LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 965/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 10.06.2016, 09:36:24


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Hannes Amesbauer, BA (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung
Regierungsmitglied(er): Landesrat Johann Seitinger

Betreff:
Förderung von Mehrgenerationenhäusern

Unsere Gesellschaft sieht sich damit konfrontiert, dass viele Kinder die meiste Zeit in Ganztageskindergärten und zahlreiche Senioren ihren Lebensabend in Heimen verbringen. Der augenscheinliche Grund dafür liegt darin, dass oftmals beide Elternteile eines Kindes berufstätig sind und ihre Kinder im Kindergarten sowie die Eltern im Seniorenheim „abgeben“.

Früher haben – etwa in der Landwirtschaft, aber auch in anderen Bereichen – beide Elternteile ganztags gearbeitet, ohne auf eine kostenpflichtige Ganztagsbetreuung für Eltern und Kinder angewiesen zu sein. Damals haben in der Regel mehrere Generationen unter einem Dach gewohnt. Profitiert haben davon alle: Die ältere Generation hat sich mit den Enkelkindern beschäftigt, wodurch die Eltern Zeit für den Broterwerb hatten. Die Enkelkinder konnten von der Lebenserfahrung der Großeltern profitieren, der Umgang mit jungen Menschen hat diese wiederum in Schuss gehalten und war Balsam für deren seelische Gesundheit.

Das deutsche Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend startet am 1. Januar 2017 bereits ein drittes Förderprogramm für Mehrgenerationenhäuser. Hier zeigt man sich überaus zufrieden mit den Entwicklungen in diesem Bereich: „Die Mehrgenerationenhäuser leisten erfolgreiche und wertvolle Arbeit in den Kommunen und haben sich in den Gemeinden, Städten und Landkreisen zu unverzichtbaren Bestandteilen im sozialen Füreinander der Bewohnerinnen und Bewohner entwickelt. Mehrgenerationenhäuser fördern das generationenübergreifende Miteinander und Engagement: Jung und Alt können sich hier begegnen, voneinander lernen, aktiv sein und sich für die Gemeinschaft vor Ort stark machen.“

Man verweist unter anderem auf das Erfahrungswissen, das in den jeweiligen Kommunen als Ergänzung sozialer Infrastruktur wirkt und ganz allgemein den Zusammenhalt in den Gemeinden stärken kann. Ziel sei es demnach, dass die Kommunen die Mehrgenerationenhäuser in ihre Planungen zur Bewältigung des demografischen Wandels im Sozialraum einbinden. (Quelle: http://www.mehrgenerationenhaeuser.de/aktionsprogramm/bundesprogramm-mehrgenerationenhaus)

Auch in der Steiermark haben sich bereits Mehrgenerationenhäuser etabliert, unter anderem in Graz. Die Grundidee des „Mehrgenerationenhauses Waltendorf“ lautet wie folgt: „Ein Spiel- und Begegnungsraum für Jung und Alt. Zusammenhalt und Verständigung zwischen den Generationen: Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren, die sich auf die gemeinsame Zeit freuen, sich austauschen, miteinander spielen und lachen - ein Bild aus einer anderen Zeit? In unserer Gesellschaft entfernen sich die verschiedenen Generationen immer mehr voneinander. Jugendliche sind oft nicht mehr gewohnt, mit alten Menschen zu reden, alte Menschen mißtrauen Jungen. Im Austausch von Alt und Jung, der an einem gemeinsamen Begegnungsort stattfindet, wird das gegenseitige Verständnis gefördert. Damit entsteht eine aktive Gemeinschaft der Lebensalter.“ (Quelle: http://www.mgh-waltendorf.at/index.html)

Um diese Form des Zusammenlebens zu fördern, soll es künftig eine besondere Unterstützung für den Bau von Generationenwohnhäusern oder den Umbau von Häusern zu ebendiesen geben, in denen Eltern, Kinder und Großeltern unter einem Dach wohnen.

Die angedachte Förderung soll mit einem unbürokratischen Einmalzuschuss des Landes realisiert werden. Voraussetzungen für die Gewährung dieser Unterstützung sind der Nachweis, dass Großeltern respektive Urgroßeltern bzw. zumindest ein Teil von ebenjenen tatsächlich im gleichen Haus wohnen und das Haus den Mindestansprüchen der Barrierefreiheit gerecht wird. Von dieser Maßnahme profitieren nicht nur Eltern, Kinder und Senioren, sondern auch die öffentliche Hand, denn dadurch sinkt der Bedarf an Senioren- und Pflegeheimplätzen.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Steiermärkische Landesregierung wird aufgefordert,

  1. ein Modell für die Förderung von Mehrgenerationenhäusern für österreichische Staatsbürger zu entwickeln und dieses dem Landtag zur Beschlussfassung vorzulegen und
  2. an die Bundesregierung mit der Forderung heranzutreten, einen Bundeszuschuss für die Förderung von Mehrgenerationenhäusern zu realisieren.

Unterschrift(en):
LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Hannes Amesbauer, BA (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA (FPÖ)