LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 21

EZ/OZ 2047/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit

Betreff:
Endometriose ernst nehmen und den Kampf ansagen

 

Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß
zu:
EZ 2047/1, Endometriose ernst nehmen und den Kampf ansagen (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Bildung, Gesellschaft und Gesundheit" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 21.06.2022 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Mit Beschluss des Ausschusses für Bildung, Gesellschaft und Gesundheit vom 08.03.2022 wurde die Steiermärkische Landesregierung ersucht, eine Stellungnahme zum Antrag EZ 2047/1, betreffend "Endometriose ernst nehmen und den Kampf ansagen" abzugeben.

Aufgrund dieses Beschlusses erstattet die Steiermärkische Landesregierung eine Stellungnahme.

Die vom Gesundheitsfonds in Bezug auf den Selbstständigen Antrag (§ 21 GeoLT) mit dem Betreff „Endometriose ernst nehmen und den Kampf ansagen“ (EZ/OZ: 2047/1) übermittelte Stellungnahme stellt sich wie folgt dar:

Endometriose betrifft ca. 10 % der Frauen im reproduktionsfähigen Alter. Somit ist Endometriose neben Myomen die häufigste gutartige Frauenerkrankung.

Endometriose ist nicht heilbar, es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, aktive Herde zu beseitigen oder zu unterdrücken (Operation, Hormontherapie). Die Symptome (va Unterbauchschmerzen, insbes. Dysmenorrhoe) hängen nicht unbedingt mit dem Schweregrad der Erkrankung zusammen, sondern eher mit der Lokalisation der Herde. Diese können im kleinen Becken verortet sein (Endometriosis genitalis externa), in der Gebärmuttermuskulatur (Endometriosis genitalis interna) oder außerhalb des kleinen Beckens (Endometriosis extragenitalis; sehr selten in anderen Organen zB Lunge).

In der aktuellen AWMF Leitlinie der deutschen, österreichischen und schweizerischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe ist die Diagnostik und Therapie der Endometriose umfassend beschrieben. Die Behandlung sollte bevorzugt in Endometriosezentren stattfinden, in der Steiermark ist dieses an der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Zertifizierung 2017) beheimatet, dort werden pro Jahr ca. 250 Patientinnen behandelt.

Durch verschiedene Vereine und Initiativen ( zB EVA Endometriose Vereinigung Austria, #aufstehn) sind zuletzt zunehmend Aktivitäten zum Thema zu verzeichnen. Wie im Antrag der NEOS fordert auch die Initiative #aufstehn einen nationalen Aktionsplan Endometriose.

Im Antrag gefordert wird auch eine Erforschung der Ursachen, Diagnoseverfahren und Therapiemöglichkeiten. Forschung zum Thema findet am Endometriosezentrum der Grazer Universitätsklinik statt (aktuelle Studien: HMO Studie: Effect of physical activity in pregnancy on maternal and fetal Human Milk Oligosaccharides: a pilot study; mRNAs – Untersuchung von sekretierten Faktoren in Follikelfüssigkeit, Kulturmedium, Serum und Endometrium bei IVF Patientinnen/Kinderwunschpatientinnen – Pilotstudie; SNAPS-Studie; GB002-2101: Gossamer phase 2 PAH study: male fertility assessment; Endometriose und Schmerzsyndrome-Auswirkung auf die Lebensqualität; AMH Studie). Zu Diagnoseverfahren und Therapie kann wie bereits erwähnt auf die Leitlinie verwiesen werden. Aus Sicht der Gesundheitsversorgung ist also eine spezialisierte Einrichtung in der Steiermark vorhanden, Forschung findet statt.

In einem ausführlichen Gespräch mit Fr. PD Dr. Wölfler, welche das Endometriosezentrum am Univ.- Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe leitet, wurde die aktuelle Situation erörtert. Das Zentrum ist gut ausgelastet, die Wartezeiten sind im Rahmen (ca. 4 - 6 Wochen von Kontaktaufnahme bis Ersttermin). Fr. Dr. Wölfler erachtet eine Informationskampagne als hilfreich.

Die Aufklärung von jungen Mädchen über das Krankheitsbild sowie auch das Streuen der Information, dass Endometriose die Fertilität einschränkt und bei unerfülltem Kinderwunsch frühzeitig der Kontakt mit einem Zentrum aufgenommen werden soll kann unterstützt werden. Vorstellbar wäre eine Kampagne zB im Rahmen des "Endomarch" (Endometriose-Monat März). Falls das Thema in der Vergangenheit nicht ausreichend präsent bei niedergelassenen Frauenärzt*innen war so zeichnet sich innerhalb der Fachgesellschaft auch eine Verbesserung ab. Fr. PD Dr. Wölfler zeigt sich hinsichtlich der weiteren Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsfonds sehr kooperativ.

 

 

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Bildung, Gesellschaft und Gesundheit zum Antrag EZ 2047/1, betreffend "Endometriose ernst nehmen und den Kampf ansagen", der Abgeordneten der NEOS wird zur Kenntnis genommen.

 

 

 

Die Obfrau:
LTAbg. Barbara Riener