LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1856/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 18.08.2017, 06:54:45


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Mag. Ursula Lackner

Betreff:
Integration von Ausbildungsschwerpunkten des Militärrealgymnasiums in Wiener Neustadt in den Lehrplan einer steirischen Bildungseinrichtung

Die Theresianische Militärakademie blickt auf eine über 250-jährige Geschichte zurück. Ursprünglich im Jahr 1752 als reine Ausbildungsstätte für Offiziere gegründet, wurde die Institution 1965 um ein militärisch geführtes Bundesoberstufenrealgymnasium mit angeschlossenem Internat erweitert. Die Bildungseinrichtung hat seitdem viele erfolgreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Sport hervorgebracht und sich zu einer über die Staatsgrenzen hinaus angesehenen Schule entwickelt. Darüber hinaus fungiert das Gymnasium als die wesentliche militärische Kaderschmiede in Österreich.

Angesichts dieser Erfolgsgeschichte erscheint die im Zuge der Kahlschlagpolitik des ehemaligen SPÖ-Verteidigungsministers Gerald Klug beschlossene Schließung der altehrwürdigen Bildungseinrichtung umso bedenklicher. Aussagen des derzeitigen Ministers für Landesverteidigung Hans Peter Doskozil im Mai dieses Jahres ließen nur kurzzeitig die Hoffnung aufkommen, dass die rot-schwarze Bundesregierung in Hinsicht auf den Erhalt des Militärgymnasiums doch noch eine Kurskorrektur einschlagen könnte. So wird es unverändert im Schuljahr 2017/2018 nur noch zwei achte Klassen geben, deren Schüler im Frühjahr nächsten Jahres maturieren werden. Danach erfolgt die endgültige Schließung, wie der „ORF“ am 19. Mai 2017 auf seiner Internetplattform berichtete.

Nachdem es derzeit wohl keinen Grund zur Hoffnung auf einen Fortbestand der Schule in Wiener Neustadt gibt, stellen zumindest die von Minister Doskozil im August des letzten Jahres in einem Antwortschreiben an den steirischen Landtagsabgeordneten Olt Marco Triller getätigten Ausführungen einen Lichtblick dar. Konkret offenbart das Regierungsmitglied darin, dass aktuell „andere Formen einer Kooperation zwischen dem Österreichischen Bundesheer und öffentlichen Schulen für den Bereich der Oberstufe sondiert und geprüft“ werden. (Quelle: Beantwortung vom 16. August 2016, GZ S90323/239- KBM/2016)

In einer Schriftlichen Anfrage vom 16. März 2017 erkundigten sich mehrere FPÖ-Bundesräte beim SPÖ-Verteidigungsminister nach diesen Kooperationsformen und erhielten folgende Antwort: „Mögliche Modelle zur Integration der Ausbildungsschwerpunkte des Bundesoberstufenrealgymnasiums an der Theresianischen Militärakademie (Militärrealgymnasium) in Lehrpläne anderer öffentlicher Schulen befinden sich derzeit noch in Ausarbeitung. Sobald sich die erarbeiteten Konzepte im Entscheidungsstadium befinden, können die notwendigen Verhandlungen mit dem Bundesministerium für Bildung (BMB) eingeleitet und Kooperationen mit geeigneten öffentlichen Schulen geplant und umgesetzt werden.“ (Quelle: 2982/AB-BR/2017 vom 16.05.2017 zu 3219/J-BR)

Die Pläne von Minister Doskozil sind durchaus begrüßenswert. Schließlich wird die beabsichtigte Aufwertung des Bundesheeres nur dann möglich sein, wenn in Zukunft auch der dadurch bedingte erhöhte Personalbedarf gedeckt werden kann. Die Steiermark darf es nicht verabsäumen, in diesem Zusammenhang Mithilfe anzubieten. Schließlich kamen 99 der 412 Schüler, die im Zeitraum 2006 bis 2016 das Militärrealgymnasium in Wiener Neustadt absolviert haben, aus der Steiermark. Lediglich Niederösterreich konnte mehr Absolventen verbuchen, wie sich ebenfalls aus besagter Anfragebeantwortung ergibt.

Der Nährboden für militärinteressierte junge Menschen ist in der Grünen Mark offensichtlich besonders gut. Die zuständige SPÖ-Bildungslandesrätin Ursula Lackner ist folglich angehalten, die Steiermark im Rahmen potentieller Kooperationen zwischen Bundesheer und öffentlichen Schulen als Umsetzungspartner ins Spiel zu bringen. Durch die Integration von Ausbildungsschwerpunkten des Militärrealgymnasiums in den Lehrplan einer steirischen Bildungseinrichtung könnte man sich zur österreichischen Modellregion entwickeln. Konkrete Umsetzungsmaßnahmen müssten selbstverständlich zuvor mit der Bundesregierung akkordiert werden. Ob dann in weiterer Folge eigene Klassen zu bilden sind, welche regionalen Schulen in Frage kommen bzw. wann mit einem Start gerechnet werden kann, wird sich im Rahmen dieser Gespräche ergeben. Wichtig ist jedoch, dass die Steiermark sich von Beginn an aktiv als Partner in Stellung bringt.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung, insbesondere Landesrätin Ursula Lackner, wird aufgefordert, die Steiermark auf Bundesebene als Partner bei der Umsetzung der Kooperationspläne des Bundesministeriums für Landesverteidigung und Sport mit öffentlichen Bildungseinrichtungen anzubieten, sodass in weiterer Folge die Ausbildungsschwerpunkte des Militärrealgymnasiums in Wiener Neustadt in den Lehrplan einer steirischen Bildungseinrichtung in einem noch festzulegenden Ausmaß einfließen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ)