LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1013/1

Schriftliche Anfrage an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder (§ 66 GeoLT)

eingebracht am 06.07.2016, 11:12:08


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Hannes Amesbauer, BA (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler
Frist: 06.09.2016

Betreff:
Gesundheitsversorgung in Mariazell und Eisenerz

Im Rahmen der elften Gesundheitskonferenz unter dem Titel „Der Gesundheit verpflichtet“ setzten die politischen Verantwortungsträger auf Landesebene den ersten Schritt für die bevorstehenden Reformvorhaben im Bereich der medizinischen Versorgungsstruktur. Das vorgelegte Leitbild und die präsentierten Inhalte beschäftigten sich unter anderem mit einem Modellprojekt in den Regionen Eisenerz und Mariazell. Dort sollen die angestrebten Maßnahmen erstmals erprobt werden. Die „Kleine Zeitung“ in Leoben berichtete am 28. Juni 2016 über die bevorstehenden Neuerungen:

„Es ist nicht der erste Anlauf, um die mittelmäßige Gesundheitsversorgung im Raum Mariazell sowie Eisenerz nach vorne zu bringen. Dieses Mal wird das Ziel erreicht, sind ÖVP-Spitalslandesrat Christopher Drexler und Mitstreiter zuversichtlich: Der neue ‚Gesundheitsplan 2035‘ wird ab Herbst in Mariazell und Eisenerz erprobt. Die Region wird am Montag informiert. Die Eckpunkte lauten:

Telefonarzt. An Randzeiten, das ist von Montag bis Donnerstag von 19 bis 7 Uhr und am Freitag ab 13 Uhr bis Samstag 7 Uhr, wird unter der Telefonnummer 141 nicht nur der Notdienst erreichbar sein. Sondern ein Telefonarzt vermittelt (je nach Fall) an die Ambulanz (Spital) oder einen Visitenarzt, der zu später Stunde beim Patienten vorbeikommt.

Größere Sprengel. Damit das in der Praxis funktioniert, hat man mit der Ärztekammer verhandelt und die Sprengel vergrößert. Das bedeutet einerseits einen größeren Kreis an Medizinern, die in Mariazell und Eisenerz aushelfen können. Das bedeutet andererseits mehr Geld für die betroffenen Ärzte – ein Anreiz, damit unbesetzte Dienste ein Ende haben.

Poolärzte. Mit einem Anreizsystem sollen außerdem junge Mediziner bewegt werden, regelmäßig in der Peripherie Patienten zu betreuen.

Vernetzung. Im Idealfall können sich die niedergelassenen Ärzte so aufeinander abstimmen, dass die Öffnungszeiten auf 50 Stunden die Woche hinaufgehen.

Notfälle. Bleiben unverändert Aufgaben von Notarzt und Rettung.

Wochenenden. Von Samstag 7 bis Montag 7 Uhr sind weiterhin die Bereitschaftsdienste – wie von der Krankenkasse vorgeschrieben – zuständig.

Standorte. Der am Mittwoch vorgelegte „Gesundheitsplan 2035“ sieht aktuell keine Schließung der Häuser beziehungsweise von dem, was von der Spitalsversorgung in Mariazell und Eisenerz übrig geblieben ist, vor. Eine Standortgarantie bis 2035 gibt freilich keine Seite ab.“

(Quelle: http://www.kleinezeitung.at/s/steiermark/leoben/peak_leoben/5035609/Gesundheit_So-geht-es-mit-der-aerztlichen-Versorgung-in-Eisenerz?from=suche.intern.portal)

Die Folgewirkungen dieser tiefgreifenden Veränderungen im Gesundheitssystem sind noch nicht in vollem Ausmaß absehbar. Zweifelsfrei wird aber die betroffene Bevölkerung mit enormen Umstellungen und völlig anderen medizinischen Rahmenbedingungen konfrontiert werden. Zudem ist aus derzeitiger Sicht noch keineswegs klar, ob diese Neustrukturierung tatsächlich zu Verbesserungen führen könnte. Die politischen Entscheidungen der jüngsten Vergangenheit waren stets mit einer Ausdünnung des Leistungsangebots verbunden und hatten vor allem eine angestrebte Budgetkonsolidierung zum Ziel. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist die Schließung von Spitalsabteilungen in den Krankenhäusern Voitsberg, Bruck an der Mur, Stolzalpe, Mariazell, Mürzzuschlag und Eisenerz in den vergangenen Jahren. Dadurch wurden die Lebensbedingungen für die Menschen im ländlichen Raum nachhaltig verschlechtert. Diese Erfahrungswerte geben begründeten Anlass zur Verunsicherung. Deshalb wird das fachlich zuständige Regierungsmitglied um Beantwortung nachstehender Fragen, ersucht.


Es wird daher folgende

Schriftliche Anfrage

gestellt:

  1. Wird in den Landeskrankenhäusern Mariazell und Eisenerz im Jahr 2016 Personal abgebaut?

  2. Falls ja, wieviel und um welche Stellen handelt es sich dabei konkret?

  3. Wie viele Mediziner werden sich als „Telefonärzte“ zur Verfügung stellen?

  4. Wurde das Modell von „Telefonärzten“ bereits in anderen Bundesländern eingeführt und welche Erfahrungen sind diesbezüglich bekannt?

  5. Wie stellt sich das Anreizsystem für die sogenannten Poolärzte genau dar?

  6. Gibt es bereits Zusagen von Medizinern, die sich für diese Aufgabe zur Verfügung stellen?

  7. Wenn ja, wie viele?

  8. Welche Kosten entstehen dem Land Steiermark durch die Modellprojekte in Eisenerz und Mariazell?

  9. Wie gestaltet sich die genaue Kostenverteilung?

  10. Wird es in diesen Regionen zur Errichtung von Primärversorgungszentren kommen?

  11. Falls ja, wo werden sich diese befinden?

  12. Falls ja, welches Leistungsangebot ist vorgesehen?

  13. Welche Maßnahmen wurden durch Ihr Ressort gesetzt, um eine bessere Vernetzung der niedergelassenen Ärzte sicherzustellen?

  14. Wie viele Ärztedienststellen können in den Krankenhäusern Mariazell und Eisenerz derzeit nicht besetzt werden?

  15. Wie viel Ärztedienststellen in Krankenhäusern können derzeit landesweit nicht besetzt werden? (Bitte um Aufschlüsselung der entsprechenden Spitalsstandorte)

  16. Wie viele niedergelassene Ärzte waren bisher in den Sprengeln Mariazell und Eisenerz tätig?

  17. Wie viele niedergelassene Ärzte sind in den neugestalteten und größeren Sprengeln tätig?

  18. Streben sie eine Schließung der Krankenhausstandorte Mariazell und Eisenerz an?

  19. Wenn ja, wann?


Unterschrift(en):
LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ), LTAbg. Hannes Amesbauer, BA (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ)