LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 7

EZ/OZ 1414/4

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Gesundheit

Betreff:
Einrichtung einer multimodalen Schmerztagesklinik

 

zu:
EZ 1414/1, Einrichtung einer multimodalen Schmerztagesklinik (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Gesundheit" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 27.06.2017 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Zum Antrag der KPÖ betreffend "Einrichtung einer multimodalen Schmerztagesklinik" kann mitgeteilt werden, dass im Landeszielsteuerungsübereinkommen 2017-2021 Zielsteuerung Gesundheit, welches am 21.6.2017 in der Landeszielsteuerungskommission beschlossen wurde, als Operatives Ziel 6 zur "Verbesserung der integrierten Versorgung" auf Landesebene bereits Maßnahmen für die Erarbeitung eines abgestuften integrierten evidenzbasierten Versorgungskonzepts für Patientinnen und Patienten mit (chronischen) Rückenschmerzen vorgesehen sind, welches einen multimodalen Ansatz berücksichtigt und Maßnahmen zur Stärkung der Rückengesundheit inkludiert (Zeitplan bis Juni 2018).

 

Auch der bereits beschlossene Regionale Strukturplan Gesundheit beinhaltet im Bereich der Schmerzversorgung folgendes:

"Im Rahmen der Österreichischen Gesundheitsbefragung wurden chronische Kreuzschmerzen und Rückenleiden, chronische Nackenschmerzen und Beschwerden an der Halswirbelsäule sowie chronische Kopfschmerzen abgefragt. Die Ergebnisse müssen dahingehend kritisch betrachtet werden, dass die Beantwortung dieser Fragen rein subjektiv ist. 6,7 % der befragten Personen gaben an, unter chronischen Kopfschmerzen zu leiden, von chronischen Nackenschmerzen oder sonstigen chronischen Beschwerden an der Halswirbelsäule sind 18,5 % betroffen (Statistik Austria 2016). Unter den abgefragten Schmerzarten stellt der Rückenschmerz die größte Belastung dar. 24,4 % der österreichischen Bevölkerung leiden unter chronischen Kreuzschmerzen oder anderen chronischen Rückenleiden. In der Steiermark ist dieser Bevölkerungsanteil mit 26,6 % geringfügig höher.

 In der Versorgung dieser Menschen gibt es mehrere bekannte Problemlagen:

  • Zu später Beginn medizinischer Intervention
  • Zu lange dauernde medikamentöse Schmerzbehandlung mit nicht ausreichender Wirksamkeitskontrolle
  • Zu geringer Einsatz multimodaler und bedarfsadäquater Therapieansätze
  • Zu hoher Anteil an chronifizierenden und chronifizierten Schmerzzuständen
  • Hoher Anteil invasiver therapeutischer Verfahren

 

Im Wesentlichen ist dies auf das Fehlen eines sektorenübergreifenden und abgestuften Versorgungsprozesses für Schmerzpatientinnen und -patienten in der Steiermark zurückzuführen. Dieser müsste bei der frühzeitigen und ursachenadäquaten Diagnostik einsetzen und die geeigneten therapeutischen Maßnahmen unter Berücksichtigung eines leitlinienkonformen Eskalationsschemas beinhalten. Zentrale Akteure darin müssten die primärversorgenden Einrichtungen in der Steiermark sein. Begleitende Maßnahmen und Instrumente für Dokumentation, Klassifikation usf. sind darin jedenfalls zu bedenken, wie situativ passende Überweisungsmechanismen.

 

Es sollte Ziel der verantwortlichen Akteure in der Steiermark sein, die notwendigen Schritte einzuleiten, um zeitnah zu einem evidenzbasierten, abgestuften und wirksamen Versorgungsprozess zu gelangen."

 

Eine Schmerzversorgung kann nicht ausschließlich über Ambulanzen oder Tageskliniken sichergestellt werden, vielmehr bedarf es eines abgestuften Versorgungskonzepts, das auch die niedergelassenen Allgemeinmedizinerinnen und -mediziner als Hausärztinnen und -ärzte sowie ein Netzwerk aus vielen verschiedenen beteiligten Akteurinnen und Akteure und Berufsgruppen mit einbezieht.

 

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Gesundheit zum Antrag, EZ 1414/1, "Einrichtung einer multimodalen Schmerztagesklinik" der Abgeordneten der KPÖ wird zur Kenntnis genommen.

 

 

Die Obfraustellvertreterin:
LTAbg. Barbara Riener