LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 901/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 02.11.2020, 13:15:03


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ), LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ)
Fraktion(en): KPÖ
Zuständiger Ausschuss: Wirtschaft und Wissenschaft
Regierungsmitglied(er): Landesrätin MMag. Barbara Eibinger-Miedl, Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Mehr FH-Ausbildungsplätze für Gesundheits- und Krankenpflege

Der Personalmangel in den Spitälern und Pflegeeinrichtungen ist in Österreich eklatant. Besonders im Bereich Pflegekräfte liegt Österreich im Vergleich zu anderen EU-Staaten zurück.

Laut OECD-Vergleich liegt Österreich bei der Anzahl der Pflegepersonen mit 8,0 pro 1.000 EinwohnerInnen hinter Staaten wie Tschechien, Slowenien, Frankreich, Belgien, Irland, Luxemburg und Deutschland (12,8 Pflegekräfte pro 1000 EinwohnerInnen).

Die Situation in der Steiermark ist besonders besorgniserregend:

Besonders die jungen Pflegekräfte fehlen. Von den diplomierten Gesundheits- und KrankenpflegerInnen sind etwa 16 Prozent älter als 50 Jahre. Bei den PflegeassistentInnen sind es sogar 33 Prozent.

Die EPIG-Studie kommt zum Schluss, dass die Anzahl des Pflegepersonals erhöht werden muss. Mit einem Prozent mehr an Personal könne man bis 2025 auskommen. Dies allerdings nur, wenn ambulante Leistungen gestärkt und die mobile Pflege und die Primärversorgung ausgebaut werden und im Gegenzug im Spitalsbereich das Pflegepersonal um fünf Prozent gesenkt werde!

Im Lichte der Corona-Krise erscheint diese zweite Voraussetzung nun aber als schlichtweg undenkbar. Tatsächlich müssen in der derzeitigen Situation des massiven Personalmangels dem Vernehmen nach selbst diejenigen Ärzte, Ärztinnen und Pflegekräfte regulär weiterarbeiten, die positiv auf Covid-19 getestet wurden, solange sie keine Symptome zeigen. Eine weitere Senkung des Personalstandes wäre in der jetzigen Situation äußerst gefährlich.

Daher muss das Möglichste getan werden, um mehr Menschen im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege auszubilden.

In der Steiermark werden derzeit an der Fachhochschule Joanneum etwa 120 Ausbildungsplätze für Gesundheits- und Krankenpflege angeboten. Auf diese 120 Plätze haben sich zuletzt 360 Personen beworben. Zum Vergleich: In Oberösterreich stehen fast dreimal soviele FH-Ausbildungsplätze zur Verfügung, nämlich 340. In ähnlichem Ausmaß liegen etwa Tirol und Niederösterreich.

In Wien wurden, um den demografischen Entwicklungen und dem Personalbedarf gerecht zu werden, die Ausbildungskapazitäten für Gesundheits- und Pflegeberufe erhöht. Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflege von derzeit 1.300 Ausbildungsplätzen auf 2.300 Plätze (+1.000), Pflegeassistenz und Pflegefachassistenz von derzeit 1.100 Ausbildungsplätzen auf 1.800 Plätze (+700) und medizinisch-therapeutisch-diagnostische Gesundheitsberufe und Hebammen von derzeit 1.300 Ausbildungsplätzen auf 2.100 Plätze (+800).

Die Steiermark hat speziell bei den Ausbildungsplätzen für die gehobene Krankenpflege massiven Aufholbedarf.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, die Anzahl der Ausbildungsplätze für Gesundheits- und Krankenpflege an der FH Joanneum ab dem nächsten Studienjahr deutlich anzuheben.  


Unterschrift(en):
LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ), LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ)