LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2800/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 24.10.2018, 12:30:58


Landtagsabgeordnete(r): Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Wirtschaft
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Steirisches Kulturangebot in der Wahrnehmung der Bevölkerung

Wie es um die Bekanntheit der steirischen Kulturinstitutionen und die korrekte Zuordnung von Formaten sowie Standortbezeichnungen steht, ist derzeit sowohl der Landesregierung als auch der Öffentlichkeit unbekannt. Da jedoch sämtliche größere Kulturträger der Steiermark hauptsächlich oder ausschließlich mit Steuergeld finanziert werden, wäre es umso wichtiger abzuklären, ob das von der Bevölkerung finanzierte Kulturangebot überhaupt bei ebenjener ankommt. Es ist sicherlich eine langfristige Herausforderung, Institutionen und Marken im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern sowie darüber hinaus eine breite Akzeptanz ebenjener zu etablieren.

Grundsätzlich ergeben Befragungen ein Bild, wie es um Bekanntheit, Vertrauen und Chancen aus Sicht der Bevölkerung bestellt ist. Um dabei größtmögliche Transparenz zu wahren, sind sowohl die Methoden als auch Ergebnisse jeglicher Art vollständig zu veröffentlichen.

Die Stadt Böblingen in Deutschland veröffentlichte im Dezember des Jahres 2016 eine Umfrage mit dem Titel „Bevölkerungsbefragung zur Kulturnutzung und -nichtnutzung in der Stadt Böblingen“. Die Ziele werden eingangs wie folgt erläutert: „Die Bevölkerungsbefragung zum Kulturangebot in Böblingen hatte zum Ziel, Aufschlüsse über die Nutzung und Nichtnutzung durch die Bevölkerung im Einzugsgebiet der Stadt Böblingen zu geben. Untersuchungsschwerpunkt war dabei das städtische Kulturangebot, es wurden aber auch weitere Veranstalter mit einbezogen. Unter anderem sollten Nutzungsmotive und Barrieren, Zufriedenheit und Bedürfnisse der Bürger erhoben werden. Aufgrund der aktuellen Diskussion um die Böblinger Museen wurden zu den Museen explizit einige Fragen gestellt, um die Sicht der Bevölkerung in Erfahrung zu bringen […]. Neben den allgemeinen Zielsetzungen und Strategien des Amts für Kultur Böblingen unterstützen die gewonnenen Erkenntnisse eine zielgruppenorientierte Planung und Gestaltung der künftigen Aktivitäten.“ (Quelle: https://www.boeblingen.de/site/Boeblingen-Darksite/get/params_E-532339268/13841745/Teilbericht_Bev%C3%B6lkerungsbefragung_BB.pdf)

Durch ein wissenschaftlich fundiertes Vorgehen ist es möglich, sowohl die Bekanntheit, das allgemeine Stimmungsbild als auch die Akzeptanz des steirischen Kunst- und Kulturangebots abzubilden, sodann darauf zu reagieren und die notwendigen Maßnahmen zu setzen.

Bevor Jahr für Jahr viele Millionen Euro an Zuschüssen gewährt oder gar langjährige und millionenschwere Förderverträge ohne ausreichende Einbindung des Landtags an einzelne Institutionen vergeben werden, muss sichergestellt sein, dass steirisches Steuergeld letztlich auch wieder den Bürgern zugutekommt. Der Kulturbereich darf niemals zum Selbstzweck einiger weniger Personen werden, wo ohne nachhaltige Publikumswirkung öffentliche Mittel versickern.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, eine Umfrage in Auftrag zu geben, bei der ein repräsentativer Ausschnitt der steirischen Bevölkerung über kulturelle Interessen, Bedürfnisse, Zufriedenheit und die Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen sowie vor allem über die Bekanntheit der Museen, über das Programm bzw. die Zuordnung desselben befragt wird, wobei in erster Linie die größten Fördernehmer wie das Universalmuseum Joanneum, die Theaterholding, das Kunsthaus sowie der „steirische herbst“ Gegenstand der Umfrage sein sollen.


Unterschrift(en):
Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)