LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 846/2

Schriftliche Anfragebeantwortung (§ 66 GeoLT)

eingebracht am 15.12.2020, 15:09:51


Zu:
846/1 Wie hoch sind die Kosten und der Arbeitsaufwand für das neue KAGes-Logo?
(Schriftliche Anfrage an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder (§ 66 GeoLT))

Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ), LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ)
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß
Beilagen: 18_846_2_Beantwortung.pdf

Betreff:
Wie hoch sind die Kosten und der Arbeitsaufwand für das neue KAGes-Logo?

Die Anfrage vom 15.10.2020, Einl.Zahl 846/1 der Abgeordneten LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler und LTAbg. Dr. Werner Murgg betreffend "Wie hoch sind die Kosten und der Arbeitsaufwand für das neue KAGes-Logo?" beantworte ich wie folgt:

 

Fragen 1 bis 6:

Wie hoch sind die Kosten für die Erstellung des neuen Logos?

Wie viele Arbeitsstunden wurden für die Erstellung der umfangreichen Vorgaben für die

Implementierung des Logos (laut Kleine Zeitung zwei Bände mit rund 400 Seiten) KAGes-intern

aufgewendet?

Wie hoch waren die externen Kosten für die Erstellung der umfangreichen Vorgaben?

Wie hoch sind die Kosten der KAGes für die Implementierung des neuen Logos insgesamt?

Wie setzen sich diese Kosten im Detail zusammen?

Wie viele Arbeitsstunden sind für die Implementierung des neuen Logos in allen Bereichen der

KAGes vorgesehen?

 

Die Fragen 1 bis 6 unterliegen nicht dem Interpellationsrecht. Das Fragerecht des Landtages an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder basiert landesverfassungsgesetzlich auf Art. 21 L-VG („Weitere Befugnisse des Landtages“) sowie einfachgesetzlich auf § 65 („Interpellationsrecht“) und § 66 GeoLT („Schriftliche Anfragen an die Landesregierung und ihre Mitglieder“). Demnach ist der Landtag befugt, die Mitglieder der Landesregierung über alle Gegenstände zu befragen und alle einschlägigen Auskünfte zu verlangen. Die Bestimmung des § 65 GeoLT stellt klar, dass diesem Fragerecht insbesondere Regierungsakte sowie Angelegenheiten der selbstständigen behördlichen Verwaltung der Länder oder der Verwaltung des Landes als Träger von Privatrechten unterliegen.

Als Angelegenheiten der Geschäftsführung der Landesregierung hinsichtlich ausgegliederter und damit selbstständiger Rechtsträgerinnen sowie Rechtsträger ist nur das Führen der Beteiligungsverwaltung bzw. die Ausübung von Eigentümerrechten, z.B. die Ausübung von Gesellschafterrechten, umfasst. Die Geschäftsführung der ausgegliederten Rechtsträgerinnen und Rechtsträger zählt nicht zur Landesvollziehung (Grabenwarter [Hrsg.], Steiermärkische Landesverfassung, 2013, Art. 21 Rz. 9).

 

Generell darf aber festgehalten werden: Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft m.b.H. (KAGes) wurde vor 35 Jahren gegründet. Die damals als Markenzeichen gewählte Kombination des „Steirischen Panthers“ mit der Abkürzung „KAGes“ ist somit seit dreieinhalb Jahrzehnten unverändert.

Der Begriff „KAGes“ hat sich in den Köpfen der Patientinnen und Patienten, Besucherinnen und Besucher und selbst in den Reihen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kaum etabliert. Der Steirische Panther ist zwar weit verbreitet und findet sich vom Meisterbrief bis hin zu den mit Landeswappen ausgezeichneten Betrieben auf vielen Darstellungen. Eine selbsterklärende Verbindung zu den steirischen Landesspitälern und ihrer Kernaufgabe „Menschen helfen Menschen“ ist daraus aber kaum abzuleiten.

Das neue Markenbild wurde aus einer Entwicklung geboren und ist kein aufgesetztes, frei erfundenes Konstrukt. Der HELP-brand ist über Jahre gewachsen und symbolisiert ein Hilfsangebot (HELP!) an die steirische Bevölkerung.

Dieses Verständnis soll auch die neue Markengestaltung versinnbildlichen. Mit einer gelungenen Marke sind beispielsweise wichtige (öffentliche) Orte leicht aufzufinden (Bankomat, Apotheke, Polizei, BILLA, Raiffeisen, Kasernen) oder Bedürfnisse rasch zu decken (Amazon, Google, Apple…).

Marken reduzieren die Komplexität, sie schaffen Bedeutung und stiften Identität. Marken helfen bei der Orientierung sowie Identifikation und erzeugen Vertrauen.

Die Marke der KAGes soll die maximal kondensierte Aussage von „Menschen helfen Menschen“ sein. Sie muss leicht zu merken, wiedererkennbar, selbsterklärend, national und international lesbar sein, Orientierung für Patientinnen sowie Patienten und Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter bieten und eine Identifizierung mit dem Unternehmen im Sinne „Wofür stehen wir“ ermöglichen.

In Zukunft soll sich die KAGes als eine Einheit mit wiedererkennbarem Aussehen präsentieren. Unter einem gemeinsamen Dach mit einer Marke soll dennoch Raum für Individualität und Regionalität bleiben, denn jeder einzelne Krankenhaus-Standort und jedes Landespflegezentrum bekommt individuell seinen Platz im gemeinsamem „Marken-Bild“.

Eine aktuelle Umfrage in den öffentlich finanzierten Gesundheitseinrichtungen der Bundesländer ergab, dass nahezu alle Gesellschaften in den letzten Jahren eine, manche sogar mehrere Markenbildungen umgesetzt haben.

Gerade für den größten steirischen Gesundheitsdienstleister im Landeseigentum ist mehr Empathie in der Wortwahl, eine Modernisierung im Aussehen und eine bessere Erkennbarkeit sowie Identität positiv. Ein zeitgemäßes Markenbild für die KAGes liegt somit auch im Interesse des Landes.

 

Landesrätin Dr.in Juliane Bogner-Strauß