LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 38

EZ/OZ 1487/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Bildung

Betreff:
Fördergerechtigkeit zwischen Männern und Frauen im Mannschaftsspitzensport weiter ausbauen

 

zu:
EZ 1487/1, Fördergerechtigkeit zwischen Männern und Frauen im Mannschaftsspitzensport weiter ausbauen (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Bildung" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 27.06.2017 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Mit Beschluss des Ausschusses für Bildung, Schule, Kinderbetreuung, Jugend, Frauen, Familie und Sport vom 07.03.2017 wurde die Steiermärkische Landesregierung um eine Stellungnahme zum Antrag, Einl. Zahl 1487/1, ersucht.

Aufgrund dieses Beschlusses erstattet die Steiermärkische Landesregierung folgende Stellungnahme:

Wie bereits in der Anfragebeantwortung vom Mai 2016 dargelegt, gibt es grundlegende Kriterien, die für die Gewährung einer Subvention unter dem Titel Mannschaftsspitzensportförderung erfüllt sein müssen. Die genaue Höhe ergibt sich aus der jeweiligen Liga-Einstufung der Mannschaft sowie aus den, beginnend mit der Saison 2008/2009, festgelegten Förderungssätzen. Als weitere wesentliche Tangente zur Festlegung der Förderungssätze dienen die finanziellen Möglichkeiten des Sportbudgets.

Seit der Saison 2016/2017 beträgt der Anteil der Damenmannschaften an der Mannschaftsspitzen-sportförderung 35,59%.

Generell gilt es bei dieser Thematik aber zu beachten, dass die budgetäre Ausgangslage zwischen Männer- und Frauenmannschaften auch in derselben Sportart, oftmals sehr unterschiedlich ist. Dies zeigt sich beispielsweise am Vergleich der Budgets der Männer- und Damenmannschaft, entnommen aus den Sportförderungsanträgen für die Saison 2016/2017, eines großen steirischen Volleyballvereins.

Die Gegenüberstellung zeigt, dass obwohl beide Mannschaften in der jeweils höchsten Liga spielen, diese sehr unterschiedliche Budgets zur Verfügung haben und benötigen. So beträgt das Gesamtbudget der Damenmannschaft lediglich 56,07 % von jenem der Herrenmannschaft.

Die Gründe für diese große Differenz lassen sich anhand der Förderungsanträge primär aufgrund der unterschiedlichen angeführten Ausgaben für Lizenzen, Nenngeld, SchiedsrichterInnen, Regeneration, Physiotherapie, Testspiele, Vorbereitungs-Turniere, Ausrüstung, Trainingsmaterial, Aufwandsentschädigung, Personal, Fahrtkosten, Übernachtung, Verpflegung, etc. ablesen.

Es ist festzuhalten, dass diese Positionen bei der Herrenmannschaft im Vergleich zur Damenmannschaft generell höher sind. Ein ähnliches Bild skizziert sich auch bei einem Vergleich der Budgets von drei Fußballherrenmannschaften, die in der Regionalliga spielen.

Stellt man die Gesamtbudgets gegenüber, dann zeigt sich auch dort eine enorme Differenz.

Die Vergleiche könnten fortgesetzt werden. Sie zeigen deutlich, dass es größere budgetäre Unterschiede gibt und dass auch innerhalb von Vereinen, deren Mannschaften in der gleichen Liga spielen, aufgrund von beispielsweise unterschiedlichen Unterstützungssummen von Seiten der jeweiligen Gemeinde oder Sponsoren, ungleiche Ausgangslagen existieren.

Somit ist eine steiermarkweite gleiche finanzielle Unterstützung aller Vereine bzw. deren jeweiligen Mannschaften in den entsprechenden Ligen kaum bis nicht möglich, weil die Grundvoraussetzungen verschieden sind und sowohl die unterschiedliche Ausgabensituation als auch die unterschiedliche Einnahmensituation von Seiten des Landes nicht ausgeglichen werden können.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Bildung zum Antrag der Abgeordneten der Grünen, EZ 1487/1 betreffend "Fördergerechtigkeit zwischen Männern und Frauen im Mannschaftsspitzensport weiter ausbauen" wird zur Kenntnis genommen.

 

 

Der Obmann:
LTAbg. Mag.Dr. Wolfgang Dolesch