LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2820/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 31.10.2018, 09:00:54


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Landwirtschaft
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler, Landesrat Johann Seitinger, Landesrätin Mag. Doris Kampus, Landesrätin Mag. Ursula Lackner, Landesrätin MMag. Barbara Eibinger-Miedl

Betreff:
Anhebung des Anteils an biologischen Lebensmitteln in Landesküchen

Gesunde Lebensmittel sind ein wichtiger Baustein im Bereich der Gesundheitsprävention. Es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen ausgewogenen Mahlzeiten und Konzentration sowie Leistungsfähigkeit. Biologisch und regional erzeugte Lebensmittel sind aber auch ein aktiver Beitrag zu Klima- und Umweltschutz. Durch die Verwendung regionaler Produkte bleibt die Wertschöpfung in der Region. Konsumentinnen und Konsumenten legen bei Bio-Lebensmitteln zudem viel Wert auf eine nachvollziehbare Herkunft der Lebensmittel und eine artgerechte Tierhaltung, sowie eine positive Klimabilanz.

Bereits 2001 (!) wurde im Landtag einstimmig beschlossen, dass alle Lebensmitteleinkäufe des Landes zu 25 Prozent aus biologischem Anbau zu beziehen sind. Das war ein im Bundesländervergleich frühes und positives politisches Signal aus der Steiermark. Und dieser Beschluss wird immer wieder auch in anderen Bundesländern zitiert.

Nur umgesetzt wurde er in der Steiermark kaum. Den Anfragebeantwortungen zu einer aktuellen Grünen Anfrageserie „Biolebensmittel in landeseigenen Einrichtungen“ an die Landesregierung ist zu entnehmen, dass lediglich einige wenige der landeseigenen Einrichtungen sich mit mindestens 25 % Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft versorgen, wie das Bildungshaus Retzhof, die Landwirtschaftlichen Fachschulen und die Jugendhilfeeinrichtung Aufwind

In der Broschüre „Mindeststandards in der Gemeinschaftsverpflegung“ des landeseigenen Gesundheitsfonds Steiermark wird unter Bezugnahme auf den Beschluss des Landtages aus 2001 empfohlen, einen Bio-Mindestanteil von 25% des Wareneinsatzes zu erreichen:
http://www.gesundheit.steiermark.at/cms/dokumente/11650904_72561339/2f4261f4/Gesundheitsziele%202016.pdf

Es wird in dieser Broschüre auch auf die Studie BIOFAIR II hingewiesen, die belegt, „dass eine Erhöhung des BIO-Anteils von bis zu 37 % möglich ist, ohne das Lebensmittelbudget insgesamt zu belasten“.

Umso unverständlicher ist es, dass der Landtagsbeschluss aus 2001 bisher nicht vollständig umgesetzt wurde.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert,

1. umgehend bei allen Lebensmitteleinkäufen in landeseigenen Einrichtungen verbindlich mindestens 25 % der Produkte aus biologischem Anbau zu beziehen sowie

2. bis 2020 einen Anteil von 30 bis 35 % anzustreben.


Unterschrift(en):
LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne), LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Dipl.-Ing.(FH) Lara Köck (Grüne)