LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2464/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 22.05.2018, 08:34:43


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Karl Lackner (ÖVP), LTAbg. Renate Bauer (SPÖ), Zweite Landtagspräsidentin Manuela Khom (ÖVP)
Fraktion(en): ÖVP, SPÖ
Zuständiger Ausschuss: Landwirtschaft
Regierungsmitglied(er): Landesrat Johann Seitinger
Beilagen: Jagdgesetznovelle.docx

Betreff:
Gesetz vom …, mit dem das Steiermärkische Jagdgesetz 1986 geändert wird (20. Jagdgesetznovelle)

1. Abschussplanung

§ 56 Abs. 3c:

In Gebieten mit Kleinrevierstruktur und geringeren Rotwilddichten ist aus Gründen einer für das Rotwild günstigen Alterspyramide und einem ausgeglichenen Geschlechterverhältnis auch die Freigabe von Hirschen der Klasse III nur soweit fachlich gerechtfertigt, als ausreichend Hirsche in die nächsthöheren Altersklassen einwachsen können. Im Hinblick auf die großräumige Lebensweise von Rotwild ist eine revierübergreifende Betrachtungsweise bei der Abschussplanung anzuwenden. Anstatt der Freigabe von Hirschen der Klasse III für einzelne kleine Reviere ist deshalb eine gemeinsame, revierübergreifende Freigabe von Hirschen der Klasse III vorzusehen. Die soll ab dem Jagdjahr 2019/20 gelten.

Die Verbreitung des Steinwildes beschränkt sich in der Steiermark zwar auf wenige Gebiete/Kolonien, diese erstrecken sich jedoch jeweils über mehrere Reviere. Für die Fitness der einzelnen lokalen Steinwildpopulationen ist eine entsprechende Anzahl von Tieren und Altersstruktur erforderlich. Vor allem in höheren Altersklassen beschränkt sich die Entnahme nur auf einzelne Stücke und ist daher – wie auch schon bisher beim Gamswild – eine revierübergreifende Betrachtungsweise bei der Abschussplanung anzuwenden.

§ 56 Abs. 3f:

Insbesondere in von zivilisatorischen Aktivitäten intensiv vereinnahmten Gebieten ist aus Gründen hoher Fallwildzahlen, Wildschäden und innerartlichem Stress ein geringerer, den Verhältnissen des Lebensraumes angepasster Rehwildbestand tragbar. In diesem Zusammenhang erweist sich auch die zusätzliche Entnahme von mittelalten Böcken (Böcken der Klasse II), die einem wesentlich höheren Fallwildrisiko unterliegen als ältere, in einem günstigen Einstand etablierte Böcke (Böcke der Klasse 1) als notwendig. Aus wildbiologischen Gründen ist jedoch die Altersstruktur mit ausreichend alten Böcken anzustreben und wird daher die Altersklasseneinteilung, einerseits als generelle Vorgabe für die Abschussplanung, andererseits zur Informationsgewinnung, die Altersstruktur des Rehwildes in den einzelnen Gebieten der Steiermark betreffend, beibehalten.

 

 

 

 

2. Verwendung von Schalldämpfern

§ 58 Abs. 2 Z 1:

Die fachliche Beurteilung der Verwendung von Schalldämpfern (Schussknallreduzierern bzw. Schallmodulatoren) bei der Jagd auf (Schalen-)Wild hat ergeben, dass keine nachteilige Wirkung, wie verstärkter Jagddruck, damit einhergehender Stress für das Wild und zusätzliche Wildschäden zu erwarten sind.

Trotz der Verwendung von Gehörschutz ist die Schussabgabe für den Schützen, Begleiter und Jagdhunde mit gesundheitlichen Risiken verbunden. Die Vorteile der generellen Freigabe von der Verwendung von Schalldämpfern für die Jagdausübung lassen sich wie folgt zusammenfassen:

 

  • Reduzierung des Lärmpegels an der Quelle und somit Schutz des Gehörs von Schützen, Begleitern und Jagdhunden.

  • Verbesserte Schussleistung (höheres Laufgewicht, reduzierter Rückstoß)

  • Besseres Erkennen von Schusszeichen (reduzierter Rückstoß, weniger Mündungsblitz in der Dämmerung)

  • Deutliche Reduzierung der Knallausbreitung auf andere Revierteile (geringere Störung des Wildes)

  • Jagdlich bedingte Störung beschränkt auf die betroffene Fläche, insbesondere bei Einzelschüssen

  • Erschwerte Ortung des Schusses durch das Wild

  • Infolge erhöhte Abschussbereitschaft der Jäger

  • Steigerung des Abschusses im Verhältnis der geringeren Störwirkung, jedoch mit klaren natürlichen Grenzen

  • Allgemein geringere Wahrnehmung von Schüssen im Zuge der Jagdausübung für die Umgebung.

Die diesbezügliche Regelung im Jagdgesetz kann daher entfallen. Die Verwendung von Schalldämpfern in der Jagd unerliegt damit ausschließlich der Regelung im Waffengesetz.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

(siehe beiliegenden Gesetzestext)


Unterschrift(en):
LTAbg. Karl Lackner (ÖVP), LTAbg. Renate Bauer (SPÖ), Zweite Landtagspräsidentin Manuela Khom (ÖVP)