LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 575/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 12.06.2020, 11:49:02


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Ewald Schalk (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Keine weiteren Leistungsreduktionen: Chirurgische Ambulanz in Voitsberg im vollen Umfang erhalten!

Die schwarz-rote Zentralisierungspolitik im steirischen Gesundheitswesen hat die heimischen Versorgungsstrukturen gerade im ländlichen Raum massiv ausgedünnt. So wurden alleine in den letzten acht Jahren mehrere Geburtenstationen, Spitalsabteilungen, Landespflegeheime und sogar ganze Krankenhäuser geschlossen. Besonders hart hat es etwa den Krankenhausstandort Voitsberg getroffen, der 2012 erst seine Geburtenstation und 2017 sodann die Chirurgische Abteilung verloren hat. Damit nicht genug, droht Voitsberg nun der nächste Schlag, wie ein Bericht der „Kleinen Zeitung“ vom 11. Juni dieses Jahres befürchten lässt:

[…] Die klassischen Unfallchirurgien in der Steiermark weichen Traumazentren. Diese Umstellung ist von der Kages seit Jahren geplant und wird nun sukzessive umgesetzt. Betroffen ist auch die Versorgung in der Südweststeiermark, wo das neue Zentrum für Traumatologie seinen Sitz in Wagna haben wird. Und das hat auch für Voitsberg Auswirkungen, wie die Kleine Zeitung aus gut informierten Kreisen erfahren hat. ‚Wenn man künftig mit einem Bruch ins LKH Voitsberg kommt, wird man dort geröntgt. Befundet wird in Graz, über die weitere Behandlung wird in Wagna entschieden, was meist zur Folge hat, dass der Patient dann nach Wagna gebracht wird‘, so der Informant. Im Klartext heißt das, dass man nach einem Unfall (Arbeitsunfälle können auch im Unfallkrankenhaus in Graz behandelt werden) künftig in Wagna behandelt wird. Vom Bezirk aus sind das rund 65 Kilometer und eine Stunde Fahrzeit. ‚Ein Wahnsinn für Patienten, Angehörige und letztlich auch für das Rote Kreuz‘, meint der Informant. […]

Kritik an diesen Entwicklungen kommt von Bezirksparteiobmann und Bundesrat Markus Leinfellner (FPÖ), der aufgrund der Umstrukturierung den generellen Verlust der chirurgischen Ambulanz am Standort Voitsberg befürchtet: „‚Bereits mit der Schließung der Geburtenstation hat die rot-schwarze Landesregierung die Gesundheit der Bevölkerung ins Abseits gestellt‘, erklärte Leinfellner und forderte in der vergangenen Landtagssitzung ein klares Bekenntnis zum Standort Voitsberg von der zuständigen Landesrätin. Vonseiten der Kages heißt es, dass es keinerlei Beschlüsse – weder politisch noch vom Betreiber – gebe, etwas an der aktuellen Situation in Voitsberg zu ändern. Außerdem stellt Reinhard Marczik von der Kages klar: ‚Der medizinische Fortschritt besteht in der Spezialisierung der Medizin. Dazu gehören auch die Traumazentren. Und wenn ein Patient in Voitsberg einer traumatologischen Behandlung bedarf, wird er diese nach bestem aktuellen medizinischen Stand in Wagna bekommen. Es wird nichts schlechter, sondern besser.‘ Doch die Skepsis im Bezirk bleibt. Zu Recht? Zumindest kursiert auch das Gerücht, dass bereits an eine Verkürzung der Ambulanzzeiten in Voitsberg von derzeit 7 bis 19 Uhr auf 7 bis 15 Uhr gedacht wird.

Es herrscht Einigkeit darüber, dass unser heimisches Gesundheitssystem einer ständigen Weiterentwicklung bedarf. Dieser Umstand darf jedoch niemals als Ausrede gelten, gut funktionierende Landesspitäler durch fortdauernde Leistungsreduktionen Schritt für Schritt wegzurationalisieren. Gerade die medizinische Versorgung im weststeirischen Raum hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere Rückschläge erlitten, weshalb es nun ein klares Bekenntnis zum Standort Voitsberg und die deutliche Ablehnung weiterer Schließungsmaßnahmen braucht.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Landtag Steiermark bekennt sich zum Spitalsstandort Voitsberg und fordert die Landesregierung daher auf, weitere medizinische Leistungsreduktionen – wie etwa eine Einschränkung der Öffnungszeiten der Chirurgischen Ambulanz oder gar deren Schließung – durch entsprechende Vorgaben insbesondere gegenüber der KAGes zu unterbinden.


Unterschrift(en):
LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Ewald Schalk (FPÖ)