LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 900/2

Schriftliche Anfragebeantwortung (§ 66 GeoLT)

eingebracht am 30.12.2020, 09:43:23


Zu:
900/1 Fördermittel für den „steirischen herbst“ 2019 und 2020
(Schriftliche Anfrage an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder (§ 66 GeoLT))

Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Ewald Schalk (FPÖ)
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler
Beilagen: Schriftliche Anfragebeantwortung (Final).pdf

Betreff:
Fördermittel für den „steirischen herbst“ 2019 und 2020

Die Anfrage vom 02.11.2020, Einl.Zahl 900/1 der Abgeordneten LTAbg. Marco Triller, BA MSc, LTAbg. Patrick Derler, LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL, LTAbg. Albert Royer und LTAbg. Ewald Schalk betreffend "Fördermittel für den „steirischen herbst“ 2019 und 2020" beantworte ich wie folgt:

 

 

1. Wie war der „steirische herbst“ im Globalbudget „Kultur“ der Jahre 2019/2020 und wie ist er im Globalbudget „Kultur“ des Jahres 2021 abgebildet?

Die steirischer herbst festival gmbh wurde in den Landesbudgets 2019 und 2020 im Band I auf Seite 53 unter den „Gesellschaften, an denen das Land direkt beteiligt ist“ dargestellt. Im Band II wird auf den Seiten 129 bis 131 das Wirkungsziel „Universalmuseum Joanneum GmbH, Theaterholding Graz/Steiermark GmbH sowie steirischer herbst festival gmbh sind für die Bevölkerung bedeutungsvoll“ detailliert beschrieben. Die zur Abdeckung der Verpflichtungen aufgrund der Finanzierungsverträge zu budgetierenden Beträge für 2019 und 2020 sind im Band II im Rahmen des Globalbudgets Kultur auf Seite 133 im Ergebnisbudget in der Mittelverwendungsgruppe „Transferaufwand (laufende und Kapitaltransfers)“ im Betrag von 56.903.600,- Euro für 2019 und im Betrag von 56.539.300,- Euro für 2020 bzw. im Finanzierungsbudget in der Mittelverwendungsgruppe „Auszahlungen aus Transfers (ohne Kapitaltransfers)“ im Betrag von 55.023.000,- Euro für 2019 und im Betrag von 54.642.200,- Euro für 2020 enthalten.

 

Im Band III sind auf der Seite 95 im Ergebnisbudget in der Mittelverwendungsgruppe „Transferaufwand an Unternehmen (mit Finanzunternehmen)“ für 2019 45.190.900,- Euro und für 2020 46.023.800,- Euro budgetiert. Auf Seite 96 sind die im Finanzierungsbudget für die steirischer herbst festival gmbh budgetierten Mittel in der Mittelverwendungsgruppe „Transferzahlungen an Unternehmen (inkl. Finanzunternehmen)“ für 2019 im Gesamtbetrag von 44.369.300,- Euro und für 2020 im Gesamtbetrag von 45.185.700,- Euro enthalten.

 

In den Detailinformationen zum Landesbudget (Band IV) wird auf den Seiten 55 bzw. 56 im Ergebnis- bzw. Finanzierungsbudget in der Zeile „380 Einrichtungen der Kulturpflege“ für 2019 und 2020 jeweils ein Betrag von 2.015.500,- Euro angeführt.

Im Detailnachweis auf Kontenebene gemäß § 6 Abs. 7 VRV 2015 wird auf Seite 52 die Mittelverwendung im Unterabschnitt 380 beim Konto 7402 „Transfers an Beteiligungen eines Landes“ für 2019 und 2020 mit einem Betrag von jeweils 2.015.500,- Euro angeführt.

 

Im Landesbudget 2021 wird die steirischer herbst festival gmbh im Band I auf Seite 41 unter den „Gesellschaften, an denen das Land direkt beteiligt ist“ dargestellt. Im Band II wird auf Seite 95 das Wirkungsziel „Universalmuseum Joanneum GmbH, Bühnen Graz GmbH, steirischer herbst festival gmbh sowie Volkskultur Steiermark GmbH sind für die Bevölkerung bedeutungsvoll“ detailliert beschrieben. Der zur Abdeckung der Verpflichtungen aufgrund der Finanzierungsverträge zu budgetierende Betrag für 2021 ist im Band II im Rahmen des Globalbudgets Kultur auf Seite 97 im Ergebnisbudget in der Mittelverwendungsgruppe „Transferaufwand (laufende Transfers und Kapitaltransfers)“ im Betrag von 61.391.000,- Euro bzw. im Finanzierungsbudget in der Mittelverwendungsgruppe „Auszahlungen aus Transfers (ohne Kapitaltransfers)“ im Betrag von 61.230.600,- Euro enthalten.

 

Im Band III sind auf der Seite 93 im Ergebnisbudget in der Mittelverwendungsgruppe „Transferaufwand an Beteiligungen“ 52.119.900,- Euro budgetiert. Ebenfalls auf Seite 93 sind die im Finanzierungsbudget für die steirischer herbst festival gmbh budgetierten Mittel in der Mittelverwendungsgruppe „Transferzahlungen an Beteiligungen“ im Gesamtbetrag von 52.111.500,- Euro enthalten.

 

Im Detailnachweis auf Kontenebene gemäß § 6 Abs. 7 VRV 2015 wird auf Seite 448 die Mittelverwendung im Unterabschnitt 380 beim Konto 7403 „Transfers an Beteiligungen des Landes“ mit einem Betrag von 2.043.900,- Euro angeführt (Kontennachweis Ergebnishaushalt). Im Kontennachweis Finanzierungshaushalt wird derselbe Betrag mit derselben Mittelverwendung auf Seite 454 nochmals angeführt.

 

2. Ist für die Jahre nach 2022 bereits ein neuer Finanzierungsvertrag in Arbeit?

Nein.


 

3. Wenn ja, wie gestaltet sich dieses Vorhaben beziehungsweise wie lauten die derzeit bereits fixierten Eckpunkte des Vertrags?

Siehe Frage 2.

 

4. Wird ein allfälliger neuer Finanzierungsvertrag wieder eine Laufzeit von fünf Jahren haben?

Eine etwaige Laufzeit ist in der Phase der Erarbeitung eines neuen Finanzierungsvertrages mit dem Mitgesellschafter der steirischer herbst festival gmbh, der Stadt Graz, zu erörtern.

 

5. Wenn ja, wie lässt sich dieses Vorhaben in Krisenzeiten aus finanzpolitischer Sicht rechtfertigen?

Siehe Frage 4.

 

6. Wenn nein bei Frage 2, ab wann werden die Arbeiten an einem neuen Vertrag aufgenommen?

Diesbezügliche Arbeiten werden voraussichtlich im 1. Halbjahr 2022 aufgenommen werden.

 

7. Ist vorgesehen, angesichts der enormen Fördermittel beim Beschluss eines neuen

Finanzierungsvertrags den Landtag einzubinden?

Das Landes-Verfassungsgesetz 2010 geht in den Artikeln 19, 19a und 20 auf die Zuständigkeit und Befassung des Landtages in finanziellen Angelegenheiten ein. Artikel 20 gibt im Detail die weitere Mitwirkung des Landtages an der Landesvollziehung vor. Eine Verpflichtung zur Vorlage von Finanzierungsverträgen mit Landesbeteiligungen an den Landtag ist im Landes-Verfassungsgesetz nicht festgelegt. Der Finanzierungsvertrag ist eine rechtliche Folge aus dem Gesellschaftsverhältnis des Landes mit dem Beteiligungsunternehmen und unterliegt demnach der kollegialen Beschlussfassung der Landesregierung gemäß Geschäftsordnung der Steiermärkischen Landesregierung § 3 Abs. 1 Zi. 16. Im Punkt 5.3.1 des Anhangs 3 („Organisatorische Regelungen für die Vorbereitung der Regierungssitzung“) zur „Büroordnung für die steirische Landesverwaltung“ werden alle in den Landtag oder in den mit der Vorberatung des Landesbudgets betrauten Ausschuss des Landtages einzubringenden Regierungsvorlagen taxativ aufgezählt.

 

8. Wenn nein, warum nicht?

Siehe Frage 7.

 

9. Wie hoch waren die finanziellen Zuwendungen – sowohl Grundsubventionen als auch sämtliche weitere Zahlungen – seitens des Landes an den „steirischen herbst“ in den Jahren 2019 und 2020?

Wie im Kulturförderungsbericht für das Jahr 2019 dargestellt, wurde der steirischer herbst festival gmbh im Jahr 2019 aus dem Kulturbudget des Landes Steiermark einschließlich der Grundsubvention von 2.015.500,- Euro ein Gesamtbetrag von 2.116.477,90 Euro überwiesen.

Für das Jahr 2020 können derzeit noch keine endgültigen Daten vorgelegt werden. Einschließlich der Grundsubvention von 2.015.500,- Euro werden aus dem Detailbudget Kultur auf Grundlage entsprechender Beschlüsse der Steiermärkischen Landesregierung im Gesamtjahr 2020 voraussichtlich 2.065.473,36 Euro an die steirischer herbst festival gmbh überwiesen.

 

10. Welche Fördersummen konnten vom Bund und von der EU in den Jahren 2019 und 2020 für den „steirischen herbst“ lukriert werden?

2019: 666.000,- Euro

2020: 666.000,- Euro

 

11. Steht man mit dem Bund in Kontakt, um auch für folgende Jahre Fördermittel zu lukrieren?

Ja.

 

12. Wenn ja, wie lautet der aktuelle Stand der Gespräche?

Für 2021 wurden bereits 666.000,- Euro vertraglich zugesagt.

 

13. Wenn nein, warum nicht?

Siehe Frage 11 und Frage 12.


 

14. Sind sämtlichen Fördergebern die jeweiligen Fördersummen der anderen Fördergeber bekannt beziehungsweise werden alle Fördermittel für den „steirischen herbst“ in die

Transparenzdatenbank eingespielt?

Dem Zuständigkeitsbereich für das Detailbudget Kultur des Landes Steiermark sind sämtliche Förderungen der anderen Fördergeber bekannt. Alle Förderungen und Zuschüsse aus dem Kulturbudget des Landes Steiermark werden in die Transparenzdatenbank übertragen.

 

15. Wenn nein, wann werden Sie beginnen, die Transparenzdatenbank mit Leben zu befüllen?

Siehe Frage 14.

 

16. Wie hoch waren die Personalkosten und wie hoch war der Personalstand in den Jahren 2019 und 2020?

Personalkosten 2019: 1.494.715,- Euro

Personalkosten 2020: voraussichtlich 1.550.000,- Euro

Der Personalstand für 2019: 27 Personen + 3 MA im Mutterschutz + 2 MA in Karenzen

Der Personalstand für 2020: 27 Personen + 2 MA in Karenzen

 

17. Welchen Ausbildungsstand hatten die Mitarbeiter des „steirischen herbsts“ der Jahre 2019 und 2020 (z.B. Lehrausbildung, Matura, akademischer Abschluss, Universitätslehrgang usw.)?

Es sind alle genannten Ausbildungsstände vertreten.

 

18. Meldete der „steirische herbst“ im Jahr 2020 für seine Mitarbeiter Kurzarbeit an?

Ja.

 

19. Wenn ja, für wie viele und in welchem Ausmaß?

In der ersten Phase für 5 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Durchschnitt 35% Ausfall. In der Verlängerung für 4 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Durchschnitt 15% Ausfall.

 

20. Wurden anderweitige „Corona-Hilfen“ beantragt?

Nein.

 

21. Wenn ja, welche und in welchem Ausmaß?

Siehe Frage 20.

 

22. Wie viele Kündigungen wurden seitens des „steirischen herbsts“ in den Jahren 2019 und 2020 getätigt?

Keine.

 

23. Aus welchen Gründen erfolgten diese Kündigungen jeweils?

Siehe Frage 22.

 

24. Wie viele Mitarbeiter haben in den Jahren 2019 und 2020 selbst gekündigt beziehungsweise boten dies an?

Eine.

 

25. Wie viele Mitarbeiter haben ihre Kündigung in den Jahren 2019 und 2020 angefochten?

Siehe Frage 22.

 

26. Aus welchen Gründen erfolgten diese Anfechtungen jeweils?

Siehe Frage 22.

 

27. Welche Ergebnisse brachten allfällige Kündigungsanfechtungen?

Siehe Frage 22.

 

28. Mit welchen Kosten waren die Kündigungsanfechtungen für das Land bzw. den „steirischen herbst“ verbunden und auf welcher rechtlichen Grundlage (Vergleich, Gerichtsurteil usw.) hatte man Geld auszubezahlen?

Siehe Frage 22.

 

29. In welchem Jahr fand die letzte Evaluierung der Personalstruktur des „steirischen herbsts“ statt und wann erfolgt die nächste?

Die Evaluierung erfolgt kontinuierlich.

 

30. Ist zukünftig eine Geschlechterquote bei den Künstlern und Angestellten des „steirischen herbsts“ vorgesehen?

Nein. Aber das gleiche Recht für alle Geschlechter, ob weiblich, männlich oder keinem dieser dichotome Einteilungen zugeordnet, ist einer der Grundsätze des steirischen herbst.

 

31. Wie lauten die Leistungsparameter (z.B. Anzahl der Besuche, Pressenennungen, Anzahl der Projekte usw.) für die Veranstaltungen in den Jahren 2019 und 2020 und inwiefern wurden sie erfüllt?

Der steirische herbst 2019 und 2020 wollte ein neues, jüngeres Publikum erreichen und den Zugang zu Kunst vereinfachen. Außerdem war es ein erklärtes Ziel, die internationale Aufmerksamkeit für den steirischen herbst zu steigern. Bei einer Besucherumfrage 2019 gaben die befragten Besucherinnen und Besucher an, zu 49% das erste Mal den steirischen herbst besucht zu haben, oder nur sehr unregelmäßig zum herbst zu kommen. 75% der Besucherinnen und Besucher waren weniger als 49 Jahre alt. Die Besucherumfrage 2020 ist aufgrund der verlängerten Laufzeit des steirischen herbst bis 31.12.2020 noch nicht abgeschlossen.

 

Das internationale Medienecho ist seit 2018 anhaltend stark und in der Festivalgeschichte ohne Vergleich. Ausführliche Kritiken über das Festival publizierten 2019 und 2020 so renommierte Medien wie (Auswahl) Süddeutsche Zeitung (Deutschland), Le Monde (Frankreich), Art Review (Großbritannien), Athinorama (Griechenland), Delo (Slowenien), Artforum (USA), Monopol (Deutschland), Frankfurter Allgemeine Zeitung (Deutschland). Viele dieser Medien berichteten erstmalig ausführlich über das Festival und förderten dadurch nicht nur die Sichtbarkeit des steirischen herbst selbst – und damit aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer und Partnerinnen und Partner –, sondern auch die des Standortes Graz und der Steiermark. Eine Liste ausgewählter Medienberichte findet sich auf der Website der steirischer herbst festival gmbh.

 

Dies sind die Kennzahlen für 2019:

Anzahl der Besuche:

Sollwert: 35.000 Istwert: 52.372

Nennung nationale Presse:

Sollwert: 400 Istwert: 429

Nennung internationale Presse:

Sollwert: 70 Istwert: 90

Mindestens 50% neue Künstlerinnen und Künstler: 2019 sind es 64%.

 

Dies sind die Kennzahlen für 2020:

Nennung nationale Presse:

Sollwert: 500 Istwert: 651

Nennung internationale Presse:

Sollwert: 80 Istwert: 60 (Stand 3.12.20)

Mindestens 50% neue Künstlerinnen und Künstler: 2020 sind es 79%.

 

Anzahl der Besuche:

Sollwert: 45.000 Istwert: Die Anzahl der Besuche 2020 lässt sich nicht einfach definieren. Somit werden für die heurige Bilanz Besuche in Graz und der Steiermark, Online-Besuche sowie andere Zugänge und Interaktionen während der Laufzeit des steirischen herbst ’20 gruppiert gezählt, aber nicht addiert:

 

28.106 Besucherinnen und Besucher aus 118 Ländern haben während der Festivallaufzeit (Stand 18.10.) die Inhalte von Paranoia TV auf der App und der Website gesehen 73.288-mal wurde auf die speziell für Paranoia TV produzierten künstlerischen Videoarbeiten zugegriffen.

13.276 Aufrufe der vielfältigen Livestreams und deren Aufzeichnungen auf Facebook.

26.300-mal hat ein Give-Away-Kunstwerk eine Besucherin oder einen Besucher erreicht.

Knapp 8.000 Besuche der künstlerischen Interventionen von Paranoia TV wurden in Graz und in der Steiermark gezählt.

 

Mehr als 20.000 Besuche für Parallelprogramm, Utopie-Konferenz im Forum Stadtpark, Festival STUBENrein in Murau und Out of Joint im Literaturhaus Graz. 680.00 Hörerinnen und Hörer für die Ö1 Podcast zum steirischen herbst ’20.

 

 

Anzahl der Projekte und neuen Formate der Kunstvermittlung 2019:

Das "Büro der Offenen Fragen" c/o Kulturvermittlung des steirischen herbst hat für das Festival 2019 25 unterschiedliche Formate und 148 Veranstaltungen angeboten.

Davon wurden 17 komplett neu, sowie sieben aus den Jahren davor weiterentwickelt.

Dezidiert zielgruppenspezifisch entwickelt wurden 7 Formate.

 

Unter spezifisch angesprochenen Zielgruppen befanden sich türkisch-sprachige Grazerinnen und Grazer, Pädagoginnen und Pädagogen und Schülerinnen und Schüler allgemein als auch Schülerinnen und Schüler explizit von außerhalb von Graz (u.a. Leibnitz, Hartberg oder Seckau).

 

Anzahl der Projekte und neuen Formate der Kunstvermittlung 2020:

Das "Büro der Offenen Fragen" c/o Kulturvermittlung des steirischen herbst hat für das Festival 2020 19 unterschiedliche Formate und 81 Veranstaltungen angeboten.

Davon wurden 11 komplett neu - aufgrund des neuen pandemiebedingten Formats ParanoiaTV - sowie sieben aus den Jahren davor weiterentwickelt. Dezidiert zielgruppenspezifisch entwickelt wurden 9 Formate. Unter spezifisch angesprochenen Zielgruppen befanden sich sowohl Pädagoginnen und Pädagogen und Schülerinnen und Schüler allgemein als auch Schülerinnen und Schüler explizit von außerhalb von Graz (u.a. Leibnitz, Krieglach und Bruck/Mur).

 

32. Gibt es auch Leistungsparameter in quantitativer Hinsicht, etwa Bekanntheit und Akzeptanz des „steirischen herbsts“ in der steirischen Bevölkerung?

Während der Festivalwochen 2019 führte der steirische herbst wie auch schon im Jahr davor eine Besucherbefragung durch – heuer in Zusammenarbeit mit dem CAMPUS O2 (Fachhochschule der Wirtschaft, FH-Prof. Dr. Astrid Oberzaucher). In dieser wurden die Struktur, das Programm und der Besucherservice des Festivals von den Besucherinnen und Besuchern anhand eines Fragebogens bewertet. 80 Prozent der Besucherinnen und Besucher des Festivals kamen aus Österreich. Besonders erfreulich ist, dass 96,4% angaben, dass sie den steirischen herbst wieder besuchen werden – was im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 3,4% bedeutet. Die Befragten bewerteten den Besucherservice und den Festivalpass mit Bestnoten, gefolgt von guten Bewertungen der Projekte im öffentlichen Raum. Für 2020 ist die Besucherumfrage nicht abgeschlossen, da die Festivallaufzeit bis 31.12.2020 verlängert wurde. Der steirische herbst setzt einen beträchtlichen Teil seines Budgets direkt in steirischen Betrieben und Dienstleistern um: 2020 waren es rund 1.100.000,- Euro, und ist nicht zuletzt damit als in und mit der Steiermark wirkendes Festival zu verstehen.

 

33. Wenn nein, warum nicht?

Siehe Frage 32.

 

34. Wie gestaltete sich die Auslastung in den Jahren 2019 und 2020, aufgeschlüsselt nach Art der Tickets sowie den jeweiligen Erlösen pro Ticketkategorie?

Aufgrund der Änderung der Programmstruktur in den Öffentlichen Raum und freier Zugänglichkeit, sowie der Einführung eines Festivalpasses sowie der einschlägigen

pandemiebedingten Änderungen der Festivalstruktur für 2020 lassen sich beide Jahre nicht vergleichen. Ziel der neuen Intendanz war und ist es, ein neues, jüngeres Publikum aus allen gesellschaftlichen Bereichen für den steirischen herbst zu gewinnen und dabei vor allem die finanzielle Zugangsschwelle mit einer entsprechenden Preisgestaltung und Vereinfachung der Ticketstruktur weiterhin kontinuierlich herunterzusetzen und so das Festival für alle Besucherinnen und Besucher zu öffnen, was im Übrigen sowohl von den Besucherinnen und Besuchern wie auch der Presse positiv aufgenommen worden ist.

 

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 23.078,- Euro Eintrittserlöse erzielt.

2020 kann noch nicht erhoben werden, der Jahresabschluss ist noch nicht abgeschlossen. Pandemiebedingt konnten aber kaum Veranstaltungen mit Verkaufskarten umgesetzt werden, der Fokus lag infektionsbedingt im öffentlichen und digitalen Raum.

 

35. Wie hoch war der Anteil an Freikarten in den Jahren 2019 und 2020?

2019 lag der Anteil der Freikarten bei 4%. 2020 lag der Anteil der Freikarten bei 6%.

 

36. Wie hoch waren in den Jahren 2019 und 2020 die Eigenerlöse pro Besucher beziehungsweise die Kosten pro Besucher?

Die Kosten/Besuch 2019 lagen bei 45,- Euro. Die Eintrittserlöse pro Besuch lagen 2019 bei 11,36 Euro.

2020 kann noch nicht erhoben werden, der Jahresabschluss ist noch nicht erfolgt.

 

37. Wurden 2019 und 2020 seitens des „steirischen herbsts“ oder seitens des Landes Steiermark Empfänge für Künstler und die Presse gegeben?

Ja.

 

38. Wenn ja, wo und wann fanden diese statt, wer waren die geladenen Ehrengäste, wie hoch waren die Kosten dafür und wer trug sie?

2019 hat das Land Steiermark am Vorabend der Eröffnung des steirischen herbst einen Empfang für die Künstlerinnen und Künstler und die berichtende Presse gegeben. Der steirische herbst hat keinen Presse- oder Künstlerempfang ausgerichtet.

 

Der Empfang fand 2019 in der Orangerie in Graz statt. Geladen waren die Künstlerinnen und Künstler des steirischen herbst, ausgewählte Medienvertreterinnen und Medienvertreter und Mitglieder des Teams des steirischen herbst. Die Kosten in der Höhe von ca. 2.800,- Euro trug das Land Steiermark.

2020 musste der Empfang vom Land Steiermark am Vorabend der Eröffnung im Hotel Kai36 wegen Schlechtwetter abgesagt werden.

 

39. Was kostete die „Paranoia TV-App“ (Entwicklung, Veröffentlichung, Wartung und Betrieb usw.)?

Die Kosten für Entwicklung, Veröffentlichung, Wartung und der Betrieb ergeben rund 84.000,- Euro.

 

40. Was kostete die Einmietung in der Herrengasse anlässlich des Programms 2020?

Die Kosten für die Einmietung für 3 Monate betrug 15.000,- Euro.

 

41. Welche Kosten verursachte die sogenannte „Eröffnungsperformance“ des „steirischen herbsts“ 2020, aufgeteilt auf die einzelnen Kategorien?

Die Gesamtkosten lagen bei 43.393,- Euro. Die Aufführungskosten beliefen sich auf

24.390,- Euro, 19.003,- Euro die Vorproduktion- und Entwicklungskosten.

 

42. Wie hoch war der CO 2-Verbrauch der Taxis, die für die „Eröffnungsperformance“ des „steirischen herbsts“ 2020 eingesetzt wurden?

Der CO2-Verbrauch von 105 Taxis beträgt insgesamt 0,736 Tonnen CO2. Das Festival hat die im Zusammenhang mit der Eröffnungsperformance entstandenen Emissionen mittels Climate Austria bereits am 21.9.2020 im Vorfeld der Eröffnung proaktiv kompensiert. Mithilfe der Kompensation werden österreichische Klimaschutzprojekte umgesetzt.

 

Climate Austria wurde ins Leben gerufen, um den Klimaschutzgedanken in Österreich zu

unterstützen und ermöglicht es Unternehmen, dem Ziel einer CO2-Neutralität näher zu kommen und einen Beitrag zur Verbesserung unserer Umwelt zu leisten. Die Kompensation ermöglicht die Umsetzung österreichischer Klimaschutzprojekte.

 

43. Wie hoch waren die Kosten für die bei der Eröffnungsperformance“ des „steirischen herbsts“ 2020 eingesetzten Taxis?

Pro Taxi 100,- Euro. Es wurden 105 Taxis eingesetzt.

 

44. Gab es generell finanzielle Zuwendungen, etwa Inserate oder anders geartete

Medienkooperationen, um Vertreter der internationalen Presse auf den „steirischen herbst“ aufmerksam zu machen?

Inserate in Medien sind in erster Linie dazu da, die Besucherinnen und Besucher auf das Festival aufmerksam zu machen. An die internationale Presse, die Fachbesucherinnen und Fachbesucher sind solche Marketingmaßnahmen nicht gerichtet.

 

90% der Inserate und Marketingmaßnahmen des herbst werden lokal und national in Österreich investiert. Medienkooperationen gab es beinahe ausschließlich mit lokalen und

nationalen Zeitungen/Medien, mit Ausnahme der slowenischen Zeitung Delo. Die internationale Pressearbeit fand wie immer in intensiven kontinuierlichen Gesprächen mit

Pressevertreterinnen und Pressevertretern über Monate vor der Eröffnung statt und fußt in erster Linie auf internationalen Kontakten zu Pressevertreterinnen und Pressevertretern, die das neue Team des steirischen herbstes mit ins Festival gebracht hat, sowie gewachsener Kontakte zu Medienvertreterinnen und Medienvertretern aus den Festivaljahren 2018 und 2019. Besonders 2020 waren diese persönlichen Verbindungen essenziell, da es kaum die Möglichkeit gab, internationale Pressevertreterinnen und Pressevertreter in Graz zu begrüßen.


45. Wenn ja, welche Zuwendungen gab es und welche Kosten entstanden dadurch?

Für Anzeigen in internationalen Medien, hauptsächlich online und Zeitungsbeilagen wurden 2019 11.656,31 Euro gezahlt. 2020 wurden für internationale Anzeigen und Medienpartnerschaften 19.433,24 Euro gezahlt.

 

46. Wie hoch waren in den Jahren 2019 und 2020 die Förderungen für den „steirischen herbst“ seitens Graz Tourismus?

2019: 30.000,- Euro + 5.000,- Euro in Form einer gebundenen Werbeleistung

2020: 50.000,- Euro + 5.000,- Euro in Form einer gebundenen Werbeleistung

 

47. Wie wird ein touristischer respektive wirtschaftlicher Effekt für die Landeshauptstadt oder das Land gemessen (Werbewert, Rückflüsse, Kommunalsteuer usw.) und wie hoch war dieser in den Jahren 2019 und 2020?

Im Jahr 2018 wurde der Werbewert des steirischen herbst auf über 4 Mio. Euro bemessen.

Die Zahlen für 2019 wurden nicht erhoben, so wie es durchaus üblich ist. Für 2020 liegen sie noch nicht vor. Es ist pandemiebedingt von keiner wesentlichen Steigerung auszugehen.

Die Kommunalsteuer betrug:

2019: 34.288,79 Euro

2020 geschätzt: 38.000,- Euro

Rückflüsse 2019:

Nächtigungen:

Graz: 800 im Wert von 72.341,91 Euro; Steiermark: 3 im Wert von 235,50 Euro.

Vom Gesamtbudget blieben 66% oder 2.675 TEUR (diverse Lieferanten, Künstlerinnen und Künstler und Personal) in der Steiermark.

Der Anteil vom restlichen Österreich betrug 11% oder 457 TEUR und international 23% oder 941 TEUR.

Rückfluss 2020:

Nächtigungen:

Graz: pandemiebedingt (Reiseverbot/Reiseeinschränkungen) 263 im Wert von 24.051,- Euro, Steiermark 16 im Wert von 1.296,- Euro. Für 2020 liegen weitere Zahlen noch nicht vor, da der Rechnungseingang noch im vollen Gange und pandemiebedingt verzögert ist.

 

48. Sind zukünftig Kooperationen oder Kollaborationen mit anderen Institutionen des Landes geplant, etwa mit dem Universalmuseum Joanneum?

Ja.

 

49. Wenn ja, mit welchen Institutionen und welche Kosten werden dadurch dem Land zusätzlich erwachsen?

Für 2022 ist eine Kooperation mit der Neuen Galerie Graz geplant. Dem Land erwachsen dadurch keine zusätzlichen Kosten, da diese aus den jeweiligen Budgets der Institutionen bestritten werden.

 

50. Wie oft und in welchen Fällen waren in den Jahren 2019 und 2020 Beschlüsse des Aufsichtsrats für Anschaffungen notwendig und mit welchen Kosten waren diese Anschaffungen verbunden?

Es waren keine zusätzlichen Beschlüsse für Anschaffungen erforderlich.

 

51. Wie hoch sind die Rücklagen des „steirischen herbsts“?

Die Rücklagen betrugen per 31.12.2019 889.954,- Euro.

 

52. Wurden in den Jahren 2019 und 2020 Rücklagen aufgelöst?

2019 wurden keine Rücklagen aufgelöst.

Das Jahr 2020 ist noch nicht abgeschlossen.

 

53. Wenn ja, in welcher Höhe und aus welchen Gründen ging man so vor?

Siehe Frage 52.

 

54. An wie vielen Tagen wurde die Helmut-List-Halle seitens des „steirischen herbsts“ – um die Vorgaben des Finanzierungsvertrags der Jahre 2018 bis 2022 in ebenjenen Jahren zu erfüllen – in den Jahren 2019 und 2020 gemietet?

Der Vertrag wurde vollumfänglich erfüllt.

 

55. Wenn eine Miete nicht im erforderlichen Ausmaß stattfand: Wie hoch waren die

Kompensationszahlungen und wer hatte für diese aufzukommen?

Siehe Frage 54.

 

56. Welche Kosten verursachten die laut Finanzierungsvertrag zur Verfügung gestellten

Sachleistungen in Form der Bereitstellung von Büroflächen im Palais Attems dem Land in den Jahren 2018, 2019 und 2020?

Die über die Abteilung 2 an die LIG als Gebäudeeigentümerin bezahlten Miet- und Betriebskosten beliefen sich für

              2018    auf        32.097,57 Euro

              2019     auf        35.844,51 Euro

              2020     auf        32.777,15 Euro (lt. aktueller Vorschreibung ohne BK-Abrechnung).

 

57. Welchen marktüblichen Ertrag hätte man mit den Flächen im Palais Attems bei einer Vermietung jährlich erzielen können?

Als Vergleichswert für die nachfolgende Berechnung wurde eine im Haus im Jahr 2018 abgeschlossene Fremdvermietung herangezogen. Unter Ansatz der dafür verrechneten Miete (exklusive Betriebskosten) wäre umgelegt auf die Flächen des steirischen herbst ein jährlicher Mieterlös zu erzielen gewesen für

              2018     von       24.326,49 Euro

              2019     von       24.861,49 Euro

              2020     von       25.159,83 Euro.

 

58. Welche Zuschüsse, Subventionen und etwaige Spenden beziehungsweise Sponsoring Dritter, um die sich der „steirische herbst“ gemäß Finanzierungsvertrag zu bemühen hat, konnten in den Jahren 2018, 2019 und 2020 generiert werden?

Zusätzlich zur Bundesförderung von 666.000,- Euro in den Jahren 2018, 2019 und 2020 konnten folgende Förderungen, Zuschüsse und Sponsoring (inkl. Sachsponsoring) erreicht werden:

2018:

291.518,- Euro Sponsoring (inklusive Sachsponsoring)

84.702,- Euro internationale Projektförderungen

2019:

423.192,- Euro Sponsoring (inklusive Sachsponsoring)

100.484,- Euro internationale Projektförderungen

2020 (vorläufige Hochrechnung):

230.000,- Euro Sponsoring (inklusive Sachsponsoring)

65.000,- Euro internationale Projektförderungen.

 

59. Wie lautet der aktuelle Stand hinsichtlich des Archivs des „steirischen herbsts“?

Neue Räumlichkeiten für das Archiv wurden erschlossen und fachgerecht für Archivmaterialien vorbereit. Die Dokumente ab Mitte der 1960er Jahre werden derzeit von ihrem bisherigen unsachgemäß gelagerten Ort in säurefreie Jurismappen und Jurisboxen umgebettet.

 

Parallel dazu werden die für die öffentliche und wissenschaftliche Nutzbarkeit unabdingbar wichtigen Findbücher erstellt um den Bestand erstmals in der Geschichte fachgerecht zu dokumentieren. Die Aufarbeitung des Pressearchivs, des Bestandes Publikationen, sowie das Fotoarchiv sind bereits abgeschlossen und auf Anfrage für wissenschaftliche Zwecke und Recherche zugänglich. In Arbeit ist die Umbettung des Plakatarchivs, Katalogarchivs, Medienarchivs, Kontrolle der Festplatten - auch zu diesen Subarchiven werden Findbücher erstellt.

 

60. Welche Kosten fielen bislang dafür an?

Die Kosten bisher belaufen sich auf rund 120.000,- Euro.

 

61. Wie viele Mitarbeiter sind mit den Arbeiten am Archiv beziehungsweise im Archiv beschäftigt und welchen Ausbildungsstand haben sie (z.B. Lehrausbildung, Matura, akademischer Abschluss, Universitätslehrgang usw.)?

3 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Teilzeit jeweils mit einem akademischen Abschluss.

 

62. Gibt es bereits erste „wissenschaftliche“ Ergebnisse und wenn ja, wie lauten sie und in welchen Fachzeitschriften wurden diese präsentiert?

Für 2021 ist eine große Konferenz hierzu geplant. Pandemie-bedingt ist noch nicht entschieden, wann genau diese Konferenz stattfinden kann und in welcher Form. Dieser Konferenz werden Veröffentlichungen folgen.