LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1027/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 19.07.2016, 07:30:41


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Infrastruktur
Regierungsmitglied(er): Landesrat Anton Lang

Betreff:
Tonnagenbeschränkung auf der B114 – Triebener Tauern

Der Triebener Tauern ist ein Gebirgspass über die Niederen Tauern und verbindet durch die Landesstraße B114 (Triebener Straße) auf einer Länge von insgesamt 44,5 Kilometern das Mur- mit dem Paltental.

Während das rund 30 Kilometer lange Straßenstück einen sanften Verlauf auf der murtaler Seite nimmt, überwindet man auf der Nordseite des Triebener Tauerns (Bezirk Liezen) auf einer Länge von lediglich 8.000 Metern beachtliche 569 Höhenmeter. Das obere Steilstück auf der liezener Seite wurde bereits in den 1970er Jahren ausgebaut. Das untere Stück zwischen Trieben und Sunk war bis ins Jahr 2008 von einer starken Steigung und einem kurvigen Verlauf geprägt. Trotz etlicher Beschränkungen für Schwerfahrzeuge kam es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Den traurigen „Höhepunkt“ erlebte die B114 am 8. August 1991, als ein ungarischer Reisebus von der Fahrbahn abkam, in die Tiefe stürzte und dabei 13 Personen tragisch ums Leben kamen.

Im Juni 2006 erfolgte der Spatenstich zu einem kompletten Neubau des „alten“ unteren Teilabschnitts im Bereich zwischen Trieben und Sunk. Da es hier immer wieder zu Erdmassenbewegungen kam, die einen hohen Sanierungsaufwand erforderten, entschloss man sich, die neue Straße auf der geologisch günstigeren Westseite des Wolfsgrabens zu errichten. Zur Entschärfung der Steigungsverhältnisse wurden zwei Kehren gebaut. Das steile Gelände erforderte umfangreiche Hangbefestigungsmaßnahmen und den Bau mehrerer Stützmauern. Am 23. Oktober 2008 erfolgte die Verkehrsfreigabe der im Vergleich zur alten Trasse doch um einiges entschärften neuen Strecke. Die alte B114 wurde zu einer Forststraße umfunktioniert und dient als solche nicht mehr dem öffentlichen Verkehr.

Mit Verordnung vom 3. Oktober 2013 wurde in Bezug auf die die B114 „ein Fahrverbot für Sattelkraftfahrzeuge mit über 7,5 t Gesamtgewicht in der Zeit vom 01. November bis 15. April eines jeden Jahres im Bereich der Straßenkilomter km 0,000 bis 9,400“ erlassen.

In einem Bericht der „Kleinen Zeitung“ vom 4. Juli 2016 wurde unter dem Titel „Triebener Tauern - Erdrutschgefahr: Tauernstraße bleibt vorerst gesperrt“ über eine massive Hangbewegung auf der B114 im Bereich zwischen Trieben und Sunk berichtet: „Die Verbindung zwischen Trieben und dem Murtal ist derzeit nur eingeschränkt passierbar. Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen können tagsüber auf die alte Straße ausweichen, sonst bleibt nur die Route über die A 9. Auf der Strecke Trieben-Sunk ist ein Hang in Bewegung geraten, aus Sicherheitsgründen wurde die B 114 daher gesperrt. Noch ist kein Erdreich abgegangen, aber Geologen beobachten die Situation und Sachverständige sind mit der Erstellung eines Sanierungskonzeptes beauftragt. Wie lange die Sperre aufrecht bleibt, ist derzeit noch nicht bekannt. Pkw und Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen können von 5.30 bis 22.45 Uhr über die alte Tauernstraße fahren, ein Ausweichen ist über St. Michael (A 9) möglich.“ 

(Quelle: http://www.kleinezeitung.at/s/steiermark/ennstal/peak_ennstal/5042973/Triebener-Tauern_Erdrutschgefahr_Tauernstrasse-bleibt-vorerst)

Die im Artikel beschriebene Hangbewegung legt nahe, dass diese nicht nur der ungünstigen Wetterlage, sondern auch dem enorm hohen Verkehrsanteil an Fahrzeugen mit einem Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen geschuldet ist. Tagtäglich passiert eine Vielzahl an Lastkraftfahrzeugen den Triebener Tauern, um sich teilweise die Gebühren für die Benutzung der Autobahn A9 zu ersparen. Diese enorme Belastung der B114 über Jahre hinweg trägt nun offensichtlich Mitschuld an der aktuellen Instabilität des Straßenuntergrundes. Es ist höchst an der Zeit, einen neuen Anlauf zur Erlassung einer Tonnagenbeschränkung auf 3,5 Tonnen höchstzulässiges Gesamtgewicht (ausgenommen Ziel und Quellverkehr) zu unternehmen und diese zeitnah umzusetzen.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, eine Verordnung mit dem Inhalt einer ganzjährigen 3,5 Tonnen Tonnagenbeschränkung ausgenommen Ziel- und Quellverkehr auf der B114 im Bereich des Triebener Tauern zu erlassen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)