LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1007/1

Befragung eines Mitgliedes der Landesregierung (§ 69 GeoLT)

eingebracht am 11.12.2020, 10:28:02


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Fragwürdige Maskenpflicht für Kinder ab zehn Jahren im Unterricht

Nachdem Volks- und Mittelschulen sowie AHS-Unterstufen Mitte November aufgrund des zweiten Corona-Lockdowns den Regelbetrieb einstellen und ihre Schüler in Fernunterricht schicken mussten, durften diese ab 7. Dezember wieder ihren geregelten Schulbetrieb aufnehmen. Nach drei Wochen Heimunterricht sind sowohl Schüler und Eltern als auch Lehrer mehr als erleichtert, wieder ihrem gewöhnlichen Alltag nachgehen zu dürfen. Dass dieser jedoch abermals nur mit zahlreichen Auflagen und Regelungen bewerkstelligt werden kann und Schüler nun auch im Unterricht Masken tragen sollen, stößt auf massiven Widerstand. So verkündete die türkis-grüne Bundesregierung am 2. Dezember im Rahmen einer ihrer unzähligen Pressekonferenzen, dass ab dem Alter von zehn Jahren verpflichtend ein Mund-Nasen-Schutz zu tragen ist – auch im Unterricht.

Dieses Vorhaben rief in den vergangenen Tagen bereits zahlreiche Elternvertreter sowie die Lehrergewerkschaft auf den Plan. Eltern laufen gegen den Maskenzwang in Schulen Sturm und fordern ein Ende dieser für Kinder unzumutbaren Maßnahme. Immerhin beginnt die Maskenpflicht bereits in der Früh an der Haltestelle, auch während der gesamten Fahrt in öffentlichen Verkehrsmitteln ist diese zu tragen. Nach einer kurzen Verschnaufpause auf dem Weg von der Ausstiegsstelle zur Schule muss der Mund-Nasen-Schutz den gesamten Schultag – auch in den Pausen – getragen werden. Auf dem Heimweg herrscht abermals Maskenpflicht in den Öffis. Das ergibt für viele eine Dauer von rund acht Stunden oder mehr mit Maske. Ob dies einem zehnjährigen Kind zugemutet werden sollte, ist mehr als fraglich. Auch die Kinder- und Jugendanwaltschaft hat Bedenken hinsichtlich der Maskenpflicht im Unterricht geäußert: „Das durchgehende Tragen von Masken im Unterricht sei nicht zumutbar: Dies sei in Hinblick auf die Dauer eines Schultages von bis zu acht Stunden eine massive (gesundheitliche) Belastung“, berichtete die „Kleine Zeitung“ am 4. Dezember 2020. (Quelle: https://www.kleinezeitung.at/steiermark/5907420/Maskenpflicht-im-Unterricht_Nach-Protesten_Besorgte-Eltern)

Der Protest der Eltern, die ankündigt hatten, ihre Kinder aufgrund der Maskenpflicht im Unterricht nicht in die Schule zu schicken, hat nur bedingt gefruchtet. Zwar reagierte das Bildungsministerium insofern auf den Elternprotest als eine rechtliche Möglichkeit zum Fernbleiben vom Unterricht geschaffen wurde. So verkündete eine Sprecherin von Bundesminister Heinz Faßmann: „Wenn Eltern große Bedenken aufgrund der Maskenpflicht im Unterricht haben, können sie ihre Kinder zu Hause lassen.“ Sogenanntes „Distance Learning“ wie im Lockdown mit Videokonferenzen, eigenen Arbeitsaufträgen etc. gibt es für diese Kinder jedoch nicht. Eltern müssen sich dann selbst um den Unterricht kümmern. „Es gilt dann im Prinzip das Gleiche, wie wenn ein Kind krank ist“, so die Sprecherin gegenüber der „Kleinen Zeitung“. (Quelle: https://www.kleinezeitung.at/steiermark/5907420/Maskenpflicht-im-Unterricht_Nach-Protesten_Besorgte-Eltern)

Dass Kinder, deren Eltern berechtigte Bedenken hinschlich der nahezu ganztägigen Maskenpflicht haben und diese folglich von der Schule nehmen, dadurch regelrecht vom Unterricht ausgeschlossen werden, ist für die Freiheitlichen nicht tragbar. Zudem müssten viele Eltern für die Betreuung ihrer Kinder in den eigenen vier Wänden Urlaub nehmen – die Inanspruchnahme von Sonderbetreuungszeit ist aufgrund des Umstands, dass Schulen grundsätzlich geöffnet haben, nicht möglich. Dadurch generiert man einen indirekten Zwang, den Nachwuchs trotz Sorgen ob deren Gesundheit dennoch in die Schule zu schicken.

Für die Freiheitlichen ist die Ausweitung der Maskenpflicht auf Kinder ab dem zehnten Lebensjahr aufgrund des geringen Übertragungs- und Infektionsrisikos ohnehin nicht nachvollziehbar. Angesichts der Tatsache, dass Schüler im Unterricht bereits mit ausreichend Abstand zueinander sitzen, ist die Maßnahme völlig übertrieben. Darüber hinaus werden diese im Lernen massiv eingeschränkt. Es steht außer Zweifel, dass stundenlanges Tragen des Mund-Nasen-Schutzes im Unterricht zu Kopfschmerzen, Konzentrationsproblemen und Müdigkeit führt. Anderweitige gesundheitliche Schäden sind nicht auszuschließen. Zudem erhöht der Mund-Nasen-Schutz bei falscher Anwendung das Infektionsrisiko nur noch. Wenn die Masken bei Nichtbenutzung einfach in die Hosentasche gesteckt oder unter das Kinn gezogen werden und öfter als nur einmal benutzt werden – was den Schülern nicht einmal übel genommen werden kann – richtet die vermeintliche Schutzvorrichtung dadurch mehr Schaden an, als sie Nutzen hat.

 

Es wird folgende

Anfrage

gestellt:

Werden Sie sich als für Pflichtschulen zuständiges Regierungsmitglied aufgrund des massiven Elternprotests und der zu befürchtenden gesundheitlichen Schäden für ein Absehen von der Maskenpflicht für Kinder ab zehn Jahren im Unterricht einsetzen?


Unterschrift(en):
LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ)