LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 30

EZ/OZ 1285/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Gesundheit

Betreff:
Erhaltung des Hauses Albrecher-Leskoschek für die Nachwelt

 

zu:
EZ 1285/1, Erhaltung des Hauses Albrecher-Leskoschek für die Nachwelt (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Gesundheit" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 04.04.2017 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Mit Beschluss des Ausschusses für Gesundheit vom 06.12.2016 wurde die Steiermärkische Landesregierung ersucht eine Stellungnahme zum Antrag, Einl.Zahl 1285/1, betreffend „Erhaltung des Hauses Albrecher-Leskoschek für die Nachwelt“ abzugeben.

Aufgrund dieses Beschlusses erstattet die Steiermärkische Landesregierung folgende Stellungnahme:

„Der KAGes ist bewusst, dass das baukulturelle Werk des Architekten Herbert Eichholzer einen hohen gesellschaftlichen und bauhistorischen Wert innehat. Wie seitens des Bundesdenkmalamtes mitgeteilt wurde, ist aufgrund der zwischenzeitlich durchgeführten baulichen Veränderungen am Haus ein Denkmalschutz nicht mehr argumentierbar. Die Restbestände der ehemaligen Architektur von Herbert Eichholzer sind nur mehr zum Teil erhalten, die im Buch von Frau Dr. Antje Senarclens de Grancy, welches finanziell von der KAGes unterstützt wurde, dokumentiert wurde. Ebenso ist auch das genannte Wandbild irreparabel durch Übermalung und spätere Putzschichten der früheren Eigentümer des Hauses zerstört worden.

Bezugnehmend auf den notwendigen Neubau der Univ.Klinik für Radiologie, welchem eine langjährige Bedarfs- und Zielplanung mit einem abschließenden Raum- und Funktionsprogramm vorangegangen ist, wird hingewiesen, dass die städtebauliche Situation in diesem Bereich des LKH-Univ.Klinikum Graz als äußerst angespannt angesehen werden kann – dies ist vor allem durch den in den 1960iger Jahren entstandenen Chirurgiehochhausbau durch die Werkgruppe Graz begründet.

Daraus ergibt sich eine wesentliche funktionale Verknüpfung von maßgebenden, hoch medizinischen Versorgungsangeboten (Chirurgiekomplex, zentrale Notfallversorgung, Medizinische Klinik u.a.) für die Patientinnen und Patienten. Allein die geplante Raumkubatur von mehr als 6.000 m² Nutzfläche (entspricht einer Bruttogeschossfläche von 13.200 m²!) zur diagnostischen Versorgung der Patientinnen und Patienten ist aufgrund der Funktionalitätsanforderungen nur durch einen Neubaukörper an besagter Stelle erreichbar. Ein städtebaulicher Masterplan, unter Mithilfe von externen Experten, wurde gemeinsam mit der Stadtplanung Graz über Jahre zu dieser Frage entwickelt, um die vorhandene Baulandenge möglichst qualitativ zu bebauen.

Im Lichte dieser Frage wurde vereinbart, unter Mithilfe externer Bauhistoriker, die Raumgeometrie eines Raumes stellvertretend für den baukulturellen Nachlass des Hauses Hilmteichstraße 24 in das Raumprogramm des Neubaus der Univ.Klinik für Radiologie zu übertragen.

Dies bietet die Möglichkeit, dass die Funktionalität des Neubaus nicht beeinträchtigt wird, aber jedenfalls an einem Beispiel, welches weitgehend öffentlich zugänglich ist, die Architekturqualität von Architekt Eichholzer zumindest noch in Teilen erlebbar zu machen. Die KAGes wird diesen Raum (auf Basis einer exakten Bestands- und Maßaufnahme unter Unterstützung von Antje Senarclens De Grancy) als integrativen Bestandteil der bevorstehenden Wettbewerbsaufgabenstellung weiterbearbeiten.

Ein bauliches Integrieren verbliebener Wandflächen des Hauses Albrecher-Leskoschek in die Raumstrukturen des Neubaues der Univ.Klinik für Radiologie ist sinnvoll nicht möglich, da weder Höhen- noch Grundrisslage mit den medizinisch funktionalen Anforderungen der Inhalte der Radiologischen Klinik vereinbar sind. Aufgrund der beschriebenen Bauplatzenge müssten die Reste des alten Hauses allseitig völlig umschlossen werden, was wiederum im Sinne einer architektonischen Wiedererkennung ehemaliger Ansätze der Eichholzer-Architektur als nicht sinnvoll erachtet wird. Jedenfalls aber kann im Zuge der Übertragung der originalen Raumgeometrie eines Raumes unter Zuhilfenahme bzw. Sicherstellung originaler Oberflächen (historischer Parkettboden, Wandvertäfelungen, Originalmöbel), gleicher Orientierung bzw. unter planerischer Anleitung von Historikern die Raumqualität des Eichholzer-Entwurfes sichtbar bzw. erlebbar gemacht werden. Darüber hinaus plant die KAGes die Unterbringung eines Architekturmodelles des ursprünglichen Hauses Hilmteichstraße 24 im inhaltlichen Kontext mit dem Schaffen von Architekt Eichholzer.“

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Gesundheit zum Antrag, EZ 1285/1, „Erhaltung des Hauses Albrecher-Leskoschek für die Nachwelt“, der Abgeordneten der Grünen wird zur Kenntnis genommen.

 

Die Obfrau:
LTAbg. Sandra Krautwaschl