LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 5

EZ/OZ 1642/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Landwirtschaft

Betreff:
Unterrichtsfächer Biologischer Landbau und Klimawandelanpassung in den steirischen Land- und Forstwirtschaftlichen Fachschulen

 

zu:
EZ 1642/1, Unterrichtsfächer Biologischer Landbau und Klimawandelanpassung in den steirischen Land- und Forstwirtschaftlichen Fachschulen (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Landwirtschaft" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 09.11.2021 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Mit Beschluss des Ausschusses für Landwirtschaft vom 21.09.2021 wurde die Steiermärkische Landesregierung ersucht, eine Stellungnahme zum Antrag, Einl.Zahl 1642/1, betreffend "Unterrichtsfächer Biologischer Landbau und Klimawandelanpassung in den steirischen Land- und Forstwirtschaftlichen Fachschulen" abzugeben.

Aufgrund dieses Beschlusses erstattet die Steiermärkische Landesregierung folgende Stellungnahme:

"Im Zuge der Erstellung des kompetenzorientierten Lehrplanes wurde österreichweit eine Stundentafel als Grundlage für die Land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen erarbeitet, die aufgrund ihrer sachlichen Formulierung von allen Bundesländern akzeptiert und in allen Bundesländern umgesetzt wird.

Im kompetenzorientierten Lehrplan werden zu erreichende Kompetenzen sehr breit formuliert, damit LehrerInnen aufgrund der spezifischen Erfordernisse in den jeweiligen Regionen Schwerpunkte setzten können. Die Aspekte der biologischen Landwirtschaft wurden zum Unterrichtsprinzip für alle Gegenstände erhoben.

Nachstehende Auszüge aus dem kompetenzorientierten Lehrplan zeigen, dass Inhalte der biologischen Bewirtschaftung in den einzelnen Gegenständen gelehrt werden und die Thematik Klima im Unterricht behandelt wird.

Auszüge aus dem kompetenzorientierten Lehrplan:

Der Schüler/die Schülerin kann

  • die klimatischen Voraussetzungen am eigenen Standort darstellen.

  • die Daten aus der Wetterstation bewerten und interpretieren.

  • einfache Bodenproben untersuchen und auswerten.

  • die Bodenfruchtbarkeit und den Bodenaufbau bewerten.

  • die Auswirkungen von ökologischen und ökonomischen Handlungen auf die Kreislaufwirtschaft anhand konkreter Fallbeispiele beurteilen.

  • bei der Erzeugung agrarischer Produkte regionale, ökologische und klimatische Bedingungen berücksichtigen und spezifischen Flächen Produktionsmöglichkeiten zuordnen

  • Anbaupläne unter Berücksichtigung ökologischer, regionaler und klimatischer Gesichtspunkte erstellen.

  • Pflanzen nach ökologischen und ökonomischen Gesichtspunkten kultivieren.

  • biologische von konventionellen Produktionsverfahren unterscheiden
    und diese bewerten.

  • eine nachhaltige Fruchtfolge planen.

  • Pflanzenrückstände nutzbringend verwerten und Begrünungsmaßnahmen setzen.

  • die Bedeutung und die Wirkungen des Waldes beschreiben.

  • Nutztierarten und Nutztierrassen hinsichtlich ihrer biologischen und wirtschaftlichen Bedeutung beurteilen.

  • Wirtschaftsdünger bedarfsgerecht, pflanzenschonend sowie verlustarm und umweltschonend ausbringen.

  • Instrumente zur Qualitätssicherung einsetzen und Optimierungsmaßnahmen durchführen und evaluieren.

  • Kreativitätstechniken zur Ideenfindung einsetzen.

Die Umsetzung der Lehrinhalte bzw. Kompetenzen wird im Fachschulabschlusszeugnis mit der Qualifikation: „Ersatz des Grundkurses für das Führen eines biologisch wirtschaftenden Betriebes nach den Richtlinien des Verbandes BIO Austria“ auch eindeutig bestätigt.

Je nach Schwerpunktsetzung sind in einige land- und forstwirtschaftlichen Fachschulen, im Rahmen der Schulautomomie, die Unterrichtgegenstände „biologischer Landbau“ und „Ökologie und Umwelt“ teil des Lehrplans.

Die Fachschule Grottenhof bietet mit ihrem berufsbegleitenden, einjährigen ÖKO-Lehrgang eine weitere Ausbildungsmöglichkeit im Bereich „biologischer Landbau“ an.

Die Lehrinhalte werden laufend adaptiert. Mit regelmäßigen Weiterbildungsveranstaltungen für das Lehrpersonal gemeinsam mit der „BIO Ernte Steiermark“, Klimaforschern und Fachleuten wird diesem Umstand Rechnung getragen. Der Vorschlag Lernmodule zum Thema „Anpassungsstrategien an den Klimawandel“ zu erstellen, wird unterstützt.

Die Einführung von neuen Unterrichtsfächern ist nicht zielführend, weil diese Inhalte in vielen Gegenständen bestens integriert sind und so eine größere Breitenwirkung haben."

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Landwirtschaft zum Antrag, Einl.Zahl 1642/1, betreffend "Unterrichtsfächer Biologischer Landbau und Klimawandelanpassung in den steirischen Land- und Forstwirtschaftlichen Fachschulen", der Abgeordneten der Grünen wird zur Kenntnis genommen.

 

Der Obmann:

LTAbg. Hubert Lang