LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 966/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 20.11.2020, 08:21:56


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Robert Reif (NEOS), LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS)
Fraktion(en): NEOS
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Mit Online-Symptomchecker und Info-Seite 1450-Hotline entlasten

56 Personen leisteten beim steirischen 1450 Gesundheitstelefon Mitte Oktober ihren Dienst, eine weitere Erhöhung um 20 Mitarbeiter_innen soll in der Zwischenzeit bereits stattgefunden haben (https://steiermark.orf.at/stories/3071474/). Eine Verfünfzehnfachung im Vergleich zu den Zeiten vor der COVID-19-Pandemie. Dennoch dürften die Herausforderungen für das steirische 1450-Personal seit Oktober sich vervielfacht haben. Gingen letztes Monat schon rund 1.500 Anrufe pro Tag ein, haben sich die Fallzahlen in der Steiermark seit Oktober verzwanzigfacht (https://www.politik.steiermark.at/cms/beitrag/12804754/155249606/). Um eine Überlastung des ohnehin schon strapazierten Testsystems zu verhindern, passte die zuständige Landesrätin Bogner-Strauß zuletzt sogar die Teststrategie für Kontaktpersonen der Kategorie 1 an. Wie 1450 mit der gesteigerten Anzahl an Anrufen umgeht, ist derzeit nicht bekannt. Hier verpasst die Landesregierung leider die Chance, in dieser Krise transparent zu agieren, indem sie keine aktuellen Zahlen über 1450 - wie z. B. durchschnittliche Wartezeiten, Gesprächsdauer, abgebrochene Anrufe usw. - von sich aus der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Erfahrungsberichte aus der Bevölkerung bestätigen jedoch, was die täglich steigenden Infektionszahlen vermuten lassen - so ist teils sogar von stundenlangen Wartezeiten die Rede.

Dabei hat die zuständige Landesrätin in den vergangen Monaten durchaus einige sinnvolle Verbesserungen beim Umgang mit COVID-19-Verdachtsfällen durchgeführt. So wurde die Möglichkeit geschaffen Erhebungsformulare online auszufüllen, eine eigene Hotline für Kinder- und Jugendliche wurde eingerichtet und eine Verständigung über das Testergebnis per SMS eingeführt (https://www.politik.steiermark.at/cms/beitrag/12802558/155249606/https://www.kommunikation.steiermark.at/cms/beitrag/12798641/29767960/https://www.politik.steiermark.at/cms/beitrag/12799511/155249606/).

Ein weiterer sinnvoller und relativ einfach umzusetzender Schritt wäre die Implementierung eines Symptomcheckers nach Wiener Vorbild (https://coronavirus.wien.gv.at/site/symptomchecker/). Dieser Symptomchecker erlaubt einen Selbst-Check und kann ohne Installation auf dem Computer, Laptop oder jedem Smartphone durchgeführt werden. Nach gut 20 Fragen, die meist mit "Ja" oder "Nein" zu beantworten sind, liefert der Checker ein Ergebnis. Ist eine Infektion mit Corona wahrscheinlich, kann gleich ein Test ausgemacht werden, je nach Präferenz in der Teststraße oder durch ein mobiles Testteam. Die Technologie hinter diesem Symptomchecker kommt sogar aus Österreich (https://www.symptoma.at/).

Um die 1450-Hotline zu entlasten, sollte ein solcher Symptomchecker nach Wiener Vorbild auf den Gesundheitsseiten des Landes Steiermark etabliert werden. Leider ist der Zustand des derzeitigen Online-Auftritts des Gesundheitsressorts zum Thema Corona verbesserungswürdig. Die auf der Homepage als "Aktuelles Corona" hervorgehobene Seite verweist lediglich auf 1450, die AGES und das BMSGPK, sowie ein einseitiges und informationsarmes Informationsposter (https://www.gesundheit.steiermark.at/cms/beitrag/12771325/72561200/). Dabei könnte die Landesrätin dem Vorbild der Bundeshauptstadt Wien folgen. Dort können sich besorgte Wiener_innen mithilfe einer einfach zu findenden, klar und übersichtlich gestalteten, in mehren Sprachen verfügbaren Website über das Coronavirus und diverse Hotlines informieren und eben den oben genannten Symptomchecker in Anspruch nehmen - ein ausgesprochenes gutes Beispiel wie Digitalisierung auch in der Verwaltung Informationen niederschwellig und effizienter zur Verfügung stellen kann (https://coronavirus.wien.gv.at/).

Unter einer Adresse wie "corona.steiermark.at" könnte die Landesrätin so eine Informationsplattform samt Symptomchecker sicherlich leicht zur Verfügung stellen. Natürlich würde die 1450-Hotline weiterhin die zentrale Anlaufstelle bleiben, ein zusätzliches Angebot könnte jedoch die vielen hart arbeitenden Mitabeiter_innen bei 1450 in ihrer täglichen Arbeit ein wenig entlasten.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen: 

Die Landesregierung wird aufgefordert,

  1. eine Überarbeitung der landeseigene Corona-Informationsseite bzw. eine Neugestaltung dieser nach Wiener Vorbild
  2. sowie die Implementierung eines digitalen Symptomchecker, zur Entlastung der 1450-Hotline, zu prüfen.
 

Unterschrift(en):
LTAbg. Robert Reif (NEOS), LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS)