LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2791/1

Befragung eines Mitgliedes der Landesregierung (§ 69 GeoLT)

eingebracht am 17.10.2018, 13:22:15


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Ursula Lackner

Betreff:
Massive Kürzung bei der Deutschförderung in Grazer Volksschulen

Was zu befürchten war und von den Grünen bereits in einer Dringlichen Anfrage am 3. Juli 2018 thematisiert wurde, ist nun eingetreten. Durch die Einführung separater Deutschförderklassen und der gleichzeitigen Streichung aller bestehenden Integrations- und Sprachfördermaßnahmen wurden einerseits funktionierende Modelle gestoppt und viele Pädagoginnen und Pädagogen, die in gelebter Schulautonomie mit Engagement Konzepte zur Integration von Kindern mit nichtdeutscher Erstsprache entwickelt haben, vor den Kopf gestoßen. Und andererseits wurde gerade in jenen Schulen, die einen besonders hohen Anteil an Kindern mit mangelhaften Deutschkenntnissen aufweisen, die Sprachförderung massiv gekürzt.

Bisher wurden viele Deutschförderstunden aus dem nun gestrichenen Integrationstopf des Bundes finanziert. Das neue System der Deutschförderklassen führt aber gerade in den Schulen mit hohem Anteil von Kindern mit mangelhaften Deutschkenntnissen (wo es unter Umständen gar keine Regelklasse sondern nur mehr Deutschförderklassen gibt) zu gravierenden Verschlechterungen. Zudem steht zu befürchten, dass diese Kinder großteils die erste Klasse wiederholen werden müssen.

Die Kleine Zeitung berichtete am 13. Oktober 2018 von ihr vorliegenden Zahlen: Eine Volksschule im Bezirk Lend fällt von 149 auf 94 Deutschförderstunden pro Woche zurück, eine Volksschule in Gries von 134 auf 66 Stunden, und eine dritte Volksschulöe von 128 auf 66 Stunden.

Grundsätzlich wurde diese Misere mit Sicherheit durch die willkürliche, überstürzte und gegen den Rat von Fachleuten eingeführte Systemänderung in Richtung separate Deutschförderklassen verursacht.

Trotzdem braucht es jetzt eine rasche und pragmatische Lösung, damit die betroffenen Kinder nicht auf der Stecke bleiben. Bislang weisen der Bildungsstadtrat, die Bildungslandesrätin, der Landesschulrat und das Bildungsministerium die Verantwortung für den Zustand von sich und geben die Schuld anderen.

Es wird daher folgende

Frage

gestellt:

Welche Schritte werden Sie setzen, damit den Grazer Volksschulen zumindest soviele Deutschförderstunden wie im letzten Schuljahr zur Verfügung stehen?


Unterschrift(en):
LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne)