LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 882/1

Regierungsvorlage

eingebracht am 12.05.2016, 13:10:01


Geschäftszahl(en): ABT08-23895/2014-70
Zuständiger Ausschuss: Kontrolle
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Maßnahmenbericht an den Kontrollausschuss des Landtages Steiermark gemäß Art. 52 Abs 4 L-VG zum Prüfbericht des Landesrechnungshofes NanoTecCenter Weiz Forschungsgesellschaft mbH (Einl.Zahl 116/2, Beschluss Nr. 51)

Mit Landtagsbeschluss Nr. 51 vom 20.10.2015 wurde der Bericht des Landesrechnungshofes betreffend NanoTecCenter Weiz Forschungsgesellschaft mbH zur Kenntnis genommen. Gemäß Art. 52 Abs. 4 Landes-Verfassungsgesetz 2010 hat die Landesregierung spätestens 6 Monate nach Behandlung des Berichtes, für den Fall, dass der Bericht des Landesrechnungshofes Beanstandungen oder Verbesserungsvorschläge enthält, dem Kontrollausschuss im Landtag zu berichten.

Es wird daher folgender Maßnahmenbericht erstattet:

Mit Gesellschafterbeschluss der NanoTecCenter Weiz Forschungsgesellschaft mbH (NanoTecCenter Weiz) wird die Gesellschaft bis 01. Juli 2016 in die JOANNEUM RESEARCH Forschungsgesellschaft mbH (JOANNEUM RESEARCH) eingegliedert werden. Der Kauf der Anteile der Technischen Universität Graz ist am 18. Dezember 2015 erfolgt. Durch den Kauf der Anteile der NanoTecCenter Weiz wurde diese zur Tochtergesellschaft in vollständigem Eigentum der JOANNEUM RESEARCH. Bis zum Ende des Wirtschaftsjahrs 2015/2016 wird die NanoTecCenter Weiz als getrenntes Unternehmen geführt, und danach vollständig in das JOANNEUM RESEARCH Institut MATERIALS integriert.

Die seinerzeit im Bericht des Rechnungshofes gemachten wenigen Anregungen sind damit hinfällig geworden.

Die Verschmelzung der beiden Einheiten NanoTecCenter Weiz und JOANNEUM RESEARCH Institut MATERIALS wird mit 01. Juli 2016 in Kraft treten. In der Verschmelzung wird die zukunftsträchtigste Option zur Stärkung der vorhandenen Synergien und zur Schaffung einer international sichtbaren kritischen Masse im Bereich Mikro- und Nanotechnologien gesehen. Damit wird nicht nur eine thematisch ineinandergreifende inhaltliche Zusammenführung ermöglicht, sondern es kann auch die vorhandene Forschungsinfrastruktur beider Einheiten optimal genutzt werden.

Etablierte Forschungsthemen der NanoTecCenter Weiz sind „Processing and Printing“, „Advanced Energy Devices“, „Advanced Optoelectronic Devices“ sowie „Smart System Integration“; am JOANNEUM RESEARCH Institut MATERIALS wird insbesondere an den Themen „Additive Manufacturing“, „Photonics Devices“ (speziell Photovoltaics), „Organic Electronics“ und „Hybrid Integration“ geforscht. Diese Themen lassen sich bestens inhaltlich zusammenführen und somit können unter Nutzung von Synergieeffekten zukünftig noch komplexere und weiter gefasste Themenstellungen bearbeitet werden.

Mit der Eingliederung der NanoTecCenter Weiz in das JOANNEUM RESEARCH Institut MATERIALS werden auch die bestehenden Forschungsgruppen neu organisiert. Dabei soll einerseits auf die thematisch-wissenschaftliche Einbindung der Forschungsbereiche der NanoTecCenter Weiz und andererseits auf eine optimale Größe der zukünftigen Forschungsgruppen Bedacht genommen werden.

Im Zuge eines intern durchgeführten Strategieprozesses, unter Einbindung eines externen Beraters, wurde eine neue Struktur mit insgesamt vier Forschungsgruppen entwickelt, die mit Beginn des neuen Wirtschaftsjahres am 01. Juli 2016 umgesetzt sein soll. Dieser Strategieprozess war bereits Teil des unternehmensweit laufenden Strategieprozesses zur Erarbeitung der zukünftigen Strategie bis 2021.

Mit der Zusammenlegung entsteht in der Steiermark das mit insgesamt rund 85 Mitarbeiter/innen größte Nanotechnologiezentrum Österreichs (Zentrum in Weiz, Teilbereiche in Niklasdorf und Leoben). Derzeit werden beispielsweise insgesamt 9 EU-Projekte allein am Standort Weiz durchgeführt, dies spiegelt auch die internationale Bedeutung und Kompetenz wider.

Die Struktur der neuen Forschungsgruppen des JOANNEUM RESEARCH Instituts MATERIALS stellt sich wie folgt dar: Hybrid Electronics und Patterning, Light and Optical Technologies, Sensors and Functional Printing, Laser and Plasma Processing.

Die Leitung der Forschungsgruppen erfolgt durch einen/e Forschungsgruppenleiter/in sowie einen/e Stellvertreter/in mit jeweils klar definiertem Aufgabenbereich. Die Forschungsgruppen verfügen des Weiteren über insgesamt elf unterschiedliche Forschungsthemen, mit zum Teil forschungsgruppenübergreifenden thematischen Schwerpunkten. Zukünftig soll die Interdisziplinarität über alle Forschungsgruppen hinweg zur Stärkung des Instituts noch weiter forciert werden. Auch soll die Kooperation mit anderen Instituten der JOANNEUM RESEARCH in den kommenden Jahren weiter ausgebaut werden. In der neuen Struktur wird auch die Position eines Head of Business Development des Instituts MATERIALS geschaffen, um speziell bei der Projektakquisition und Marktaufbereitung unterstützend tätig zu sein.

Das Institut MATERIALS soll zukünftig national wie international mit entsprechenden neuartigen Materialien, innovativen Prozessen und Demonstratoren als wichtiger Forschungspartner in den Themenfeldern Mikro- und Nanostrukturierung für optische und elektronische Bauelemente, Druck funktioneller Schichten und Strukturen mit Tintenentwicklung, Lichttechnologien, hier speziell Beleuchtungstechnologien und Photovoltaik sowohl im organischen als auch im anorganischen Bereich, Bio- und Chemosensorik, Laserproduktionstechnik sowie Plasma-Oberflächentechnologien zur Verfügung stehen.

Angelehnt an die Pilotlinie für die Rolle-zu-Rolle-Nanoimprintlithographie möchte das JOANNEUM RESEARCH Institut MATERIALS durch die Definition von weiteren Pilotlinien die große Wertschöpfungstiefe der Forschung und Entwicklung für die Kunden besser sichtbar machen und Lösungen anbieten.

 

Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung vom 12. Mai 2016.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Maßnahmenbericht der Steiermärkischen Landesregierung zum Bericht des Landesrechnungshofes betreffend NanoTecCenter Weiz Forschungsgesellschaft mbH (Einl.Zahl 116/2, Beschluss Nr. 51) wird zur Kenntnis genommen.