LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 945/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 17.11.2020, 13:29:06


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Online-Meldung statt Warten auf 1450

Die zweite Welle der Corona-Pandemie ist in besorgniserregendem Ausmaß eingetroffen, wodurch das Gesundheitssystem und vor allem auch das Gesundheitspersonal voll belastet werden. Um eine völlige Überlastung der Spitäler hintanzuhalten ist es unabdingbar, für potentiell infizierte Menschen zusätzliche Möglichkeiten einer Infektionsabklärung  sicherzustellen.

Zur Entlastung des niedergelassenen Bereichs sowie der Krankenanstalten hat sich das Gesundheitstelefon 1450 etabliert, das jedoch – wie bereits vor Monaten befürchtet – infolge des Wiederanstiegs der COVID-19-Infektionszahlen selbst an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen ist. Es kommt zu teils unzumutbaren Wartezeiten für Anrufer*innen (Anrufe bei 1450 seit Sommer verdreifacht, steiermark.orf.at, 14.10.20, https://steiermark.orf.at/stories/3071474/). Auch das nunmehr Kinderärzt*innen speziell für Kinder und deren Eltern zur Verfügung stehen, hat nicht zu einer Verkürzung der Wartezeiten geführt (1450 ab sofort auch „Kinderhotline“, krone.at, 05.10.20, https://www.krone.at/2244910).

Das Bundesland Tirol geht nunmehr einen innovativen Weg, um langes Warten bei der Gesundheitshotline 1450 zu beenden. Bereits seit Ende September besteht dort unter der Homepage https://corona.leitstelle.tirol/ die Möglichkeit einer Online-Meldung von COVID-19-Verdachtsfällen, die parallel zur selbstverständlich weiterhin möglichen telefonischen Meldung eingerichtet wurde. Wer COVID-19-Symptome hat oder Kontakt zu einem bestätigten Fall, kann die entsprechende Meldung somit selbst bei der Leitstelle Tirol im Internet abgeben. Die etwaigen Maßnahmen werden dann genauso wie nach einem Anruf eingeleitet. Die erfreulichen Effekte des Online-Tools: die Betroffenen sparen Zeit und die Gesundheitsbehörden haben weniger Aufwand (siehe: Online-Meldung statt Warten auf 1450, tirol.orf.at, 20.10.2020, einzusehen unter: https://tirol.orf.at/stories/3072305/).

Die Online-Meldung gilt als Erfolgsmodell, wurde sie doch mit Stand 30.10.2020 bereits mehr als 2.300 Mal genutzt, wodurch sie zu einer Entlastung der 1450-Hotline beiträgt. Laut Bernd Noggler, Leiter der Leitstelle Tirol, hat sie sich folglich auch „auf allen Ebenen bewährt“ und sie wird „von der Bevölkerung bereits gut angenommen“ (siehe: Online-Einmeldetool Covid-19 der Leitstelle Tirol bringt Entlastung für 1450, Amt der Tiroler Landesregierung, 30.10.2020, einzusehen unter: https://www.tirol.gv.at/gesundheit-vorsorge/pressemeldungen/meldung/online-einmeldetool-covid-19-der-leitstelle-tirol-bringt-entlastung-fuer-1450/).

Im Hinblick darauf, dass die Systeme hinter der 1450 Gesundheitshotline in jedem Bundesland anders organisiert sind und sich laut dem Leiter der Leitstelle Tirol bereits mehrere Bundesländer um die Tiroler Eigenentwicklung bemüht haben, kann nicht nachvollzogen werden, weshalb es in der Steiermark bisher offensichtlich keine Bemühungen gibt, um der steirischen Bevölkerung ebenfalls ein Online-Meldesystem zur Verfügung zu stellen und damit die Wartezeiten bei 1450 zu verkürzen.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, eine Möglichkeit der Online-Meldung von COVID-19-Verdachtsfällen bereitzustellen, um die Wartezeiten bei  der  Gesundheitshotline 1450 zu verkürzen und  dadurch  dazu  beizutragen,  dass  die  Kapazitäten  des  Krankenanstalten-  und Gesundheitswesens nicht überlastet werden.


Unterschrift(en):
LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne)