LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1755/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 05.11.2021, 11:27:42


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Bildung, Gesellschaft und Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß

Betreff:
Aufrechterhaltung des Kinder- und Jugendärztlichen Notdienstes (KIJNO)

Seit dem Jahr 2018 gibt es in Graz den Kinder- und Jugendärztlichen Notdienst „KIJNO“, welcher es Eltern ermöglicht, kurzfristig erkrankte Kinder auch außerhalb der Ordinationszeiten von einem Arzt behandeln zu lassen. Der medizinische Notdienst, organisiert als Bereitschaftsdienst von Kinderärzten, löste vor rund drei Jahren das Vorgängermodell „KIMONO“ (mobiler Kinderärzte-Notdienst) ab. Seither steht das Angebot Familien im Notfall wochenends und feiertags von neun bis 13 Uhr in ausgewählten Ordinationen zur Verfügung. Auf der Homepage www.kijno.at werden die aktuell diensthabenden Kinderärzte angeführt.

Wie die „Kleine Zeitung“ am 28. Oktober 2021 berichtete, steht der Kinder- und Jugendärztliche Notdienst, dessen Auftraggeber der Gesundheitsfonds Steiermark ist, nunmehr vor dem Aus. Laut Berichterstattung soll der Vertrag für das medizinische Wochenendnetz im März 2022 auslaufen. Der Geschäftsführer des Gesundheitsfonds Michael Koren bestätigte auf Nachfrage der Tageszeitung, dass man das Angebot evaluiere und eine Änderung erwäge. Zwar soll es seinen Aussagen zufolge auch künftig irgendeine Form des Angebots geben, die jüngste Vergangenheit unter der schwarz-roten Landesregierung zeigte jedoch, dass bei den meisten Evaluierungen mit Verschlechterungen zu rechnen ist. So hatte nach vorangehender „Evaluierung“ zuletzt auch die Kinderambulanz am Spitalsstandort Stolzalpe Einschränkungen des Leistungsspektrums zu beklagen. Neben zahleichen Familien, die am Wochenende oder an Feiertagen im Notfall auf den Kinderärzte-Notdienst angewiesen sind, spricht sich auch der steirische Ärztekammer-Präsident Herwig Lindner gegen Einschränkungen des Bereitschaftsdienstes aus: „Vielmehr gehören sie ausgebaut, um die Versorgung der Bevölkerung zu stärken und die Spitäler zu entlasten“, meinte er im Gespräch mit der „Kleinen Zeitung“. (Quelle: https://www.kleinezeitung.at/ steiermark/graz/6052948/Vertrag-laeuft-aus_Familien-bangen-um-Fortbestand-des-Grazer)

Just ein paar Tage nach dem Wirbel um eine mögliche Abschaffung des Kinder- und Jugendärzte-Notdienstes musste dieser am langen Wochenende um Allerheiligen erstmals seit seiner Gründung pausieren. Grund dafür war laut KIJNO-Koordinator und Kinderarzt Hans Jürgen Dornbusch „ein massiver Personalengpass bei Ordinationsassistentinnen“. Im Notfall mussten Eltern mit ihrem Nachwuchs die Ambulanz der Kinderklinik aufsuchen, was lange Anfahrtswege und ebenso lange Wartezeiten zur Folge haben kann. Auch hier macht sich der Mangel an entsprechend qualifiziertem Personal bereits bemerkbar. (Quelle: https://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/6054285/Am-langen-Wochenende_Zu-wenig-Personal_Kein-Notdienst-mit-Kinder)

Es ist unumstritten, welch wichtige Leistung die als Bereitschaftsdienst organisierten Kinder- und Jugendärzte für Familien erbringen. Speziell am Wochenende und an Feiertagen sind die Kinderambulanzen der Spitäler oftmals überfüllt, weswegen das Angebot von Familien – auch außerhalb von Graz – gerne genutzt wird. Rund 30 bis 40 Patienten pro Dienst behandeln die beteiligten Ordinationsärzte im Schnitt. Dass das mittlerweile gut etablierte System, das zur Entlastung der Spitalsambulanzen beiträgt und damit lange Wartezeiten für kranke Kinder verhindert, nunmehr aufgelassen werden soll, stößt auf Unverständnis vieler Eltern. Aus freiheitlicher Sicht bedarf es eines klaren Bekenntnisses des zuständigen Regierungsmitglieds zur Aufrechterhaltung von „KIJNO“ sowie einer Verlängerung des entsprechenden Vertrages mit dem Gesundheitsfonds, um dieses wichtige medizinische Versorgungsangebot auch weiterhin sicherstellen zu können.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, alle notwendigen Schritte im eigenen Wirkungsbereich zu unternehmen, um das Angebot des Kinder- und Jugendärztlichen Notdienstes (KIJNO) auch künftig sicherstellen zu können sowie mit dem Gesundheitsfonds Steiermark ins Gespräch zu treten, um eine Verlängerung des bestehenden Vertrages zu erwirken.


Unterschrift(en):
LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)