LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


TOP 9

EZ/OZ 2342/2

Schriftlicher Bericht

Ausschuss: Soziales

Betreff:
Maßnahmen im Arbeits- und Handlungsfeld der Sozialpsychiatrie

 

zu:
EZ 2342/1, Maßnahmen im Arbeits- und Handlungsfeld der Sozialpsychiatrie (Regierungsvorlage)

 

Der Ausschuss "Soziales" hat in seiner Sitzung am Dienstag, dem 24.04.2018 über den oben angeführten Gegenstand die Beratungen durchgeführt.

Die Sicherstellung der fachgerechten Unterstützung von Menschen mit sozialpsychiatrischem Versorgungsbedarf ist einer der aktuellen Handlungsschwerpunkte der Ressorts Soziales und Gesundheit. Dazu zählt einerseits an der Schnittstelle Behindertenhilfe und Gesundheit die Stärkung eines regionalen Versorgungsnetzes, das Menschen mit (chronischen) psychiatrischen Erkrankungen eine weitgehend selbstbestimmte Lebensführung ermöglicht. Andererseits soll ein adäquates Angebot für Kinder und Jugendliche entwickelt werden, die an der Schnittstelle zwischen Kinder- und Jugendhilfe und Gesundheit aufgrund ihrer Mehrfachdiagnostik eine spezielle sozialtherapeutische Betreuung benötigen.

In einem ersten Schritt sollen daher folgende Maßnahmen gesetzt werden:

1. Bedarfs- und Entwicklungsplan für das Handlungs- und Arbeitsfeld Sozialpsychiatrie NEU

Um die Versorgung mit sozialpsychiatrischen Leistungen in der Steiermark dar- und sicherzustellen, wurde im Jahr 2013 ein Bedarfs- und Entwicklungsplan für das Handlungs- und Arbeitsfeld Sozialpsychiatrie (BEP PSY 2013) vorgelegt, von der Landesregierung beschlossen und vom Landtag zur Kenntnis genommen. Das Fundament dieses Plans waren Richtlinien der Gesundheit Österreich GmbH hinsichtlich des strukturellen Bedarfes an Wohn- und Betreuungsplätzen auf Regionsebene. Die diesem Plan zugrunde liegende Planungsperiode erstreckte sich vom Jahr 2013 bis 2017.

Aufbauend auf dem BEP PSY 2013, dessen Planungshorizont bis zum Jahr 2017 ausgerichtet war, und um das Schnittstellenmanagement zwischen den Bereichen Gesundheit und Behindertenhilfe im Arbeits- und Handlungsfeld Sozialpsychiatrie zu verbessern, soll nunmehr im Zuge einer Evaluierung und Aktualisierung dieses Entwicklungsinstruments eine zeitgemäße und bedarfsorientierte Handlungsgrundlage für ein gemeinsames Vorgehen der Ressorts Soziales und Gesundheit geschaffen werden. Zielsetzung hierbei ist, dass durch die Weiterentwicklung eines bedarfsorientierten Unterstützungsangebots Menschen mit psychiatrischer Erkrankung die nötige Versorgung erhalten, um - auch außerhalb von Kranken- und Pflegeanstalten - ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen zu können.

2. Bedarfsgerechte Unterbringung von Kindern und Jugendlichen mit besonderem Betreuungsbedarf

Um Kinder und Jugendliche mit besonderem Betreuungsbedarf, welche aufgrund ihrer Multiproblemlagen und der gegebenen Mehrfachdiagnostik sowohl in die Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe als auch des Ressorts Gesundheit fallen, bedarfsgerecht zu versorgen, sind ressortübergreifend Kooperationen, gemeinsames Handeln und entsprechendes Schnittstellenmanagement erforderlich.

Für diese Kinder und Jugendlichen, welche einerseits aufgrund von psychischen und/oder psychiatrischen Störungen einen (medizinischen und/oder psychotherapeutischen) Behandlungsbedarf und andererseits aufgrund ihrer sozialen Situation einen sozialen Unterstützungsbedarf aufweisen, ist es notwendig, spezielle sozialtherapeutische Wohnplätze zur Verfügung zu stellen. Dies entspricht auch dem Landtagsbeschluss Nr. 72 vom 24.11.2015 (EZ/OZ 336/3). Nunmehr sollen 20 bedarfsgerechte Unterbringungsplätze für Kinder und Jugendliche mit den entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Die Kosten dafür werden zu gleichen Teilen von den Ressorts Soziales und Gesundheit getragen.

 

Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Der Bericht der Steiermärkischen Landesregierung betreffend Maßnahmen im Arbeits- und Handlungsfeld der Sozialpsychiatrie wird zur Kenntnis genommen.

 

 

Der Obmann:
LTAbg. Klaus Zenz