LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1019/1

Schriftliche Anfrage an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder (§ 66 GeoLT)

eingebracht am 12.07.2016, 10:32:40


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler
Frist: 12.09.2016

Betreff:
Lehrlingsausbildung des Landes Steiermark

Die aktuellen Arbeitsmarktdaten des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz zeigen die negative Situation am steirischen Lehrstellenmarkt. Eine Statistik der Wirtschaftskammer verdeutlicht die katastrophale Entwicklung in diesem Bereich. Im Jahr 2010 bildeten 6.227 Betriebe noch 19.298 Lehrlinge aus. 2014 gab es in der Steiermark nur noch 5.457 Lehrbetriebe, die 16.737 Lehrlinge ausbildeten. Zudem standen den 284 im Juni 2016 offen gemeldeten Lehrstellen 811 Lehrstellensuchende gegenüber. Das bedeutet, dass 527 Jugendliche weder theoretisch noch praktisch die Chance auf einen Ausbildungsplatz haben. In diesem Zusammenhang gilt es festzuhalten, dass das Land Steiermark und die landeseigenen Unternehmen zu den größten Arbeitgebern zählen und angesichts der angespannten Gesamtlage in der Lehrlingsausbildung mit gutem Beispiel vorangehen sollten.

Der Freiheitliche Landtagsklub beantragte bereits im Jahr 2014 eine Erhöhung der Lehrstellen im Landesdienst um 20 Prozent. Diese Initiative wurde mehrheitlich abgelehnt und es erfolgte eine Stellungnahme des damals zuständigen Regierungsmitglieds Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer. Die zentralen inhaltlichen Eckpunkte des schriftlichen Berichts stellten sich wie folgt dar:

  • „Der Lehrbetrieb Land Steiermark ist mit der Ausbildungsmöglichkeit in über 20 Lehrberufen Spitzenreiter unter den lehrlingsausbildenden Betrieben.

  • Die Anzahl der aufzunehmenden Lehrlinge innerhalb der Landesverwaltung erfolgt grundsätzlich in Abwägung der Möglichkeit zur Lehrausbildung und unter Bedachtnahme der langfristigen Personalplanung gemäß Stellenplan.

  • Das Land Steiermark nimmt seine Verantwortung als bedeutender Lehrausbilder wahr. Es werden jedoch nur so viele Ausbildungsplätze angeboten, wie nach dreijähriger Ausbildungsphase auch Personalbedarf in den Dienststellen vorhanden sein wird. Die Lehrlingsausbildungen in den Ausbildungsbetrieben des Sozialressorts folgen den gesetzlichen Aufträgen gemäß Jugendwohlfahrtgesetz und Behindertengesetz.

Im Rahmen der Beratungen im Unterausschuss kam man daher überein, dass die Lehrlingsausbildung in der Landesverwaltung nur unter der Voraussetzung zielführend sein kann, dass für die Auszubildenden eine Weiterbeschäftigung in der Verwaltung des Landes Steiermark in Aussicht gestellt werden kann beziehungsweise die im Landesdienst erworbene Ausbildung auch außerhalb des Landesdienstes geeignet ist, einen der Ausbildung entsprechenden Job zu finden.“ (Quelle: http://www.landtag.steiermark.at/cms/beitrag/11410926/73552632/)

Inwieweit sich der geschilderte Sachverhalt verändert hat ist nicht bekannt. Weiters erscheint es dringend notwendig, auch die landeseigenen Unternehmen bei der Ausbildung von jungen Menschen vermehrt in die Pflicht zu nehmen. Deshalb ersuchen wir das fachlich zuständige Regierungsmitglied um Beantwortung nachstehender Fragen.


Es wird daher folgende

Schriftliche Anfrage

gestellt:

1. Wie viele Lehrlinge wurden jeweils in den Jahren 2013, 2014 und 2015 in den Landesdienst aufgenommen?

2. Wie viele Lehrlinge, die beim Land Steiermark ausgebildet wurden, absolvierten in den Jahren 2013, 2014 und 2015 ihre Lehrabschlussprüfung?

3. Wie vieler dieser ausgebildeten Fachkräfte sind noch immer beim Land Steiermark tätig?

4. Welche Lehrberufe wurden jeweils in den Jahren 2013, 2014 und 2015 vom Land Steiermark ausgebildet?

5. Wie viele Lehrlinge wurden jeweils in den Jahren 2013, 2014 und 2015 in Unternehmen mit mehr als 50-prozentiger Landesbeteiligung (z.B. KAGES) ausgebildet?

6. Wie viele Lehrlinge die in Unternehmen mit mehr als 50-prozentiger Landesbeteiligung ausgebildet wurden, absolvierten in den Jahren 2013, 2014 und 2015 ihre Lehrabschlussprüfung?

7. Wie viele dieser ausgebildeten Fachkräfte sind noch immer bei den entsprechenden Unternehmen oder im Landesdienst tätig?

8. Welche Lehrberufe wurden jeweils in den Jahren 2013, 2014 und 2015 von den in Frage 6 beschriebenen Unternehmen ausgebildet?

9. Wird eine Aufstockung der Ausbildungsplätze im Amt der Steiermärkischen Landesregierung angestrebt?

10. Wenn ja, wie stellt sich diese konkret dar?

11. Wenn nein, weshalb nicht?

12. Werden Sie die Unternehmen mit mehr als 50-prozentiger Landesbeteiligung anhalten, künftig zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen?

13. Wenn ja, wie wird sich diese personelle Aufstockung konkret darstellen?

14. Wenn nein, weshalb nicht?


Unterschrift(en):
LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)