LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1557/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 14.07.2021, 11:33:51


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Faires Gehalt für Menschen in Pflegeausbildung einführen

Die Nachfrage nach gut ausgebildeten Pflegekräften steigt seit Jahren unaufhaltsam an. Eine Studie der Gesundheit Österreich GmbH im Auftrag des Sozialministeriums vom November 2019 geht von einem zusätzlichen Bedarf von 75.700 Pflegekräften für Österreich bis zum Jahr 2030 aus. Diese Zahl ergibt sich zum einen durch die Zunahme der älteren Bevölkerung, also den demografischen Wandel, sowie durch den Ausbau von Pflege und Betreuung zu Hause (rund 13.000 Personen mehr im Krankenhaus und 21.000 Personen mehr im Langzeitbereich). Zum anderen müssen die Pensionierungen von 41.500 Personen abgedeckt werden. (Quelle: https://orf.at/stories/3151064/)

Diesem Mehrbedarf wird man zweifelsohne nur durch strukturelle Verbesserungen im Bereich der Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte sowie durch eine Attraktivierung der Ausbildungsmöglichkeiten entsprechen können. Der Fokus sollte dabei zum einen auf den Ausbau von berufsbegleitenden Ausbildungsmodellen sowie auf die Einführung einer fairen Entlohnung bereits während der Ausbildung gelegt werden. Schließlich haben oft gerade jene Menschen, die aus anderen Berufen in den Pflegesektor wechseln wollen, finanzielle und familiäre Verpflichtungen, denen es nachzukommen gilt.

Die FPÖ fordert daher ein Modell analog zur Polizei, wo Beamte in Ausbildung im ersten Jahr knapp 1.800 Euro und im zweiten Ausbildungsjahr rund 2.200 Euro monatlich erhalten. Ähnliche Beträge könnte man im Bereich der Ausbildung zur Pflegeassistenz bzw. zur Pflegefachassistenz ansetzen, wobei Unterschiede zwischen der theoretischen und praktischen Ausbildungsphase getroffen werden könnten. Darüber hinaus sollte bei einem solchen Modell sichergestellt werden, dass die Schüler sich dazu verpflichten, nach erfolgreichem Abschluss mehrere Jahre im heimischen Pflegesystem tätig zu sein und sie widrigenfalls das erhaltene Ausbildungsgeld aliquot zurückzahlen müssten.

Generell kann durch die Einführung eines solchen Ausbildungsmodells ein weiterer Beitrag dazu geleistet werden, den aktuellen und kommenden Herausforderungen am Pflegekräftearbeitsmarkt zu begegnen. Schließlich würde ein Gehalt schon während der Pflegeausbildungsphase nicht nur für bereits im Berufsleben stehende Menschen einen Wechsel in den Pflegesektor erleichtern, sondern würde dadurch zweifelsohne auch für junge Menschen ein zusätzlicher Anreiz geschaffen werden, den Pflegeberuf zu ergreifen. Das derzeitige System, wonach in Pflegeausbildung befindliche Personen mit einem Taschengeld in der Höhe weniger Hundert Euro abgespeist werden, ist jedenfalls nicht mehr zeitgemäß.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, sich bei der Bundesregierung für eine faire Entlohnung von angehenden Pflegekräften bereits in der Ausbildungsphase einzusetzen, wobei man sich dabei am bestehenden System für sich in Ausbildung befindliche Polizisten orientieren sollte, sowie dem Landtag Steiermark über die Bemühungen auf Bundesebene Bericht zu erstatten.


Unterschrift(en):
LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)