LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1428/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 27.01.2017, 09:34:00


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Palmöl - wissenschaftliche Untersuchungen sind unerlässlich

Palmöl beziehungsweise Palmfett ist ein Pflanzenöl, das aus dem Fruchtfleisch der Ölpalme gewonnen wird. Aufgrund seines hohen Gehalts an Carotin hat es eine orangerote Färbung, die jedoch beim Raffinieren entfernt wird. Durch diese Weiterverarbeitung verändert sich auch der Geschmack: Während rohes Palmöl aromatisch und leicht süßlich schmeckt, ist raffiniertes Palmöl fast geschmacklos. Dieses Öl ist aufgrund des billigen Anbaus und hohen Ertrags in der Industrie sehr begehrt. Außerdem ist es hitzestabil, lange haltbar und bei Zimmertemperatur cremig-streichfest.

Palmöl ist inzwischen zu einem wahren Alltagsprodukt geworden und findet sich unter anderem in Waschmitteln, Kosmetikprodukten, Schokolade und Fertiggerichten wieder. Nach neuesten Erkenntnissen gilt es jedoch als ungesund, da bei seiner Verarbeitung krebserregende Stoffe entstehen können. Abgesehen davon steht das Öl massiv in der Kritik, da seinem Anbau riesige Flächen an Regenwäldern zum Opfer fallen und dies gravierende Folgen für Menschen, Tiere und Umwelt in den betroffenen Gebieten hat.

Sogar die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) warnt vor gesundheitsschädlichen Stoffen, die raffiniertes Palmöl enthalten kann. Bedenklich ist vor allem der hohe Anteil an gesättigten Fettsäuren. Diese können sich bei übermäßigem Verzehr negativ auf die Blutfettwerte auswirken und in weiterer Folge zu Diabetes führen. Auch eine Schädigung der Gefäßwände kann durch einen übermäßigen Verzehr entstehen, mögliche Folgen hiervon sind Gefäßverkalkungen, die schwerwiegende Erkrankungen wie einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt begünstigen. Aber auch die Weltgesundheitsorganisation hat Palmöl aufgrund seiner Inhaltsstoffe bereits als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen“ eingestuft.

Der massiv ansteigende Einsatz von Palmöl setzt natürlich auch den Milchbauern zu. Aufgrund der billigen Alternative kommt es mehr und mehr zur Verdrängung der heimischen Milch. Aufgrund der tristen Situation am österreichischen Milchmarkt ist diesem Trend entschieden entgegenzutreten.

Der kostengünstige Einsatz von Palmöl darf nicht über die Gesundheit der heimischen Bevölkerung gestellt werden. Daher muss die für Gesundheit zuständige Bundesministerin Sabine Oberhauser alles unternehmen, um für dieses umstrittene Produkt Untersuchungen sicherzustellen und aufgrund dieser Ergebnisse eventuell eine strengere Kennzeichnungspflichten oder als ultima ratio ein Verbot in Österreich umzusetzen.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, an die für Gesundheit zuständige Bundesministerin Sabine Oberhauser heranzutreten und

  1. sich für eine Untersuchung von Palmöl hinsichtlich gesundheitsgefährdender Folgen einzusetzen und

  2. von dieser zu verlangen, entsprechend der Untersuchungsergebnisse Maßnahmen wie strengere Kennzeichnungspflichten für Produkte, die Palmöl enthalten, oder ein Verbot des Inverkehrbringens beziehungsweise der Verarbeitung dieses Öls einzuleiten.


Unterschrift(en):
LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA (FPÖ)