LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1603/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 25.04.2017, 11:10:03


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Landwirtschaft
Regierungsmitglied(er): Landesrat Johann Seitinger

Betreff:
Gewerblichen Anbau unveredelter Weinsorten ermöglichen

Unveredelte Direktträger-Weinsorten, die auf ihren eigenen Wurzeln wachsen, wurden als Uhudler bezeichnet. Aufgrund von Initiativen burgenländischer WeinbäuerInnen wurde der „Uhudler“ zu einem geschützten Markenzeichen im Burgenland. Diese Weinsorten sind aber auch vor allem im Südosten der Steiermark beheimatet, hier sind sie auch unter dem Sammelbegriff „Isabella“ bekannt.

Die schwierige Rechtslage betreffend Weinanbau und –verkauf ermöglicht es zur Zeit, dass eine Weinbäurin im Burgenland Direktträger anbauen und verkaufen darf, der steirischen Kollegin, die vielleicht nur ein paar Kilometer entfernt in der Steiermark wohnt, ist es verboten. Daher ist es auch für die Steiermark notwendig, die steirischen Direktträgersorten zu klassifizieren und sie dann entsprechend dem Ergebnis in die Sortenliste aufzunehmen. Für vorwiegend kleine Weinbaubetriebe stellen die noch vorhandenen Bestände eine wirtschaftliche Nische dar, sie dürfen daher nicht in die Illegalität gedrängt werden. Eine erwerbsmäßige Nutzung ist für ein wirtschaftliches Bestehen notwendig. Die Nachfrage nach dem „Fox-Ton“ bzw. „Fuchsigkeit“ bei Fruchtzubereitungen, Tafeltrauben und Obstweinen ist seitens der Gastronomie und den KonsumentInnen ständig im Steigen. Die in der Region produzierten Tafeltrauben sowie Fruchtzubereitungen brauchen nicht importiert zu werden, sichern heimische Arbeitsplätze und fördern die heimische Wirtschaft.

Direktträgerweinsorten sind pilz- und reblausresisdent, sie sind somit rückstandsfrei und schonen das Grundwasser in Weinbaugebieten. Sie werden seit 1870 in der Steiermark bzw. Europa kultiviert. War bisher der Vertrieb von nicht klassifizierten Rebsorten durch eine EU-Verordnung verboten, wurde mit der Novelle des Bundesweingesetzes vom 13. Juni 2016 der rechtliche Rahmen für die Herstellung von Obstwein aus nicht Vitis vinifera-Abkömmlingen bzw. Kreuzungen geschaffen. Das Land Burgenland hat in Folge von Verfahren eine Analyse und Klassifizierung der Uhudler-Sorten durchgeführt, wobei es sich herausgestellt hat, dass es sich bei zumindest neun solcher Direktträgersorten um Kreuzungen mit Vitis vinifera handelte, und hat diese in die Weinbauverordnung zum erwerbsmäßigen Anbau in die Sortenliste der Weinbauverordnung aufgenommen und somit legalisiert. Begründet wurde diese Aufnahme auch mit Tourismusförderung, sich ändernde Klimaeinflüsse und Anforderungen des Marktes.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Direktträger-Weinsorten, die unter dem Sammelbegriff „Isabella“ bekannt sind, klassifiziert und in die Verordnung betreffend die Klassifizierung der Rebsorten aufgenommen werden, wobei zumindest eine Sorte für die Tafeltraubenproduktion geeignet sein soll.


Unterschrift(en):
LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne)