LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 241/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 24.01.2020, 09:37:45


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Robert Reif (NEOS), LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS)
Fraktion(en): NEOS
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Sicherstellung notwendiger psychiatrischer Untersuchungen im ländlichen Raum

Dass spätestens seit der Änderungen im Bereich des ärztlichen Bereitschaftsdienstes die medizinische Versorgung in ländlichen Regionen nicht mehr flächendeckend gewährleistet wird, ist leider allgemein bekannt. Doch während im Zusammenhang mit dieser Thematik meist von körperlichen Erkrankungen die Rede ist, wird leicht vergessen, wie wichtig eine Notfallversorgung für Menschen mit akuten psychischen Problemen ist. Im Zuge dieser Debatte muss man leider feststellen, dass psychische Erkrankungen immer noch wie Krankheiten zweiter Klasse behandelt werden. 

Vor allem an Wochenenden oder Feiertagen herrscht abseits von Ballungszentren ein Mangel diensthabender Ärzte. Doch gerade an diesen Tagen, wenn kein geregelter Tagesablauf herrscht, schaffen es Menschen in akuten Krisen oft nicht, den Alltag selbst zu bewältigen.

Dass Betroffene in diesem Zustand in der Regel nicht mehr in der Lage sind, selbst in eine Klinik zu fahren, versteht sich von selbst. Aber auch Angehörigen fehlt nicht nur die nötige Expertise, sie verfügen auch nicht über die nötige emotionale Distanz, um die Lage ihrer Angehörigen korrekt einzuschätzen.

Gerade bei suizidalen Krisen darf nicht gezögert werden-doch in der derzeitigen Situation ist sofortiges Handeln oft nicht möglich! Durch die unzureichende Notfallversorgung erhöht sich nicht nur die Suizidgefahr der Betroffenen, sondern auch das Risiko einer Fremdgefährdung.

Dieser skandalöse Zustand gehört im Sinne der Gesundheit der Steirerinnen und Steirer sofort behoben.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Landtag fordert die Landesregierung auf, die Probleme von Einweisungen im Sinne des § 8 UbG  iVm § 8 Abs 7 PrimVG in Folge des nicht ausreichend funktionierenden Bereitschaftsdienstes zu evaluieren und ein Konzept auszuarbeiten, um eine ausreichende Versorgung von Menschen in akuten psychischen Krisen sicherzustellen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Robert Reif (NEOS), LTAbg. Nikolaus Swatek, BSc (NEOS)