LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1491/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 18.06.2021, 07:36:10


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Steirischer Jugendgipfel 2021

Die letzten 15 Monate waren durch die Corona-Krise mit all ihren Auswirkungen geprägt. Gerade die Ausgangsbeschränkungen, verbunden mit der Unmöglichkeit Freund*innen und Familie zu treffen und dem teils vollständige Erliegen des gesellschaftlichen Lebens, trafen insbesondere die Jugend hart. Auch aus Rücksicht auf ihre Eltern- und Großelterngeneration trugen sie geduldig tiefgehende Eingriffe in ihr Leben mit, obwohl das Virus für sie eine geringere Bedrohung darstellte als für die älteren Bevölkerungsteilte. Wie gravierend die Auswirkungen der letzten Monate auf die Psyche junger Menschen ist, zeigt eine Umfrage aus Salzburg, der zufolge die Hälfte der Jugendlichen im Bundesland Salzburg unter depressiven Verstimmungen leidet, ein Drittel schlecht schläft und ein Sechstel der Jugendlichen gar an Suizid denkt. In den Worten eines der Umfrageteilnehmer: „Corona versaut uns unsere Jugend." (Kleine Zeitung, Umfrage unter 1500 Jugendlichen, 09.03.2021).

Unter dem Titel „Warum die ‚Generation Corona‘ keine verlorene, aber eine vergessene Generation ist“ veröffentlichte die Kleine Zeitung im April dieses Jahres einen Essay über die durch die Corona-Krise verursachten Probleme, die dadurch schwer getroffene Gefühlslage der steirischen Jungend, aber auch deren neu gewonnenen „Superkräfte“. Darin schreibt die Autorin also nicht nur über die weitreichenden Einschränkungen, denen sich Jugendliche auf einmal gegenübersahen und die eine „normale“ Jugendzeit verunmöglichten, sowie die dadurch verursachten psychischen Probleme, sondern eben auch über die neu gewonnene Fähigkeit, diesen Schwierigkeiten gemeinsam im Kollektiv zu begegnen (Kleine Zeitung, Warum die "Generation Corona" keine verlorene, aber eine vergessene Generation ist, 24.04.2021).

Nunmehr, da sich die Zeichen für einen fast unbeschwerten Sommer verdichten, ist es an der Zeit, anhand aktueller Erhebungen den durch die Corona-Krise verursachten Problemlagen gegenzusteuern, auf gegenwärtige Entwicklungen einzugehen, die ausgeprägten sozialen Kompetenzen der Jugend zu fördern und nicht zuletzt auch Zeichen der Dankbarkeit, Anerkennung und Wertschätzung an die „Generation Corona“ zu senden. Schließlich ist es eine zentrale Aufgabe der Politik, nach erfolgreicher Akutbekämpfung der gesundheitlichen Gefahren auch Maßnahmen zu ergreifen, um die sozialen und psychischen Langzeitfolgen der Corona-Krise auf Kinder und Jugendliche möglichst gering zu halten.

Jungendlandesrätin Dr.in Julian Bogner-Strauß kündigte anlässlich der Landtagssitzung vom 15.06.2021 erfreulicher Weise an, sie werde sich für zusätzliche Angebote für Kinder und Jugendliche einsetzen. An welche konkreten Angebote sie dabei denkt, bleibt vorerst im Dunkeln. Nunmehr gibt es unterschiedliche Ansätze, welche Maßnahmen besonders dafür geeignet sein könnten, die Jugend bei ihrem Weg zurück in einen „normalen“ Alltag zu unterstützen, ihnen bei der Bewältigung der in den vergangenen Monaten erlebten Einschränkungen und Probleme zu helfen und damit einen positiven Blick in ihre Zukunft zu bieten. Nicht zuletzt geht es aber auch darum, ein ehrliches Zeichen der Anerkennung für die gebrachten Opfer zu setzen. Aus Sicht der Grünen ist es dabei aber jedenfalls unbedingt notwendig, die steirische Jugend möglichst frühzeitig in diesen Entscheidungsprozess einzubinden. Keinesfalls soll nur über die steirische Jugend geredet werden, um dann über ihre Köpfe hinweg zu entscheiden. Vielmehr muss mit ihnen gesprochen werden, zumal sie selbst sehr gut wissen, was es für ein endlich wieder unbeschwertes Leben braucht.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, ehestmöglich einen Jugendgipfel 2021 einzuberufen, anlässlich dessen mit möglichst breiter Beteiligung der jugendlichen Zivilgesellschaft sowie unter Beiziehung des Landesjugendbeirats und der Landesschüler*innenvertretung über geeignete Maßnahmen zur Unterstützung, Förderung und Wertschätzung der steirischen Jugend beraten wird.


Unterschrift(en):
LTAbg. Georg Schwarzl (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne), LTAbg. Veronika Nitsche, MBA (Grüne), LTAbg. Mag. Alexander Pinter (Grüne)