LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2505/1

Regierungsvorlage

eingebracht am 07.06.2018, 16:34:56


Geschäftszahl(en): ABT12-7418/2018-25
Zuständiger Ausschuss: Wirtschaft
Regierungsmitglied(er): Landesrätin MMag. Barbara Eibinger-Miedl
Beilagen: Wirtschaftsbericht 2017

Betreff:
Wirtschaftsbericht 2017

Gesetzliche Grundlage

Gemäß § 9 Abs. 5 des Steiermärkischen Wirtschaftsförderungsgesetzes ist vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung jährlich der Steirische Wirtschaftsbericht zu erstellen. Dieser ist bis spätestens 30. April des jeweiligen Folgejahres dem Beirat zur Begutachtung vorzulegen. Nach Begutachtung durch den Beirat ist der Bericht vom zuständigen Mitglied der Landesregierung mit der Empfehlung des Beirates der Landesregierung vorzulegen und von dieser dem Landtag Steiermark zur Kenntnis zu bringen.

Der gegenständliche Wirtschaftsbericht 2017 wurde nach termingerechter Aussendung durch die Abteilung 12, Referat Wirtschaft und Innovation, als Geschäftsstelle des Wirtschafts-förderungsbeirates, von den Beiratsmitgliedern im Umlaufwege einstimmig positiv begutachtet.

Wirtschaftsbericht 2017 – Aufbau

Der Wirtschaftsbericht 2017 ermöglicht einen umfassenden Einblick in die Hauptbereiche „Wirtschaft und Beschäftigung“ sowie „Wirtschaftsförderung in der Steiermark“ und enthält wie in den Wirtschaftsberichten der letzten Jahre eine ausführliche Darstellung über die Beteiligungen der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft m.b.H. im Jahr 2017. Die Indikatoren des Wirtschaftsradars bieten einen mehrjährigen Überblick der wirtschafts-, struktur- und beschäftigungspolitischen Entwicklungen und sind nach den fünf Kernstrategien der „Wirtschaftsstrategie Steiermark 2025 – Wachstum durch Innovation“ aufgegliedert. Diverse Grafiken und ein ausführlicher Tabellenteil ergänzen die Ausführungen.

Das Kapitel „Wirtschaft und Beschäftigung“ berichtet über die internationale konjunkturelle Entwicklung des Jahres 2017 und richtet den Fokus sodann auf Österreich und insbesondere die Steiermark. Zentrale Themenfelder bilden die demografische Entwicklung in der Steiermark, Migration, die Beschäftigungslage, Lehrlingsausbildung, Einkommenssituation am Arbeits- und Wohnort, Arbeitslosigkeit in der Steiermark, Unternehmensgründungen und die internationale Wirtschaftsverflechtung der Steiermark sowie der Bereich Technologie und Innovation. Dabei ist hervorzuheben, dass die Steiermark eine F&E-Quote von 5,14 % (verfügbare Datenbasis 2015) erreicht hat und den ersten Platz im Bundesländerranking einnimmt und damit auch in Europa im absoluten Spitzenfeld liegt.

Das Kapitel „Wirtschaftsförderung in der Steiermark“ informiert über die Rahmenbedingungen auf EU- und Bundesebene und liefert einen Überblick über die Förderungen für die steirischen Unternehmen sowohl von Seiten des Bundes (Austria Wirtschaftsservice GmbH und Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) als auch der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft m.b.H. (SFG), wobei die Förderungsmaßnahmen der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft anhand der fünf Kernstrategien dargestellt werden. Dabei wird auch über die Breitbandstrategie Steiermark „Highway 2020“ und über das EU-Programm „Investitionen in Wachstum und Beschäftigung Österreich 2014-2020“ informiert.

Das Wirtschaftsradar informiert über die kontinuierliche Entwicklung wesentlicher Wirtschaftsdaten (z. B. F&E-Ausgaben, Exportquote und Exportumsätze, Bruttoregionalprodukt, Bruttowertschöpfung etc.) und die Programmindikatoren des Jahres 2017 geben Einblick in Zielerreichungsgrößen innerhalb der einzelnen Kernstrategien.

Die Beteiligungen der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft m.b.H. des Jahres 2017 sind in übersichtlicher Weise zusammenfassend dargestellt und bieten Informationen über die verschiedenen Tätigkeitsfelder.

Die wesentlichsten Kernaussagen für 2017

Internationale Konjunktur global und in Europa

Das Jahr 2017 brachte eine deutliche Beschleunigung des Wachstums der Weltwirtschaft und des Welthandels. Die Dynamik konnte über das gesamte Jahr gesteigert werden und wurde in das Jahr 2018 mitgenommen. Vor allem die hohe Nachfrage nach Investitionsgütern stützte den Welthandel. In den Schwellenländern erfolgte die Festigung der wirtschaftlichen Entwicklung vor allem durch die gesteigerte Rohstoffproduktion. Konjunkturhemmend wirkten die gestiegene Volatilität auf den Finanzmärkten sowie leicht erhöhte allgemeine Konjunkturrisiken. Die aktuellen Schätzungen für das reale Weltwirtschaftswachstum für das abgelaufene Jahr 2017 des Internationalen Währungsfonds (IWF) betragen +3,7 %, die Europäische Kommission geht in ihrer Frühjahrsprognose 2018 ebenfalls von einem Zuwachs von +3,7 % aus. Für die EU-28 und den Euroraum wird ein Zuwachs von jeweils +2,4 % erwartet. Alle Staaten der EU-28 verzeichneten 2017 deutliche Wachstumsgewinne. Vor allem die osteuropäischen Mitgliedsstaaten der EU-28 generierten hohe Zuwächse. Die höchste Zuwachsrate in der EU-28 realisierte Irland mit +7,8 %, vor Malta mit +6,6 %. Die großen Industrienationen Deutschland (+2,2 %), Frankreich (+1,8 %) und Italien (+1,5 %) konnten ebenfalls Wachstumsgewinne verbuchen. Das „Brexit-Votum“ Großbritanniens belastete die eigene Wirtschaftsdynamik (+1,8 %), zudem wird das zukünftige Wirtschaftswachstum Großbritanniens schwächer als zuletzt eingeschätzt. Außerhalb der EU-28 kam es im abgelaufenen Jahr 2017 laut IWF vor allem in den Schwellenländern China (+6,9 %) und Indien (+6,7 %) zu hohen Zuwächsen. Russland (+1,5 %) und Brasilien (+1,0 %) konnten die Rezession überwinden und wieder einen Wachstumspfad beschreiten. Die USA, gestützt durch die gute Inlandsnachfrage, konnten mit +2,3 % ein ebenfalls deutlich gesteigertes Wirtschaftswachstum ausweisen.

Konjunkturelle Entwicklung in Österreich

Die hohe Dynamik der österreichischen Wirtschaft des Jahres 2017 wurde von beinahe allen Wirt­schaftsbereichen getragen. Die Exporte wie auch die Importe Österreichs legten deutlich zu. Der Außenhandel konnte wieder einen positiven Wachstumsbeitrag liefern und so das Wachstum beschleunigen. Die realen Exporte wuchsen um +5,7 %, die Importe um +5,4 %. Der reale private Konsum wurde um +1,3 % ausgeweitet, die Bruttoinvestitionen um +6,1 %. Zusammen ergab sich ein reales Wirtschaftswachstum (BIP) von +2,9 % für das Jahr 2017. Das Wachstum Österreichs lag damit erstmals seit Jahren wieder über jenem der Eurozone 19 (+2,4 %) und auch der EU-28 mit ebenfalls +2,4 %. Die unselbstständige Aktivbeschäftigung konnte um +2,0 % ausgedehnt werden, die Zahl der als arbeitslos vorgemerkten Personen sank um ‑4,9 %, das erste Mal seit sechs Jahren. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Berechnungsmethode sank um ‑0,5 %-Punkte auf 8,5 %. Nach Eurostatdefinition ergab sich ebenfalls ein Rückgang von ‑0,5 %-Punkten auf 5,5 %. Im Vergleich zum Vorjahr kam es im Jahr 2017 nach den vorläufigen Ergebnissen der Warenaußenhandelsstatistik der STATISTIK AUSTRIA zu einer starken Ausweitung der Warenexporte Österreichs von +8,2 % auf einen Rekordwert von € 141,92 Mrd. Im Gegensatz zu den Vorjahren kamen starke Exportimpulse aus allen Regionen der Welt.

Konjunkturelle Entwicklung in der Steiermark

  • Konjunktur

Erstmals seit Jahren konnten alle Bundesländer laut Konjunkturerhebung der STATISTIK AUSTRIA wie-der Zuwächse bezüglich des Produktionswertes der abgesetzten Produktion im produzierenden Bereich erzielen. Die Steiermark erzielte im Jahr 2017 eine abgesetzte Produktion von € 36,8 Mrd. (+6,9 %). Neben der Gesamtbetrachtung einer dynamischen Produktionsentwicklung in der Steiermark zeigte die Branchenbetrachtung deutliche Wachstumsbereiche auf. Die Metallerzeugung und -bearbeitung konnte mit +21,7 % bzw. € +771 Mio. die höchste absolute Zunahme verzeichnen. An zweiter Stelle lag der Fahrzeugbau mit +14,7 % bzw. € +611 Mio. Die Herstellung von elektrischen Ausrüstungen erzielte die höchste relative Veränderung (+26,0 % bzw. € +359 Mio.).

  • Beschäftigung und Arbeitsmarkt

Angetrieben durch die sehr dynamische internationale und nationale Konjunktur konnte die Zahl der als arbeitslos vorgemerkten Personen im Jahresdurchschnitt 2017 in Österreich erstmals seit sechs Jahren einen Rückgang verbuchen. Die Steiermark konnte mit einem Rückgang von ‑9,5 % bzw. ‑4.198 die Zahl der als arbeitslos vorgemerkten Personen auf 40.189 reduzieren. Dies war die höchste Reduk­tion aller Bundesländer (Österreich: ‑4,9 %). Im Jahresdurchschnitt 2017 verbuchten Frauen (‑7,7 %) wie Männer (‑10,7 %) einen Rückgang bei der Zahl der als arbeitslos vorgemerkten Personen. Im Gegensatz dazu wurde in der Steiermark (+4,8 %) und in Österreich insgesamt (+7,3 %) die Schulungsaktivität des AMS deutlich ausgeweitet. Die Arbeitslosenquote (ALQ) sank im Jahresdurch­schnitt 2017 in der Steiermark deutlich um ‑0,9 %-Punkte auf 7,3 % und lag somit wie schon in den vergangenen Jahren unter der nationalen Arbeitslosenquote (‑0,5 %-Punkte auf 8,5 %).

Die unselbstständige Aktivbeschäftigung in der Steiermark erfuhr im Jahresdurchschnitt 2017 eine Ausweitung von +2,5 % bzw. +12.103 Beschäftigungsverhältnissen auf 496.719 gegenüber dem Jah­resdurchschnitt 2016 (Österreich: +2,0 %). Dies war die höchste Dynamik aller Bundesländer vor Tirol (+2,45 %) und gleichzeitig ein erneuter Höchststand an Beschäftigungsverhältnissen in der Steiermark. Frauen (+2,2 %) wie Männer (+2,7 %) konnten vom starken Beschäftigungszuwachs profitieren. Wie im Vorjahr brachte auch das Jahr 2017 für den Dienstleistungssektor eine starke, wenn auch etwas unterdurchschnittliche Beschäftigungsausweitung von +2,3 % mit sich. Mit einem absoluten Zuwachs von +7.663 Beschäftigungsverhältnissen stellte der Dienstleistungssektor beinahe zwei Drittel (63,3 %) des gesamten Beschäftigungszuwachses. Der produzierende Bereich konnte seine Beschäftigung im Jahr 2017 um +2,9 % bzw. +4.142 Beschäftigungsverhältnisse ausbauen und entwickelte sich damit deutlich dynamischer als der Dienstleistungsbereich.

  • Lehrlinge

Bei der Zahl der Lehrlinge in der Steiermark war zum 31.12.2017 seit dem Jahr 2009 erstmals kein Rückgang zu beobachten. Ende Dezember 2017 standen in der Steiermark 15.329 Lehrlinge (+0,0 % bzw. +3 Lehrlinge) in Ausbildung. Somit konnte der negative Trend in der Lehrlingsausbildung, vor allem bedingt durch den demografischen Wandel und die damit einhergehende sinkende Zahl der jugendlichen Bevölkerung, gestoppt werden. Die Zahl der Lehranfänger im 1. Lehrjahr stieg um +0,9 % bzw. +40 auf 4.696 Lehrlinge in betrieblicher wie auch überbetrieblicher Ausbildung. Bezogen auf die steirische 15-jährige Wohnbevölkerung im Jahresdurchschnitt 2017 wählten 41,6 % dieser Gruppe den Weg der dualen Ausbildung (2016: 40,9 %).

  • Gründungen

In der Steiermark stieg die Zahl der registrierten Gründungen auf 6.247 (+0,7 % gegenüber dem Vorjahr) und erreichte somit einen neuen Rekordwert. Die Gründungen ohne Personenbetreuer/-innen stiegen um +5,5 % ebenfalls auf ein Allzeithoch von 4.149. Zudem wurde hier die höchste Dynamik aller Bundesländer, absolut (+217) und relativ (+5,5 %), erzielt. Die Zahl der Gründungen der selbstständigen Personenbetreuer/-innen reduzierte sich um  7,7 % auf 2.098. Die steirische Gründungsdynamik wurde, wie auch in den vergangenen Jahren, von Einzelunter-nehmensgründungen dominiert. Mit 5.634 Neugründungen (+1,0 %) entfielen 90,2 % des steirischen Gründungsgeschehens auf diese Gruppe. Die Sparten Industrie, Transport und Verkehr, Information und Consulting sowie Gewerbe und Handwerk verbuchten jeweils Zuwächse, Tourismus und Handel hingegen Rückgänge bei den Gründungen. Der Frauenanteil am (vorläufigen) steirischen Gründungsgeschehen der Einzelunternehmen betrug im Jahr 2017 65,7 % und lag damit deutlich über dem Österreichdurchschnitt von 59,9 %. In der Steiermark legten die Neugründungen der Frauen um +0,5 % auf 3.703 zu, während sich bei den Männern eine deutlichere Dynamik zeigte (+2,1 %). Die steirischen Gründer/-innen waren im Vorjahresvergleich im Durchschnitt etwas jünger, ein Trend, der sich auch für Österreich beobachten ließ.

  • Export

Für 2017 wird nach einer Schätzung der Abteilung 12 mit einem Warenexportvolumen für die Steiermark von € 20,9 Mrd. (+8,2 % gegenüber dem Vorjahr) gerechnet. Die geschätzte Warenexportquote für das Jahr 2017 betrug 45 % und lag somit weiter deutlich über dem österreichischen Durchschnitt von 38 %. Genaue Zahlen der Statistik Austria liegen derzeit nur für 2016 vor. Der Anteil der Steiermark an den gesamtösterreichischen Warenexporten erreichte im Jahr 2016 mit 14,7 % nach Oberösterreich und Niederösterreich den dritten Rang im nationalen Vergleich. Insgesamt wies die Steiermark eine positive Warenhandelsbilanz aus. Im Jahr 2016 standen Warenexporte von € 19,3 Mrd. Importen von € 14,4 Mrd. gegenüber. Damit erreichte die Steiermark einen positiven Warenbilanzsaldo von rund € 4,9 Mrd. Zu den wichtigsten Exportgütern der Steiermark zählen Kfz und Kfz-Teile, Maschinen, elektronische und elektrotechnische Erzeugnisse, Waren aus Eisen, Stahl sowie Papier und Waren daraus.

  • Forschung, Entwicklung (F&E) und Innovation

Mit einer F&E-Quote von 5,14 % (auf verfügbarer Datenbasis 2015, Österreich 3,05 %) gemessen am Bruttoregionalprodukt nimmt die Steiermark im Bundesländerranking nach wie vor den ersten Platz ein und zählt damit auch weiterhin zu den europäischen Spitzenreitern. Als wichtige Innovationstreiber sind die Kompetenzzentren nach dem COMET-Programm des Bundes (Competence Centers for Excellent Technologies) einzustufen, deren Ziel in der Kooperation zwischen Wirtschaft und Wissenschaft liegt. Im Jahr 2017 war die Steiermark an 25 von österreichweit 44 Kompetenzzentren beteiligt, wovon 19 ihren Hauptsitz in der Steiermark führen. Damit dokumentiert die Steiermark erneut ihre Führungsposition innerhalb Österreichs.

Als aktuelles Beispiel von gelungener F&E-Kooperation kann der Silicon  Alps Cluster – ein Public-Private-Partnership österreichischer Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand – zur Entwicklung und Positionierung der Elektronik- und Mikroelektronikbranche an den Standorten Kärnten  und Steiermark genannt werden. Der Cluster versteht sich dabei als langfristige strategische Allianz und Instrument einer kooperativen, effizienten und unternehmerisch ausgerichteten Standortentwicklung. Übergeordnete Ziele sind die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsleistung der Kooperationspartner, Erhöhung der Wertschöpfung in Kärnten und der Steiermark, Erhöhung der internationalen Sichtbarkeit und Attraktivierung des Standortes für Gründungen und Ansiedelungen.

Als weiteres Leit- und Impulsprojekt ist die Gründung einer neuen Forschungs-einrichtung in Österreich auf dem Gebiet der Electronic Based Systems (EBS) mit dem Namen „Silicon Austria Labs GmbH (SAL GmbH)“ hervorzuheben. Silicon Austria ist ein industrie- und innovationspolitisches Investitionsprogramm des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit), um Österreich zu einem führenden High-Tech Standort für Elektronisch Basierte Systeme (EBS) auszubauen. Dafür werden verschiedene Interventionsinstrumente in einem mehrjährigen Programm konzertiert zusammengebracht, um damit die Rahmenbedingungen für die Forschung, Entwicklung und die industrielle Produktion strategisch bedeutender Produkte, Prozesse und Systeme nachhaltig zu verbessern. In einem neuen Forschungszentrum sollen die Kapazitäten der Forschungsinstitute gebündelt und neue Kompetenzen aufgebaut werden.

Geforscht und entwickelt soll an drei Standorten werden:

  • Villach mit den Forschungsschwerpunkten Sensorik/Sensorsysteme und Leistungselektronik

  • Linz mit dem Forschungsschwerpunkt Hochfrequenz

  • Graz mit den Querschnittsagenden Interoperabilität, Modellierung und Sub-System-Integration

Die Geschäftsführung und Gesamtkoordination des Silicon Austria Labs werden in der Steiermark angesiedelt sein, wodurch das neue Zentrum 150 bis 200 hochqualifizierte Arbeitsplätze entstehen werden.

Wirtschaftsförderung in der Steiermark

Die Wirtschaftsförderung in der Steiermark orientiert sich an der „Wirtschaftsstrategie Steiermark 2025 – Wachstum durch Innovation“, die 2016 durch den Landtag Steiermark beschlossen wurde. Sie verfolgt die drei zukunftsfähigen Leitthemen Mobility, Eco-Tech und Health-Tech, fokussiert die Förderungsinstrumente (unternehmensbezogene Förderungen und Finanzierungen) auf eine aktive Standortentwicklung und setzt sie im Rahmen von fünf Kernstrategien um. Die Kernstrategien sind Standortentwicklung und Standortmanagement, Innovations- und F&E-Förderungen, Unternehmertum und Wachstum junger Unternehmen, Qualifizierung und Humanpotenzial sowie Internationalisierung von Unternehmen und Standorten.

Von der Steirischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG) wurden 2017 nach den fünf Kernstrategien der Wirtschaftsstrategie Steiermark 2.326 Förderungsfälle mit einem Förderungsvolumen von insgesamt rund € 40,2 Mio. abgewickelt. Die damit verbundenen Investitionen erreichten € 284,7 Mio. Durch die Abteilung 12 – Wirtschaft, Tourismus, Sport konnten 88 wirtschaftsbezogene Projekte mit rund € 1,6 Mio. Förderungsvolumen unterstützt werden.

Das Jahr 2017 zeigte erneut die zentrale Fokussierung der Förderungsmittel auf die Kernstrategie 1 (Standortentwicklung und Standortmanagement) mit € 13,8 Mio. sowie auf die Kernstrategie 2 (Innovations- und F&E-Förderung) mit € 21,7 Mio. Insgesamt umfasste das Förderungsvolumen dieser beiden Kernstrategien 88,3 % der gesamten steirischen Wirtschaftsförderung.

Bezogen auf die Anzahl der Förderungsfälle hatte die Kernstrategie 3 mit 1.259 Förderungsfällen den größten Zuspruch. Hier stellten die Förderungsaktionen „Lebens!Nah“ (1.183) und „Start!Klar“ (70) die meisten Fälle. An zweiter Stelle lag die Kernstrategie 4 mit 731 Fällen, wobei die Förderungsaktionen „Weiter!Bilden“ (366) und Winterbau (355) am häufigsten vertreten waren.

Die Steiermark war wie in den Vorjahren bei der Inanspruchnahme von Bundesförderungsmitteln – sowohl bei der Austria Wirtschaftsservice GmbH (AWS) als auch bei der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) – im Bundesländervergleich höchst erfolgreich. Bei den Förderungsleistungen der AWS lag die Steiermark im Bundesländervergleich an vierter Stelle und im Bereich der Förderungen seitens der FFG nahm die Steiermark, wie bereits in den Jahren davor, erneut den ersten Platz im Bundesländerranking ein.

Der Wirtschaftsbericht 2017 wurde von den Mitgliedern des Wirtschaftsförderungsbeirates im Umlaufwege einstimmig positiv begutachtet.

 

Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung vom 07. Juni 2018.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht der Steiermärkischen Landesregierung betreffend „Wirtschaftsbericht 2017“ wird zur Kenntnis genommen.