg/Berufsausbildung%202016.pdf)

Die Steiermark bietet eine Vielfalt von BBO-Maßnahmen - in und außerhalb der Schule.

Ein Gremium bestehend aus den wesentlichen Akteurinnen –  den Sozialpartnern, der Pädagogischen Hochschule, Elternvertretung, dem Landesschulrat, dem AMS, der Sozialministeriumsservicestelle, den Ressorts Bildung, Soziales, Wirtschaft des Landes Steiermark –  wurde auf Landesebene ins Leben gerufen um gemeinsam eine zielsichere und qualitativ hochwertige Bildungs- und Berufsorientierung für alle SteirerInnen gewährleisten zu können. Ziel ist es die vielfältigen Angebote wirkungsvoller zu gestalten, diese aufeinander besser abzustimmen und weiße Flecken abzudecken. So wurden bereits einige Beschlüsse gefasst, beispielsweise, dass die Partner die jeweiligen BBO-Angebote transparent darlegen um Doppelgleisigkeiten zu vermeiden, dass die Bildungs- und Berufsorientierung schon viel früher – nämlich bereits im Bereich der Elementarpädagogik – starten soll, dass verstärkt auf Eltern als wesentliche Zielgruppe in der BBO eingegangen werden soll, da diese entscheidend für die Bildungs- und Berufswahl der Kinder- und Jugendlichen sind.

Damit einhergehend wurden in allen Bildungsregionen regionale Bildungs- und BerufskoordinatorInnen bei den Regionalmanagements eingerichtet. Sie haben die effiziente und flächendeckende Bildungs- und Berufsorientierung in den jeweiligen Regionen im Blickfeld mit dem klaren Ziel die BBO auf die regionalen Bedürfnisse auszurichten. Sie arbeiten strategisch, vernetzen die wesentlichen Partner und kooperieren auch mit den anderen RBBOKs. Sie haben ebenso einen Blick auf die Qualität die regionalen Bildungs- und Berufsorientierungsmessen, welche einen praxisnahen Einblick in die Vielfalt der Bildungsmöglichkeiten schaffen.

Mit den Ergebnissen der Erhebungen der RBBOKs in den Regionen einerseits und dem Zusammenschluss aller wesentlichen AkteurInnen auf Landesebene andererseits ist das Land Steiermark auf einem sehr guten Weg die Bildungs- und Berufsorientierung stetig zu verbessern.

 

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, die bisherigen Bestrebungen fortzusetzen, die Kooperation mit den wesentlichen PartnerInnen zu intensivieren und die Beschlüsse des Landesgremiums der BBO in Umsetzung zu bringen.

 

 

Die Obfrau:
Zweite Landtagspräsidentin Manuela Khom