LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2028/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 17.02.2022, 08:56:28


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Gemeinden und Regionen
Regierungsmitglied(er): Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer

Betreff:
Heimwegtelefon für die gesamte Steiermark!

Besonders in den Wintermonaten, wenn es früh dunkel wird und auch lange bleibt, kommt es zu einem verstärkten Angstempfinden bei Bewegungen im öffentlichen Raum. Öffentliche Plätze, Fußgängerunterführungen oder Parkanlagen werden oftmals zu wahrhaftigen „Angsträumen“, deren Durchquerung einiges an Mut erfordert. Allzu oft ist diese Angst auch berechtigt, wie ein aktueller Fall aus der Landeshauptstadt zeigt. So berichtete die „Kronen Zeitung“ am 6. Februar 2022, dass ein 25-Jähriger in Graz beim Durchqueren einer Unterführung von neun Männern attackiert wurde. Wie brutal der Angriff dabei ausfiel, geht aus der Berichterstattung hervor: „Gestört müssen sich die Männer, die vermutlich auch afghanischer Abstammung sind, dennoch gefühlt haben. Sie attackierten den 25-Jährigen. Einer der Männer ging mit einem Messer auf ihn los und verletzte ihn am Kopf. Das Rote Kreuz brachte den Verletzten ins UKH Graz.“ (Quelle: Mit Messer verletzt - 25-Jähriger in Graz von neun Männern attackiert | krone.at)

 

Die Stadt Graz hat bereits seit längerem auf diese zunehmende Unsicherheit im öffentlichen Raum reagiert. So wurde im Jahr 2016 das sogenannte Heimwegtelefon eingeführt, das es Bürgern ermöglicht, an Wochenenden und vor Feiertagen einen telefonischen Begleitservice in Anspruch zu nehmen. Mitarbeiter des Heimwegtelefons erkundigen sich nach Aufenthaltsort und Ziel des Anrufers und bleiben so lange in der Leitung, bis dieser sicher am Zielort angekommen ist. Sollte zwischenzeitlich dennoch eine Notsituation eintreten, schicken die Telefonisten sofort Hilfe an den zuletzt bekannten Standort. Wie der Kurier bereits im Oktober 2018 zu berichten wusste, gibt es auch ein klassisches Profil der Anrufer: „Der typische Anrufer ist weiblich, zwischen 20 und 25 Jahre alt und auf dem nächtlichen Nachhauseweg von Freunden oder einer Party in einer beklemmenden Situation.“ Die Anrufdauer liegt zwischen zwei und 40 Minuten. (Quelle: https://kurier.at/chronik/niederoesterreich/eine-sichere-leitung-fuer-den-heimweg/400146485)

 

Dass die steirische Landeshauptstadt mit diesem Service Wegbereiter war, zeigt sich an den zunehmenden Ablegern des Heimwegtelefons. Über die Grenzen der Grünen Mark hinaus gibt es inzwischen ähnliche Services in Wiener Neustadt, Amstetten, Linz, Villach und Leonding. Da sich das Problem der Angst auf dem nächtlichen Nachhauseweg jedoch keinesfalls auf Graz beschränkt, sondern mit Sicherheit auch in anderen Städten und Gemeinden der Steiermark vorherrscht, liegt eine Ausdehnung des Heimwegtelefons auf die gesamte Steiermark auf der Hand.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

 

Die Landesregierung wird aufgefordert, nach dem Vorbild der Landeshauptstadt Graz die notwendigen Maßnahmen für die Einführung eines telefonischen Begleitservices (Heimwegtelefon) für die gesamte Steiermark zu treffen und diese dem Landtag zur Beschlussfassung vorzulegen.


Unterschrift(en):
LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)