LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 34

EZ/OZ 787/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Gesundheit

Betreff:
Pflegende Angehörige von Demenzerkrankten entlasten

 

zu:
EZ 787/1, Pflegende Angehörige von Demenzerkrankten entlasten (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Gesundheit" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 13.09.2016 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Mit Beschluss des Ausschusses für Gesundheit vom 26.04.2016 wurde die Steiermärkische Landesregierung ersucht eine Stellungnahme zum Antrag, Einl.Zahl 787/1, betreffend "Pflegende Angehörige von Demenzerkrankten entlasten" abzugeben.

Aufgrund dieses Beschlusses erstattet die Steiermärkische Landesregierung folgende Stellungnahme:

„Entsprechend der vorliegenden Anfrage betreffend „Pflegende Angehörige von Demenzerkrankten entlasten“ wird seitens der Fachabteilung Gesundheit und Pflegemanagement, Referat Pflegemanagement folgende Stellungnahme abgegeben:

Der Abschlussbericht zur Demenzstrategie „Gut leben mit Demenz“ wurde im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz und des Bundesministeriums für Gesundheit erstellt und mit November 2015 veröffentlicht. Die in Arbeitsgruppen entwickelten 7 Wirkungsziele und 21 Handlungsempfehlungen zur Demenzstrategie sollen den  EntscheidungsträgerInnen auf Ebene des Bundes, der Länder und Gemeinden die Planung und Umsetzung von Maßnahmen ermöglichen.

Demzufolge wurde seitens des Referates Pflegemanagement Anfang des Jahres 2016 eine erste IST-Erhebung betreffend bestehender Versorgungs-, Entlastungs-, Beratungs-, Schulungs- und Informationsangebote zum Thema Demenz für Menschen mit demenziellen Beeinträchtigungen, deren An- und Zugehörige, die allgemeine Bevölkerung, Gesundheits- und Sozialberufe, Anbieter von Gesundheits- und Sozialleistungen und EntscheidungsträgerInnen, gestartet. Dabei wurden Einrichtungen im stationären und extramuralen Pflege- und Betreuungsbereich, Krankenanstalten, Anbieterorganisationen von Gesundheits- und Sozialleistungen, die Ärztekammer, Apothekerkammer, die Bezirksverwaltungsbehörden/Sozialhilfeverbände, Abteilungen des Landes Steiermark, der Gesundheitsfonds und zahlreiche weitere ExpertInnen in die IST-Erhebung miteinbezogen. Die Erhebungsphase wurde bis Anfang April anberaumt. Derzeit werden die gesammelten Rückmeldungen der befragten Einrichtungen, Organisationen und ExpertInnen gesichtet und nach Zielgruppen kategorisiert. Laut aktuellem Stand der Erhebung bestehen bereits zahlreiche Demenz-Angebote für die oben genannten Zielgruppen im Bundesland Steiermark. Die übermittelten Angebote/Projekte reichen dabei von Seminaren und Vorträgen zum Thema Demenz für die allgemeine Öffentlichkeit bis hin zu Demenztageszentren, Selbsthilfegruppen, ehrenamtlichen Helferkreisen, sozialpsychiatrischer Hilfe zu Hause, den Gerontospychiatrischen Zentren, Angehörigenberatungen, Weiterbildungsmaßnahmen für Pflegepersonen zum Thema Demenz, Fachtagungen, Demenzbeauftragte in den verschiedensten Einrichtungen, Trainingsprogrammen zur Förderung des Gedächtnisses, Besuchsdienste, Gesprächsrunden, Pflegestammtische u.v.m.

Mittels dieser Erhebung sollen alle bereits bestehenden Angebote zum Thema Demenz im Bundesland Steiermark gebündelt sichtbar gemacht werden.

Seitens der Fachabteilung Gesundheit und Pflegemanagement werden derzeit sechs Pilotprojekte „Tagesbetreuung für ältere Menschen“ finanziert.  In allen dieser Einrichtungen werden auch Menschen mit Demenz versorgt. Drei dieser Einrichtungen mit insgesamt 42 Plätzen sind zudem speziell für Menschen mit Demenz konzipiert und somit sind in der Steiermark bereits teilstationäre Einrichtungen für Menschen mit Demenz verfügbar.

Hinsichtlich des geforderten Ausbaus der Kurzzeitpflege, um pflegende Angehörige zu entlasten, darf angemerkt werden, dass beispielsweise im März 2016 von den 13.321 Pflegeheimbetten 11.791 belegt waren und 1.530 Betten unbelegt. Diese Betten können grundsätzlich zur Kurzzeitpflege herangezogen werden. Darüber hinaus haben sich 67 Pflegeheime an der bereits erwähnten „Demenzangebote-Umfrage“ des Landes teilgenommen. 46 Pflegeheime gaben an, dass sie Angebote für Menschen mit Demenz bereithalten.

Abschließend darf darauf hingewiesen werden, dass im Rahmen der Finanzausgleichsverhandlungen auch die Weiterentwicklung des Pflegefonds zur Diskussion steht und es eine der Ideen der Länder ist, dass Demenzangebote (für Angehörige) als Leistungsangebote in den Pflegefonds aufgenommen werden.“

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen.

Der Bericht des Ausschusses für Gesundheit zum Antrag, EZ 787/1, „Pflegende Angehörige von Demenzerkrankten entlasten“, der Abgeordneten der FPÖ wird zur Kenntnis genommen.

 

 

Die Obfrau:
LTAbg. Sandra Krautwaschl