LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 866/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 21.10.2020, 15:47:58


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS), LTAbg. Robert Reif (NEOS)
Fraktion(en): NEOS
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
CO2-Wächter in allen Bildungseinrichtungen

Durch konsequentes, regelmäßiges Lüften der Klassenzimmer auch während des Unterrichts, sollen die Viruskonzentration in der Raumluft und damit das Infektionsrisiko wesentlich reduziert werden. Frische Luft in geschlossenen Räumen ist also eine der zentralen Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus. Expert_innen empfehlen Stoßlüften im zeitlichen Abstand von 20 Minuten und für etwa 3 bis 5 Minuten. Da eine übliche Schulstunde 50 Minuten dauert, reicht es nicht aus die Fenster lediglich in den Pausen zu öffnen, sondern auch während des Unterrichts muss darauf geachtet werden, dass dieser Empfehlung entsprochen wird. Neben der Wissensvermittlung und Erziehung der Schüler_innen müssen die Pädagog_innen nun auch darauf achten, dass eine vermehrte Luftzirkulation stattfindet. Wird der Unterricht interaktiv und lebendig gestaltet, kann es schon einmal vorkommen, dass auf das infektionsschutzgerechte Lüften vergessen wird. Nun steht ein langes Wintersemester an den steirischen Schulen an und um die Zahl der Corona-Infizierten möglichst gering zu halten und Schulschließungen zu vermeiden, braucht es Mittel, damit auch in den Herbst- und Wintermonaten genügend Luftzug in die Klassenräumen kommt, ohne gleichzeitig die Fenster über die gesamte Schulstunde geöffnet zu haben, und damit für Frieren unter den Kindern zu sorgen. Eine praktische Lösung ist der Einsatz von CO2-Messgeräten in allen Klassenräumen. In Traiskirchen wurde man bereits tätig, dort wurden alle Bildungseinrichtungen vollflächig mit Messgeräten ausgestattet, um die Kinder besser vor einer Corona-Ansteckung zu schützen (https://www.meinbezirk.at/baden/c-lokales/lueftungswaechter-fuer-traiskirchens-schulen-und-kindergaerten_a4250223).

Die Geräte messen die Luftgüte in geschlossenen Räumen, konkret wird die Menge an CO2 im Raum ermittelt, angegeben wird dies in ppm („Parts per Million, also Anzahl der Teile pro Million). Ein Kohlendioxid-Wert von 1.000 ppm sollte nicht überschritten werden, und wenn doch, sollte jedenfalls das Fenster geöffnet werden. Sind viele Menschen in einem Raum, erhöht sich dieser Wert, da Kohlendioxid beim Ausatmen abgegeben wird. Immer, wenn die CO2-Konzentration ansteigt, bedeutet dies, dass sich das Gas, ebenso wie die Aerosole, aufbauen und auf Grund mangelnder Luftzirkulation nicht aus dem Raum entweichen können. Intelligente CO2-Wächter zeigen durch akustische bzw. visuelle Signale an, wann der Kohlendioxid-Gehalt in der Luft zu hoch ist und die Fenster daher geöffnet werden müssen. Dies führt nicht nur zu einer Optimierung des CO2-Haushaltes, sondern auch zu Ersparnissen im Heizungshaushalt. So kann sichergestellt werden, dass die infektiösen Aerosole durch einen regelmäßigen Luftaustausch aus den Klassenräumen austreten können (https://science.thewire.in/the-sciences/explained-why-aerosol-transmission-of-covid-19-needs-our-attention/).


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, alle steirischen Kinderbildungs- und Betreuungseinrichtungen mit technischen Hilfsmitteln zur Lufthygiene, wie CO2-Messgeräten auszustatten, um sicherstellen zu können, dass in allen Klassenräumen ein regelmäßiger Luftaustausch durch Stoßlüften stattfindet, wenn die CO2 Konzentration zu hoch ist, und somit die Verbreitung des Coronavirus eingedämmt wird.


Unterschrift(en):
LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS), LTAbg. Robert Reif (NEOS)