LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 218/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 03.09.2015, 19:01:28


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Aufrechterhaltung der Pädiatrischen Kardiologie am LKH- Universitätsklinikum Graz

Die Einsparungen im steirischen Gesundheitswesen haben zu eklatanten Verschlechterungen in der Gesundheitsversorgung geführt. Gegen den Widerstand der Bevölkerung wurden aus Gründen der Kostenreduktion Krankenhäuser geschlossen bzw. zusammengelegt und vollfunktionierende Abteilungen in ambulante Einrichtungen umgewandelt. Durch die Ausdünnung der regionalen Spitalsinfrastruktur treten nun vermehrt Probleme auf, vor denen die FPÖ bereits seit Jahren eingehend gewarnt hat.

Eine dieser betroffenen Abteilungen ist die pädiatrische Kardiologie des LKH - Universitätsklinikum Graz. Diese soll im Rahmen des neuen Kooperationsvertrages zwischen der MedUni und dem LKH Graz in Zukunft nicht mehr als eigenständige Abteilung bestehen, sondern in die allgemeine Pädiatrie integriert werden.

Rund ein Prozent aller Neugeborenen leidet unter einem angeborenen Herzfehler, was jährlich zu 6.500 stationären und/oder ambulanten Aufenthalten in der Pädiatrischen Kardiologie in Graz führt. Die Leistungen, die von den Kinderkardiologen erbracht werden, setzen eine jahrelange Spezialausbildung voraus und können daher nicht von Kinderärzten anderer Fachrichtungen übernommen werden. Eine solche Fachausbildung ist nur an den Universitätsstandorten Innsbruck, Linz und Wien möglich. Somit ist Graz die wesentliche Anlaufstelle für Patienten aus dem Süden Österreichs (Osttirol, Kärnten, Steiermark, Südburgenland). Betroffene Eltern müssten im Falle einer Integration nach Wien, Linz oder Innsbruck ausweichen, was in Notfällen eine unvorstellbare und unverantwortliche Situation darstellt.

Die Intention der Landesregierung, die Pädiatrische Kardiologie in die allgemeine Pädiatrie zu integrieren, birgt die Gefahr, dass qualifiziertes, medizinisches Fachpersonal in andere pädiatrische Kardiologien in Österreich oder ins Ausland abwandert. Dies hätte wiederum zur Folge, dass es in absehbarer Zeit keine Spezialisten mehr für den Standort in Graz geben wird.

Viele Vereine, wie etwa „Hilfe für das herzkranke Kind“, die die Abteilung für pädiatrische Kardiologie jahrelang finanziell unterstützt haben, fühlen sich durch diesen Schritt der Politik vor den Kopf gestoßen. Die Mitglieder dieses Vereins haben sich für die Errichtung von Mutter-Kind-Zimmern eingesetzt, haben die Anschaffung verschiedener Spezialgeräte finanziell unterstützt, übernehmen Ausbildungskosten für Ärzte und Krankenschwestern und sorgen nicht zuletzt für die psychische Betreuung der Patienten, indem sie die Bezahlung von zwei Psychologen übernehmen.

Im Falle einer Zusammenlegung mit der Allgemeinen Pädiatrie entfallen zukünftig die finanziellen Unterstützungen des Vereins für das Universitätsklinikum, da die Vereinsstatuten nur eine Unterstützung der pädiatrischen Kardiologie vorsehen.

Es ist Aufgabe der Landesregierung, die hohe Qualität der Gesundheitsversorgung in allen steirischen Landeskrankenhäusern sicherzustellen, denn die Aufrechterhaltung der Pädiatrischen Kardiologie am LKH - Universitätsklinikum Graz sichert die hervorragende Versorgung aller herzkranken Kinder in Südösterreich.


Es wird daher der Antrag gestellt, der Landtag wolle beschließen:

Die Steiermärkische Landesregierung wird aufgefordert, die pädiatrische Kardiologie am LKH – Universitätsklinikum Graz aufrecht zu erhalten und mit den für die Fortführung des Betriebes notwendigen personellen und finanziellen Ressourcen auszustatten.


Unterschrift(en):
LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)