LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2049/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 25.02.2022, 09:17:46


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrat Johann Seitinger, Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Tiertransportplan 2030: Grenzenloses Leid durch Tiertransporte stoppen!

Wie zuletzt im selbstständigen Grünen Antrag „Tiertransportkontrollen deutlich ausweiten“ (1681/1) gefordert müssen die überbordenden Tiertransporte ein Ende haben. Befragungen zeigen, dass die Steirerinnen und Steirer nicht mehr zusehen wollen, wie Lebewesen auf den heimischen Straßen und darüber hinaus unter unzumutbaren Bedingungen verfrachtet werden. Hinzu kommt, dass wir in vielen Bereichen mehr produzieren, als wir essen können. Trotzdem schicken wir die Tiere quer durch Europa bzw. durch die Welt und importieren absurderweise im Gegenzug massenhaft Tiere gleicher Art. Die Zahlen zeigen ein erschreckendes Bild für Europa: 80 Prozent der Lebendtiertransporte weltweit finden in der Europäische Union statt. Unglaubliche 1,8 Milliarden Tiere werden hier jährlich lebend verfrachtet. Allein im Jahr 2020 wurden 94.269 Rinder nach Österreich importiert und 92.882 in andere Länder exportiert.

Der Pro-Kopf Fleischkonsum ist in Industrieländern mehr als doppelt so hoch wie im Rest der Welt. In Österreich beträgt er pro Kopf rund 61 Kilogramm pro Jahr. In Zeiten der Klimakrise ist neben dem untragbaren Tierleid auch der CO2–Ausstoß eine unnötige Mehrbelastung für unser Klima, die durch einen verstärkten Fokus auf eine pflanzliche Ernährungsweise reduziert werden kann und sich außerdem positiv auf die Gesundheit der Steirerinnen und Steirer auswirken würde. Auch hier wäre ein präventiver Ansatz, im Sinne einer Bildungsoffensive, langfristig der nachhaltigste Ansatz, weshalb es gilt, hier einen besonderen Fokus darauf zu legen.  

Ein Wandel zu mehr Pflanzenbau in der Landwirtschaft bietet den steirischen Bäuerinnen und Bauern auch Möglichkeiten, wie zum Beispiel Krisensicherheit (klimakrisenbedingter Ausfall einer landwirtschaftlichen Kultur) durch vielfältige Produktion. Gleichzeitig könnte damit auch eine größere Wertschöpfung erzielt werden (z.B. zukünftiger CO2-Handel durch Humusaufbau).

Eine Modellanalyse des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2020 („Die Wertschöpfungskette von Agrargütern und Lebensmitteln in Österreich) hat weiters ergeben, dass bei einer angenommenen Importreduktion von 1% der Agrargüter und Lebensmittel aus dem Ausland die Wertschöpfung in der Landwirtschaft und den vorgelagerten Branchen um 141 Mio. Euro wächst, womit über 3.100 Beschäftigte verbunden sind.

All diese Fakten lassen nur einen Arbeitsauftrag für die Landesregierung zu: Reduktion der Tiertransporte!

Quellen:


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, einen Plan zu erarbeiten, um bis zum Jahr 2030 die Tiertransporte innerhalb der Steiermark und darüber hinaus durch folgende Maßnahmen drastisch zu verringern:

1. verstärkte Kontrollen von Tiertransporten auf den steirischen Straßen

2. personelle Ressourcen für Tiertransportkontrollen erhöhen

3. den jährlich erscheinenden Veterinärbericht um Tiertransportkontrollen, amtstierärztliche Tierschutzkontrollen und Ergebnisse der amtstierärztlich kontrollierten landwirtschaftlichen Betriebe in angemeldete und unangemeldete Kontrollen ergänzen und detailliert aufschlüsseln

4. Im Kindergarten und in der Volksschule niederschwellige Bildungsangebote anbieten, um die Zusammenhänge der Lebensmittelproduktion, der Umwelt und der Gesundheit mit dem Tierschutz zu vermitteln

5. einen Masterplan für den Ausbau von regionalen Direktvermarktungsschienen in der Steiermark entwickeln und umsetzen, um Arbeitsplätze zu schaffen und eine klimakrisensichere Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung zu gewährleisten

6. erhöhte Förderungen für die Transformation zu einer klimakrisensicheren Landwirtschaft einführen, hin zu mehr pflanzlicher Produktion

7. Herkunftsbezeichnungen in den steirischen Landesküchen einführen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne)