LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2250/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 16.02.2018, 09:52:08


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Wirtschaft
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Ursula Lackner, Landesrätin MMag. Barbara Eibinger-Miedl

Betreff:
Berufsorientierung für arbeitssuchende Jugendliche

Je früher man Jugendlichen die Möglichkeit bietet, sich einen Einblick in die Berufswelt zu verschaffen, desto mehr Vorteile ergeben sich daraus. So kann schon vorzeitig festgestellt werden, ob – so wie in einem Antrag des Jugendlandtages 2016 angeführt – die Vorstellungen junger Menschen und auch von Unternehmen mit der Realität übereinstimmen. Neben der Minimierung von beruflichen Fehlentscheidungen kann eine frühzeitige Berufsorientierung dazu beitragen, dass Jugendlichen weitere Berufs- und Ausbildungsfelder eröffnet werden, an die sie aufgrund ihres privaten Umfeldes überhaupt nicht gedacht hätten.

Eine Studie des Instituts für Strategieanalysen (ISA) unter der Leitung von Peter Filzmaier brachte folgendes Ergebnis: „Die Berufsvorbereitung durch die Schule wird von der österreichischen Bevölkerung kritisch gesehen: Rund 50 Prozent sind der Meinung, dass junge Menschen nur bedingt gut auf das weitere berufliche Leben vorbereitet werden. Das zeigt eine neue Studie, die das Institut für Strategieanalysen (ISA) im Auftrag der Wirtschaftskammer Steiermark durchgeführt hat. Sie setzt sich unter anderem mit den Motiven zur Bildungswahl und mit dem Image unterschiedlicher Ausbildungswege auseinander. Für die Studie wurden rund 1.000 Österreicher sowie zusätzlich rund 400 16-24-Jährige zum Thema Berufsausbildung befragt.“ (Quellen: http://www.strategieanalysen.at/index.php?id=bg/bg_bildung_stmk; http://www.strategieanalysen.at/bg/Berufsausbildung%202016.pdf)

Das Onlineportal des ORF berichtete über die Ergebnisse der Studie am 15. November 2016 wie folgt: „Mit der Berufsorientierung in der Schule ist nur rund ein Drittel der 16- bis 24-Jährigen zufrieden. Diese und weitere Ergebnisse einer Umfrage unter 1.000 Österreichern präsentierte am Dienstag die Wirtschaftskammer Steiermark. […] Ein Fokus wurde auf die entscheidenden Kriterien sowie die Wertigkeit einzelner Bildungsabschlüsse gelegt. Mit den schulischen Angeboten zur Berufsorientierung zeigte sich nur eine Minderheit von 15 Prozent zufrieden. In allen Bildungsgruppen habe eine klare Mehrheit angegeben, dass das Thema zumindest nicht ausreichend in der Schule behandelt wurde. […] 51 Prozent aller Befragten meinten, dass das österreichische Bildungssystem junge Menschen eher schlecht oder schlecht aufs Berufsleben vorbereitet. Mehr als jeder vierte Befragte gab an, dass er persönlich schlecht auf die jeweilige Berufstätigkeit vorbereitet wurde. Die Werte seien in allen Bildungsgruppen konstant, am schlechtesten vorbereitet fühlen sich laut der Befragung AHS-Absolventen. Als größte Defizite wurden von allen Befragten fehlender Praxisbezug und mangelnde Vorbereitung auf das Alltagsleben genannt.“ (Quelle: http://steiermark.orf.at/news/stories/2809042/) Diesen Mangel an Informationen greift auch die aktuelle Bundesregierung auf, indem eine Evaluierung und ein Ausbau der Studieninformation und -beratung, vor allem in den MINT-Fächern, erfolgen sollen.

Die Unzufriedenheit von mehr als der Hälfte der Jugendlichen mit der angebotenen Berufsorientierung zeigt die Notwendigkeit, Maßnahmen zu setzen, die sich nicht nur auf die Pflichtschuljahre beschränken, sondern auch höhere Lehranstalten miteinbeziehen. Daneben könnte die – wie im Antrag angesprochen – Etablierung eines landesweiten Portals, wo sich junge, qualifizierte Fachkräfte eintragen beziehungsweise den Unternehmen präsentieren können, eine gezielte Suche ermöglichen, die ansonsten nur über das Portal des AMS bei arbeitslos gemeldeten Personen möglich wäre.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert,

  1. die Einführung eines Fördermodells auf Landesebene für eine unabhängige und überparteiliche Berufsorientierung für junge Menschen während der Pflichtschulzeit und für höhere Schultypen sowie
  2. die Erarbeitung eines Qualifikations- und Präsentationsportals für junge Fachkräfte auf Landesebene

zu prüfen und dem Landtag darüber Bericht zu erstatten.


Unterschrift(en):
LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ)