LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1949/2

Schriftliche Anfragebeantwortung (§ 66 GeoLT)

eingebracht am 28.11.2017, 11:19:32


Zu:
1949/1 Meldepflichtige Infektionskrankheiten in der Steiermark
(Schriftliche Anfrage an die Landesregierung oder eines ihrer Mitglieder (§ 66 GeoLT))

Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Andrea Michaela Schartel (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler
Beilagen: Anfragebeantwortung_1949.pdf, Jahresbericht2012.pdf, Jahresbericht2013.pdf, Jahresbericht2014.pdf, Jahresbericht2015.pdf, Jahresbericht2016.pdf

Betreff:
Meldepflichtige Infektionskrankheiten in der Steiermark

Die Anfrage vom 06.10.2017, Einl.Zahl 1949/1 der Abgeordneten LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller, LTAbg. Hannes Amesbauer, BA, LTAbg. Christian Cramer, LTAbg. Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann, LTAbg. Erich Hafner, LTAbg. Herbert Kober und LTAbg. Anton Kogler betreffend "Meldepflichtige Infektionskrankheiten in der Steiermark" beantworte ich wie folgt:

 

 

1. Wie viele Fälle von meldepflichtigen Krankheiten gab es laut Ihrer Kenntnis in den Jahren 2012, 2013, 2014, 2015 und 2016 in der Steiermark?

Das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (BMGF) führt die gesamtösterreichische Statistik meldepflichtiger Krankheiten. (https://www.bmgf.gv.at/home/Gesundheit/Krankheiten/Uebertragbare_Krankheiten/Statistiken_und_Fallzahlen/).

 

Folgende Zahlen ergeben sich daraus für das Bundesland Steiermark:

2012 insgesamt 1670 meldepflichtige Erkrankungen

2013 insgesamt 1577 meldepflichtige Erkrankungen

2014 insgesamt 1497 meldepflichtige Erkrankungen

2015 insgesamt 1805 meldepflichtige Erkrankungen

2016 insgesamt 2149 meldepflichtige Erkrankungen

 

 

2. Um welche Krankheiten handelte es sich dabei konkret (Aufschlüsselung nach den Fallzahlen der jeweiligen Krankheiten in den jeweiligen Jahren und Bezirken, in denen diese gemeldet wurden)?

Die Anzahl der meldepflichtigen Erkrankungsfälle pro Periode wird vom BMGF im elektronischen Meldesystem EMS geführt; der Zugang ist aus datenschutzrechtlichen Gründen beschränkt. Einen Überblick über die Fallzahlen meldepflichtiger Krankheiten in den jeweiligen Jahren und Bezirken finden sich als Auszug im Anhang.

 

 

3. Welche Behandlungskosten sind dem Land Steiermark aufgrund dieser Vorfälle erwachsen?

Der Landessanitätsdirektion wurden keine zusätzlichen Behandlungskosten gemeldet.

 

4. Wie schlüsseln sich diese Kosten auf die jeweiligen Jahre und Krankheitstypen auf?

Siehe Beantwortung zu Frage 3.

 

5. Sind dem Land Steiermark aufgrund dieser Vorfälle außer Behandlungskosten noch weitere Kosten erwachen (bspw. Quarantänekosten, Impfkosten etc.)?

Nein

 

6. Handelt es sich bei den Ihnen zur Kenntnis gelangten Vorfällen um sämtliche in der Steiermark aufgetretene Fälle von meldepflichtigen Krankheiten?

Ja

 

7. Falls nein, inwiefern ist es möglich, dass Sie als Landesgesundheitsreferent nicht über sämtliche meldepflichtige Krankheitsfälle in Kenntnis gesetzt werden?

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8. Falls Sie keine (generelle) Kenntnis über sämtliche Vorfälle meldepflichtiger Krankheiten haben, sind derartige Informationen der fachlichen Einschätzung Ihres Ressorts nach für eine vorausschauende Gesundheitspolitik nicht erforderlich?

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9. Werden Sie sich dafür einsetzen, dass das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen einen Jahresbericht über die in Österreich aufgetretenen Fälle meldepflichtiger Krankheiten publiziert?

Die Anzahl meldepflichtiger Erkrankungen wird jährlich vom BMGF evident gehalten (siehe Frage 1).

 

10. Falls ja, wie stellen sich Ihre diesbezüglichen Pläne dar?

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11.Falls nein, warum nicht?

Siehe Beantwortung zu den Fragen 1 und 9.

 

12. Gibt es der fachlichen Einschätzung Ihres Ressorts nach einen Zusammenhang zwischen

Zuwanderung aus Entwicklungsländern und vermehrt auftretenden meldepflichtigen Krankheiten in der Steiermark?

Primär ist kein Zusammenhang aus den bisher erhobenen Erkrankungszahlen zu erkennen. Dies zeigt auch der neue Tuberkulose-Bericht, welcher von der AGES für das BMGF erstellt wurde (https://www.bmgf.gv.at/home/Startseite/aktuelle_Meldungen/Tuberkulosebericht_fuer_das_Jahr_2016). Eine Analyse der Daten nach dem Geburtsland zeigt, dass sich der sinkende Trend der TBC-Inzidenz in der Nativbevölkerung Österreichs weiter fortsetzt (jährliche Abnahme von fünf Fällen pro einer Million EinwohnerInnen seit 2008). Dies, obwohl lt. Bericht es bei Personen mit Status Asylwerber von 2014 bis 2016 zu einem Anstieg der TBC-Fälle (120, 166, 237) kam. Neben den höheren Asylantragszahlen in den Jahren 2015 und 2016 dürfte hier auch eine Rolle spielen, dass vor allem im Jahr 2016 die AsylwerberInnen vermehrt aus Ländern mit hohen TBC-Inzidenzen stammen. Die bislang für das Jahr 2017 vorliegenden Daten zeigen, dass dieser Trend vor allem wegen der sinkenden Asylantragszahlen wieder rückläufig ist.

 

13. Falls ja, wie wollen Sie dieser problematischen Entwicklung begegnen?

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14. Falls nein, wie begründen Sie diese Einschätzung?

Diese Einschätzung beruht auf den erhobenen Fallzahlen und den daraus gezogenen Folgerungen des BMGF und der AGES.

 

15. Welche Präventionsmaßnahmen werden bzw. wurden bereits getroffen, um den durch die

Flüchtlingskrise erhöhten Gefahren der Einschleppung tropischer Krankheitserreger vorzubeugen?

Angesichts eines in der Steiermark bereits nach hochentwickelten Standards arbeitenden Gesundheitssystems sind keine weiteren Vorkehrungen zu treffen.

 

16. Wie viele Fälle an Infektionserkrankungen gab es in Grazer Asylheimen seit Oktober 2015?

Das Gesundheitsamt der Stadt Graz teilte mit, dass diese Zahlen nicht vorliegen. Dies steht im Zusammenhang mit der Art der Erhebung und den Vorgaben des Datenschutzes.

 

17. Werden Sie sich für verstärkte Impfmaßnahmen für Asylwerber einsetzen?

Asylwerber werden altersgemäß im Rahmen der allgemeinen Integrationsmaßnahmen in das öffentliche Impfkonzept aufgenommen.

 

18. Falls nein, warum sehen Sie hier angesichts der vermehrt aufgetretenen Fälle meldepflichtiger Krankheiten in steirischen Asylquartieren keinen Handlungsbedarf?

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