LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2304/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 09.03.2018, 09:35:43


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Etablierung eines mobilen psychiatrischen Krisendienstes

Im Februar dieses Jahres erschütterten zwei Familientragödien die Steiermark. In St. Stefan im Rosental im Bezirk Südoststeiermark ermordete ein 51-Jähriger seine Geschwister und verletzte seine Mutter lebensgefährlich. Nur wenige Tage danach verübte ein 22-Jähriger aus dem Bezirk Leoben einen Mord an seiner Großmutter. In beiden Fällen litten die Täter vermutlich an psychischen Störungen, die wohl letztlich für die Verübung der abscheulichen Taten mitverantwortlich waren.

Es steht außer Frage, dass man derartige Vorfälle niemals ganz verhindern wird können. Laut dem ärztlichen Direktor des LKH Graz Süd-West Univ. Prof. DDr. Michael Lehofer könnte jedoch gerade bei Familienstreitigkeiten ein mobiler psychiatrischer Krisendienst, der anstelle der Polizei gerufen wird, helfen. Laut dem Experten wäre ein solcher dringend notwendig, wenn Situationen mit psychisch Kranken in der Familie eskalieren. „Die Angehörigen hätten oft Hemmungen, die Polizei zu rufen: ‚Wenn man aber einen psychiatrischen Krisendienst holen könnte, dann würde dieser nicht als Exekutive erscheinen, sondern als therapeutisches Angebot. Da wäre sicher die Schwelle niedriger, da könnte man sicher in dem einen oder anderen Fall die Eskalation vermeiden und möglicherweise sogar Gewalttaten vermeiden‘, so Lehofer.“ (Quelle: http://steiermark.orf.at/news/stories/2897819/)

Des Weiteren heißt es im entsprechenden Bericht des „ORF“: „In Kärtnen [sic!] und Wien gibt es laut Lehofer mobile psychiatrische Krisendienste bereits seit Jahren. Ein Team besteht aus zwei Mitarbeitern, die rund um die Uhr bereitstehen: ‚Diese Krisendienste bewähren sich ausgesprochen gut. Sie werden natürlich nicht nur im Falle von Gewalt geholt, sondern auch im Fall anderer schwieriger Krisen, die im häuslichen Umfeld entstehen.‘ Diese Experten könnten zur Deeskalation beitragen, eventuell sogar den Gewalttäter von einer freiwilligen stationären Behandlung überzeugen. […]“ Für den Mediziner steht jedenfalls fest, dass mobile psychiatrische Krisendienste „ein Schritt in die richtige Richtung“ wären.

Die steirische Politik ist angehalten, die Forderungen des ärztlichen Direktors des LKH Graz Süd-West ernst zu nehmen. In Zusammenarbeit mit diesem und anderen Experten sollte geprüft werden, ob bzw. auf welche Weise die Etablierung eines mobilen psychiatrischen Krisendienstes in der Steiermark möglich wäre. Danach könnte die Umsetzung derartiger Einrichtungen in Angriff genommen werden, damit Familien in Krisensituationen künftig bessere Unterstützungsangebote vorfinden.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Gesundheitslandesrat Christopher Drexler wird aufgefordert, in Zusammenarbeit mit Experten die Realisierbarkeit eines mobilen psychiatrischen Krisendienstes in der Steiermark zu prüfen und dem Landtag über die Ergebnisse dieser Prüfung Bericht zu erstatten.


Unterschrift(en):
LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Günter Wagner (FPÖ)