LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 3

EZ/OZ 2492/5

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Gesundheit

Betreff:
Etablierung eines neuen Lehrberufes im Bereich der Pflege

 

zu:
EZ 2492/1, Etablierung eines neuen Lehrberufes im Bereich der Pflege (Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT))

 

Der Ausschuss "Gesundheit" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 04.12.2018 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Mit Beschluss des Ausschusses für Gesundheit vom 11.09.2018 wurde die Steiermärkische Landesregierung ersucht, eine Stellungnahme zum Selbstständigen Antrag betreffend "Etablierung eines neuen Lehrberufes im Bereich der Pflege", Einl.Zahl 2492/1, abzugeben.

Aufgrund dieses Beschlusses erstattet die Steiermärkische Landesregierung folgende Stellungnahme:

Derzeit läuft die Umsetzung der GuKG-Novelle 2016 mit der Etablierung von drei Pflegeberufen auf Hochtouren. Die Ausbildungen in der Pflegeassistenz (PA) und in der Pflegefachassistenz (PFA) wurden an allen Schulen für Gesundheits- und Krankenpflege des Landes Steiermark und zahlreicher privater Ausbildungsträger erfolgreich umgesetzt. Die Bewerber/innenzahlen steigen kontinuierlich, auch dank der Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärungskampagne des Landes Steiermark.

Derzeit wird über eine neue Ausbildungsvariante, und zwar die Ausbildung zur PFA in Kooperation mit einer Berufsbildenden Höheren Schule, diskutiert, was zur Attraktivierung des Berufsbildes wesentlich beitragen würde. Einerseits die Matura und andererseits ein Diplomabschluss in einem gesetzlich geregelten Gesundheitsberuf (Pflegefachassistenz) ist für junge Menschen sehr erstrebenswert.

Die Etablierung eines neuen Lehrberufes in der Gesundheits- und Krankenpflege erscheint nicht sinnvoll, da Ausbildungen in den Pflegeassistenzberufen duale Ausbildungen sind. Dies bedeutet, dass die praktische Ausbildung einen wichtigen Bereich in der Ausbildung darstellt. Die Vielfalt an unterschiedlichen Praktikumsstellen in Krankenanstalten, Pflegeheimen und bei den extramuralen Diensten ist von großer Bedeutung, damit die Auszubildenden die Möglichkeit haben, ihr in der Theorie erworbenes Wissen in der Praxis umzusetzen und zu festigen. Ein wesentlicher Faktor ist auch die gesetzliche Regelung, dass die Ausbildung in der Pflegeassistenz erst mit 17 Jahren begonnen werden darf. Die Auszubildenden sind im Rahmen ihrer zu absolvierenden Praktika mit schwer kranken, alten, multimorbiden und sterbenden Menschen konfrontiert und daher ist diese Altersgrenze als wesentlicher Schutz für junge Menschen jedenfalls erforderlich.

Die Ausbildung in der Pflegeassistenz dauert mindestens 1 Jahr und danach können die Absolventen/-innen in den Organisationen eingesetzt werden. Die Ausbildung zur Pflegefachassistenz dauert 2 Jahre und schließt mit einem Diplom ab. Eine Lehre dauert 3 Jahre und erst nach Abschluss der Lehre stehen die Menschen den Organisationen zur Verfügung und dürfen in etwaige gesetzliche Personalschlüssel eingerechnet werden.

Derzeit gibt es in Österreich einen eklatanten Mangel an jungen Menschen, die einen Lehrberuf ergreifen möchten. Mit der Pflegelehre würde sich die Situation weiter zuspitzen.

Ziel muss sein, junge Menschen für den Pflegeberuf zu gewinnen, indem attraktive Ausbildungsmöglichkeiten, wie beispielsweise in Kooperation mit einer fünfjährigen Berufsbildenden Höheren Schule, angeboten werden, oder im Rahmen der Erwachsenenbildung Menschen mit Berufs- und Lebenserfahrung für die Pflege anzusprechen, mit entsprechenden Fördermaßnahmen durch das AMS.

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht des Ausschusses für Gesundheit zum Antrag betreffend "Etablierung eines neuen Lehrberufes im Bereich Pflege", EZ 2492/1, der Abgeordneten der FPÖ wird zur Kenntnis genommen.

 

 

 

Die Obfrau:
LTAbg. Sandra Krautwaschl