LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 257/1

Regierungsvorlage

eingebracht am 28.09.2015, 10:50:28


Geschäftszahl(en): ABT15EW-1876/2015-306; ABT15EW-1876/2015-292; ABT15 OP-FG.10-7/2012-1062
Zuständiger Ausschuss: Umwelt
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Jörg Leichtfried
Beilagen: Bericht_Klimawandelanpassung

Betreff:
Klimawandelanpassung- Strategie Steiermark 2050

Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits heute sichtbar: Rückgang der Gletscherflächen, abnehmende Schneesicherheit, zunehmende Intensität und Häufigkeit von Starkregenereignissen, sowie vermehrt auftretende Hitzetage und Hitzeperioden – wie diese in den letzten Jahren und insbesondere im heurigen Sommer zu verzeichnen waren– sind prognostizierte und zum Teil bereits eingetroffene Signale eines sich ändernden Klimas. Die Steiermark ist von dieser Entwicklung nicht ausgenommen, sondern schon heute in vielen Bereichen davon betroffen. Die Klimaerwärmung ist daher kein Zukunftsszenario mehr – sie ist Realität. So stieg im Alpenraum innerhalb der letzten 150 Jahre die durchschnittliche Jahrestemperatur um 1,8°C an; eine Erhöhung, die beachtlich über dem weltweit verzeichneten Temperaturanstieg von 0,85°C liegt. Die Wissenschaft geht zudem von einer weiteren Zunahme der Durchschnittstemperatur in den kommenden Jahrzehnten aus.

Das Land Steiermark hat das Wegener Zentrum der Universität Graz beauftragt, Klimaszenarien zu erstellen und die Folgen des Klimawandels für die Steiermark abzuleiten. So zeigen die Ergebnisse dieser 2012 verfassten Studie, dass für die Steiermark mit einer weiteren deutlichen Temperaturzunahme von etwa durchschnittlich 1,4°C bis 2050 zu rechnen ist.

International besteht schon seit geraumer Zeit wissenschaftlicher Konsens darüber, dass der Klimawandel durch den Menschen verursacht wird. Dies belegen sowohl die Berichte des International Panel on Climate Change (IPCC), sowie der 2014 erschienen „Österreichische Sachstandsbericht Klimawandel 2014“ des Austrian Panel on Climate Change (APCC). Daher ist das Land Steiermark gefordert, dem Klimawandel auf zweierlei Ebenen entgegenzuwirken: Einerseits gilt es, konsequent und ambitioniert Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen (Klimaschutz) voranzutreiben und weiterzuführen. In der Steiermark wurde dafür 2010 der Klimaschutzplan Steiermark als strategische Grundlage zur Erreichung der internationalen Klimaschutzziele beschlossen.

Andererseits müssen zusätzlich zu den Klimaschutzbemühungen Maßnahmen zur Bewältigung der unvermeidbaren Folgen des Klimawandels (Klimawandelanpassungsmaßnahmen) vorbereitet und umgesetzt werden. Durch konkrete Anpassungsmaßnahmen können in der Steiermark unerwünschte Klimawandelfolgen auf die natürlichen, sozialen und wirtschaftlichen Systeme abgemildert bzw. teilweise auch vermieden werden. Eine gezielte und frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema Klimawandelanpassung ist daher dringend notwendig, da mit dem voranschreitenden Klimawandel die Möglichkeiten für eine erfolgreiche Anpassung abnehmen und die damit verbundenen Kosten steigen. Der Klimawandel kann aber auch Chancen mit sich bringen, welche es zu erkennen und zu nutzen gilt.

Die Auswirkungen des globalen Klimawandels sind in erster Linie regional bzw. lokal für die Gesellschaft spürbar. Daher bedarf es eines Diskussionsprozesses auf Länder- und Regionsebene, um die Betroffenheit auf dieser Ebene festzustellen, entsprechende Handlungsoptionen zu erarbeiten und Maßnahmen zu setzen.

Die Steiermärkische Landesregierung hat die Wichtigkeit des Themas erkannt und im Herbst 2013 mit der Erarbeitung der „Klimawandelanpassung-Strategie Steiermark 2050“ gestartet. Im Rahmen eines landesweiten Beteiligungsprozesses, getragen von FachexpertInnen des Landes und unter Einbindung externer Stakeholder wurden notwendige Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung und der Umwelt eruiert und den 13 Bereichen: Raumplanung/urbane Räume, Bauen/Wohnen, Verkehrsinfrastruktur, Wasser, Energieversorgung, Katastrophenschutz, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz/Biodiversität, Wirtschaft, Tourismus, Gesundheit/Soziales und Bildung/globale Verantwortung, zugeordnet. Die Strategie selbst soll nun als Grundlage für die weiterführenden Umsetzungsmaßnahmen dienen. Dabei ist die Strategie als ein sogenanntes „Living Document“ zu sehen, das in regelmäßigen Abständen evaluiert bzw. deren Maßnahmen kontinuierlich erweitert und angepasst werden. Ein wesentlicher Aspekt ist es zu dem, dass die Maßnahmen mehrheitlich im Kompetenzbereich des Landes Steiermarks liegen und diese soweit geclustert wurden, dass die Maßnahmen in Anzahl und Inhalt in eine zukünftige operative Umsetzung einfließen können.

Mit dieser Strategie wird das Ziel verfolgt, die Steiermark bestmöglich auf die zukünftigen klimatischen Bedingungen anzupassen, um negative Klimawandelfolgen zu vermindern und Chancen zu nutzen. Die Anpassungsstrategie soll nun neben dem bestehenden Klimaschutzplan Steiermark das Engagement des Landes im Bereich der Klimapolitik ergänzen.

Für die Klimawandelanpassung-Strategie Steiermark 2050 ist in einem regelmäßigen Intervall von drei Jahren ein Monitoring vorgesehen. Dieses erfolgt in zeitlicher Abstimmung mit dem Monitoring zur Österreichischen Strategie zur Anpassung an den Klimawandel. Der Monitoringbericht wird von der Klimaschutzkoordinatorin des Landes Steiermark der Steiermärkischen Landesregierung vorgelegt.

 

Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung vom 24. September 2015.

 

 


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht der Steiermärkischen Landesregierung betreffend Klimawandelanpassung Strategie Steiermark 2050 wird zur Kenntnis genommen.