LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1039/1

Schriftliche Anfrage an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder (§ 66 GeoLT)

eingebracht am 27.07.2016, 10:19:00


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Ing. Sabine Jungwirth (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Ursula Lackner
Frist: 27.09.2016

Betreff:
Ausbau ganztägiger Schulformen in der Steiermark

Im Gegenzug zur Reduzierung der Bankenabgabe entrichten die Banken eine Art Abschlagszahlung von einer Milliarde Euro. Davon sollen laut Bundesregierung 750 Millionen Euro für den Ausbau von ganztägigen Schulformen und Betreuungsangeboten verwendet werden.  Bis 2025 sollen für 40 Prozent der SchülerInnen ganztägige Betreuungsplätze vorhanden sein, konkret sollen 120.000 Plätze entstehen. Im Vollausbau soll im Umkreis von 20 Kilometern ein ganztägiges Schul- und Betreuungsangebot bestehen. Den Medien war zu entnehmen, dass es sich nicht nur um klassische Ganztagsschulen handeln soll, sondern alle Betreuungsmöglichkeiten am Nachmittag gefördert werden können. Eine Wahlfreiheit solle gesichert bleiben. 

Als zuständige Landesrätin haben Sie in Ihrer Presseaussendung den Beschluss zum Ausbau der ganztägigen Schulformen als großen Erfolg für die Bildungspolitik bewertet und auch auf eine kürzlich veröffentlichte Arbeiterkammerstudie hingewiesen, wonach steirische Eltern jährlich 9,4 Mio. Euro für Nachhilfe investieren. In der Stellungnahme zum Grünen Antrag „Recht auf leistbaren Bildungserfolg“ betonten Sie, dass zu den bestmöglichen Rahmenebedingungen „ein dichtes Netz an standortnahen Pflichtschulen sowie eine intensive Förderung der ganztägigen Schulformen, die sozial kompensatorisch wirken und eine ideale Förderung der SchülerInnen bieten“.


Es wird daher folgende

Schriftliche Anfrage

gestellt:

 

Fragen:

1. Welcher Betrag von den insgesamt 750 Mio. € wird tatsächlich für den Ausbau von ganztägigen Schul- und Betreuungsformen in der Steiermark pro Jahr zur Verfügung stehen?

2. Wird der Betrag gleichmäßig auf alle Bundesländer verteilt oder soll es Schwerpunkte geben? Wenn ja, welche?

3. Werden die zur Verfügung stehenden Mittel ausschließlich für Pflichtschulen verwendet werden oder auch für z.B. AHS?

4. Wie sehen die weiteren Umsetzungsschritte aus? Worin genau wird investiert werden (z.B. mehr Lehrpersonal, Ausbau der Infrastruktur etc.)?

5. Welche Auswirkungen hat der beschlossene Ausbau von ganztägigen Schulformen auf die derzeitigen Schulstandorte, vor dem Hintergrund, dass im Umkreis von 20 km ein ganztägiges Schul- und Betreuungsangebot bestehen sollte?

6. Wird die Steiermark gewährleisten können, dass jede Schülerin/jeder Schüler im Umkreis von 20 km ein ganztägiges Schul- und Betreuungsangebot vorfindet?

7. Die verschränkte Form der Ganztagsschule (die von ExpertInnen als die Form angesehen wird, die verstärkt einen Ausgleich von Lern- und Sprachhandicaps von Kindern aus bildungsfernen und/oder migrantischen Familien bewirkt) ist im Vergleich zur Nachmittagsbetreuung noch an wenigen Standorten umgesetzt. Wird es hier zu einer Schwerpunktsetzung kommen?


Unterschrift(en):
LTAbg. Ing. Sabine Jungwirth (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne)