LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1691/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 01.10.2021, 08:44:39


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Robert Reif (NEOS), LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS)
Fraktion(en): NEOS
Zuständiger Ausschuss: Klimaschutz
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Ursula Lackner

Betreff:
Windkraft mit Kleinwindkraftanlagen noch besser nutzen

In der Steiermark gab es mit Ende des Jahres 2019 20 Windparks, welche eine maximal verfügbare elektrische Dauerleistung von 254 MW erreichen. Das Sachprogramm Windenergie wurde im Jahr 2013 erarbeitet und im Jahr 2019 neu beschlossen. Dieses legt die überörtlichen Vorgaben zum Ausbau von Windenergie mit dem Ziel, mehr Energie durch Windkraft zu gewinnen, fest (Energiebericht 2020, S. 47). Das realisierbare Windpotential der Steiermark wurde in einer Studie zum Projekt „Windatlas und Windpotentialstudie Österreich“ bis zum Jahr 2030 mit 591 MW festgelegt. Diese ermittelte – theoretisch mögliche – Zuwachsrate zeigt, dass Potenzial vorhanden ist und noch besser genutzt werden sollte.

In einem teils alpinen Bundesland wie der Steiermark ist die Errichtung und Betreibung von mehreren Windrädern in einem Windpark wegen naturschutzrechtlicher Bedingungen und aus Rentabilitätsgründen aber oft schwierig, weshalb sich die Steiermark den technischen Fortschritt in der Erzeugung von erneuerbaren Energien wie Windkraft zum Nutzen machen sollte. Kleinwindkraftanlagen mit vertikalen Achsen ermöglichen inzwischen den Einsatz im innerstädtischen Bereich, auf Dächern oder an stark befahrenen Straßen, wo der Abwind von LKWs genutzt wird, um mehrere Haushalte mit Strom zu versorgen. Es gibt selbst Anlagen, die ganz ohne Rotorblätter auskommen und nur durch Schwingungen Strom erzeugen. Die Nachteile üblicher Anlagen entfallen weitestgehend, denn moderne Anlagen sind kostengünstig, deutlich weniger lärmintensiv, ungefährlich für Vögel und dem Landschaftsbild zuträglicher. Für Unternehmen oder kommunale Anlagen wie Kläranlagen könnte die Nutzung von kleineren Windkraftanlagen und die dadurch mögliche Energieautonomie einen weiteren Vorteil darstellen.

Das heißt, auch wenn die Steiermark durch ihre geographische Lage nicht flächendeckend optimal für den Einsatz von Windkraft geeignet ist, ist das Potenzial dieser natürlichen Ressource um saubere Energie zu erzeugen nicht zu unterschätzen und sollte künftig verstärkt eingesetzt werden. Die verstärkte Nutzung sämtlicher natürlicher Ressourcen und der Einsatz neuer Technologien ist nicht mehr weiter verhandelbar, wenn die Steiermark sich zum Ziel der Klimaneutralität Österreichs bis 2040 bekennt und diese auch erreichen will.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, Maßnahmen zu erheben und umzusetzen, wodurch die Erzeugung von Strom durch Kleinwindkraftanlagen in der Steiermark verstärkt genutzt wird.


Unterschrift(en):
LTAbg. Robert Reif (NEOS), LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS)