LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1547/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 23.03.2017, 13:04:08


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Ursula Lackner

Betreff:
Stopp der Förderungen an den Verein "L(i)ebenslust"!

Immer häufiger ist es der Fall, dass Sexualerziehung weg von Eltern und Schulen hin zu externen Pädagogen und Privatvereinen verlagert wird. Der „Grundsatzerlass Sexualpädagogik“, welcher im Frühjahr 2015 von der Bundesregierung beschlossen wurde, befürwortet diese Vorgehensweise, indem Kooperationen mit Vereinen ausdrücklich empfohlen werden. Die Auswüchse der im sogenannten „Sexualerlass“ propagierten „Sexualität der Vielfalt“ werden langsam sichtbar.

So laufen Eltern derzeit Sturm gegen die kürzlich bekannt gewordenen Methoden des Vereins „L(i)ebenslust“, der Sexualaufklärung an steirischen Schulen betreibt und dafür völlig überhöhte Subventionen erhält. Aus einer Anfragebeantwortung von Landesrätin Ursula Lackner (EZ 1468/2) geht hervor, dass der Verein in den letzten fünf Jahren Zuwendungen in der Höhe von 160.000 Euro für die Förderung der „sexuellen Bildung der Vielfalt“ bezogen hat. Im laufenden Jahr sind finanzielle Mittel von weiteren 40.000 Euro geplant. Die Fördermittel dienen vorwiegend dem Projekt „Sexuelle Bildung der Vielfalt in der Steiermark“ und der Abhaltung von Workshops in Schulen. Im Zeitraum Jänner 2016 bis Jänner 2017 wurden mehrteilige Seminare in 54 Schulklassen und elf Jugendgruppen mit insgesamt 1.094 Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Die Vorträge werden für Schüler ab der ersten Klasse in Neuen Mittelschulen, polytechnischen Schulen und Gymnasien angeboten. Kinder werden also bereits im Alter von zehn Jahren mit dieser umstrittenen „Sexualpädagogik“ konfrontiert. In den letzten Jahren wurden vermehrt Vorträge in der ersten und zweiten Klasse Sekundarstufe abgehalten.

„L(i)ebenslust“ veranstaltet Workshops, Vorträge und Fortbildungsprogramme und erarbeitet sexualpädagogische Konzepte. Besonders „stolz“ ist der Verein auf seine handgefertigten sexualpädagogischen Materialien, die in Form von sogenannten „Sextaschen“ vertrieben werden. Neben der bereits medial bekannten „Sextasche Uschi“ wird nun auch eine „Sextasche Willi“ angeboten – um scheinbar auch in diesem Bereich „Geschlechtergerechtigkeit“ herzustellen. Gefüllt sind diese Taschen unter anderem mit Gipspenissen und Vulven aus Stoff. Zudem zeigen einzelne Modelle einen fließenden Übergang zwischen weiblichen und männlichen Genitalien und zahlreiche intersexuelle Formen. Damit soll eine „barrierefreie, zeitgemäße, unkonventionelle und bunte Arbeit der Sexuellen Bildung“ erleichtert werden. Anhand dieser Materialien wird den Kindern scheinbar „spielerisch“ beigebracht, wie Sexualität „funktioniert“ – „wie der Globus im Geografieunterricht, oder das Skelett in Biologie“. (Quelle: Homepage des Vereins „L(i)ebenslust“, www.liebenslust.at) Die Geschäftsleiterin des Vereins behauptet zwar, die bunt bemalten Genitalien dienen lediglich als „Anschauungsmaterial […] um mediale Schönheitsideale zu dekonstruieren.“ Tatsächlich trägt dies zur Frühsexualisierung und Verwirrung der Kinder bezüglich ihrer geschlechtlichen Identität bei.

Unter dem Motto „weil alle* mehr über Sexualität wissen sollten, genauso wie über Politik und Kochen“ wirbt der Verein auf seiner Homepage für seine Workshops, in denen Kinder über Sexualität aufgeklärt werden „ganz egal, ob sie sich als Mädchen, Burschen oder nichts von beidem fühlen.“ Der Unterricht wird „diversity-gerecht“ gestaltet und es soll ein „Sex-positiver“ Zugang geschaffen werden. „Denken wir Sex wie Pizza statt als Sport, gibt es keinen Leistungsdruck, sondern Genuss durch Konsens… Hab ich Lust darauf? Welcher Belag soll heute drauf? Teilst du mit mir? Bin ich schon satt?“ Auf der Homepage des Vereins sind groteske Vergleiche von Sexualität mit Lebensmitteln – unter anderem auch mit Kaffee – zu lesen. Die Wörter Familie, Treue und Nachwuchs finden sich hingegen nicht auf der Internetseite. Anstatt den Kindern die Schönheit der Sexualität im Zusammenhang mit Liebe, Partnerschaft und Verantwortung zu vermitteln, werden anhand unsittlicher Materialien und fragwürdiger Methoden Sexualpraktiken erklärt, welche Zehnjährigen schlicht unzumutbar sind. (Quelle: Homepage des Vereins „L(i)ebenslust“, www.liebenslust.at)

Welche konkreten Inhalte den Schülern innerhalb der Workshops vermittelt und welche „Utensilien“ dazu verwendet werden, ist mehr als fraglich. Bedenklich stimmt, dass Kinder nach diesem „Sexualunterricht“ häufig verstört nach Hause kommen. Es finden oft klare Grenzüberschreitungen statt, wobei die kindliche Scham eindeutig verletzt wird. Die Schüler werden dazu angehalten, mit niemandem außer mit ihren Eltern über die Inhalte des „Unterrichts“ zu sprechen. Erziehungsberechtigte werden allerdings nur spärlich über die Inhalte informiert. Zudem dürfen Lehrer während der Vorträge oftmals nicht anwesend sein. Diese Art von „Aufklärung“ ist übergriffig und wirkt auf eine Vielzahl von Kindern sehr verstörend. Altersgerechte, respektvolle und sensible Sexualerziehung sieht jedenfalls anders aus. Es ist fahrlässig, wenn sich die politischen Verantwortungsträger ihrer Zuständigkeit entziehen und leugnen, was in den Klassenzimmern tatsächlich passiert.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, die Förderungen an den Verein „L(i)ebenslust“ umgehend einzustellen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)