LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1525/1

Befragung eines Mitgliedes der Landesregierung (§ 69 GeoLT)

eingebracht am 29.06.2021, 15:44:29


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Ärzt*innenmangel in Admont – Primärversorgungszentren „ins Stocken geraten“?!

Mitte Juni veröffentlichte die Kleine Zeitung einen Bericht über die seit Monaten angespannte Situation der Gesundheitsversorgung in der Gesäuseregion. Konkret tut sich aufgrund des lange absehbaren Ruhestandes eines Hausarztes eine Lücke auf, die von den Verantwortlichen bisher nicht geschlossen werden konnte (Kleine Zeitung, Mangelhafte Versorgung in Admont, Bürgermeister drängt auf rasche Ausschreibung von dritter Arztstelle, 17.06.2021). Den rund 5.000 Einwohner*innen Admonts stehen damit lediglich zwei besetzte Arztstellen gegenüber, die seit einem Jahr im neu geschaffenen Primärversorgungszentrum (PVZ) angesiedelt sind. Als Folge dessen müssen die Patient*innen lange Wartezeiten in Kauf nehmen oder sie werden – so sie mobil sind – gleich an Kolleg*innen nach Liezen verwiesen. Ein untragbarer Zustand, der etwa im Falle eines Krankenstands oder auch in der Ferienzeit zu eskalieren droht.

Die Gemeinde Admont bemüht sich laut Kleiner Zeitung bereits seit über eineinhalb Jahren um die Nachbesetzung des pensionierten Landarztes, doch Gesundheitsfonds, ÖGK und Ärztekammer können sich bisher nicht über die „Formulierung der Ausschreibung“ einigen. Offenbar scheitern die Verantwortlichen einerseits daran, den dritten Posten im PVZ zu besetzen, und weigern sich andererseits dagegen, eine eigene Praxis neben dem PVZ zu ermöglichen. Ein unzumutbarer Zustand, der dazu führt, dass bereits zwei konkret interessierte Ärzt*innen davon abgebracht wurden, eine Praxis in Admont zu eröffnen. Als würde es nicht schon ausreichen, dass die Verantwortlichen an der „Formulierung der Ausschreibung“ scheitern, führt die missglückte Primärversorgungspolitik der Landesregierung nunmehr offenbar auch noch dazu, dass willige Ärzt*innen davon abgebracht werden, ihre dringend benötigten Dienste „am Land“ anzubieten.

Die unerfreuliche Entwicklung in Admont wirft ein Schlaglicht auf das Konzept der Primärversorgungszentren und damit auf eine der mannigfaltigen Problemstellen des Regionalen Strukturplans Gesundheit 2025 (RSG 2025). Dieser sieht die Errichtung von 30 PVZ bis ins Jahr 2025 vor, womit sie einen wesentlichen Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Steiermark leisten sollen. Im realen Leben hinkt die Errichtung der – grundsätzlich sehr zu begrüßenden – PVZ den Strukturplänen der Landesregierung jedoch meilenweit hinterher und angesichts gerade einmal 12 errichteter Einrichtungen spricht selbst Gesundheitslandesrätin Bogner-Strauß davon, dass man „ins Stocken geraten“ sei (stmk.orf.at, Gesundheitsreferenten für „Long Covid“-Rehazentren, 21.05.2021). Gerade in Fällen wie in Admont, in denen das sture Festhalten an den PVZ offenbar dazu führt, dass willige Mediziner*innen davon abgehalten werden, „am Land“ zu arbeiten, liegt die Aufgabe der Politik jedoch keinesfalls darin, an überkommenen Strukturplänen festzuhalten. Vielmehr hat die Politik rasch für die Versorgungssicherheit der Bevölkerung zu sorgen. Die Verantwortung für die Abstimmung und Koordination der unterschiedlichen Verantwortungsträger im Gesundheitsbereich, liegt eindeutig bei der zuständigen Gesundheitslandesrätin.

Es wird daher folgende

Anfrage

gestellt:

Welche Schritte werden Sie vor dem Hintergrund der Versorgungssituation in Admont und anderen steirischen Regionen setzen, um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum zu gewährleisten?

 


Unterschrift(en):
LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne)