LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 2074/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 08.03.2022, 11:40:53


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Soziales
Regierungsmitglied(er): Landesrätin Dr. Juliane Bogner-Strauß, Landesrätin MMag. Barbara Eibinger-Miedl, Landesrätin Mag. Doris Kampus

Betreff:
Einführung einer steirischen Lehrabschlussprämie

Der Lehrlings- und Facharbeitermangel stellt eine der vielfältigen Herausforderungen dar, mit der die steirische Wirtschaft seit geraumer Zeit konfrontiert ist. Seit Jahren spitzt sich die Lage am steirischen Arbeitsmarkt zu, Fachkräfte sind merklich schwieriger zu finden und die Liste der Mangelberufe wird zunehmend länger. Dazu kommt der Umstand, dass immer weniger Menschen eine Lehre abschließen und so dem Arbeitsmarkt fernbleiben. Aktuell sind beim AMS Steiermark 1.267 offene Lehrstellen sofort verfügbar, weitere 2.292 sind als demnächst verfügbar gemeldet. Dem gegenüber steht die vergleichsweise geringe Zahl an Lehrstellensuchenden. Rund 600 Menschen suchen aktuell nach einer Lehrstelle und wären sofort für den Arbeitsmarkt verfügbar, ein ebenso großer Teil ist beim AMS als nicht sofort verfügbar gemeldet. (Quelle: https://www.ams.at/regionen/steiermark/news/2022/03/steirischer-arbeitsmarkt-februar-2022)

Die Nachfrage nach engagierten Lehrlingen ist dementsprechend groß. Dennoch entscheiden sich junge Menschen häufig gegen eine Lehre. Offenkundige Gründe dafür sind einerseits die teils unattraktiven Rahmenbedingungen und die geringe Entlohnung der Leistungsträger sowie andererseits die fehlende Wertschätzung gegenüber der Lehrausbildung. Aus freiheitlicher Sicht kann der deutlich spürbare Mangel an Lehrlingen und Fachkräften in nahezu allen Branchen nur bekämpft werden, wenn die Lehrlingsausbildung wieder attraktiver gemacht wird. Nicht nur die Ausbildung selbst muss praxisnäher und anspruchsvoller gestaltet, sondern auch die Entlohnung muss entsprechend adaptiert werden.

Ein interessantes Prämienmodell für junge Facharbeiter haben zuletzt etwa die Kärntner Freiheitlichen präsentiert: Jeder Lehrling, der seine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, soll eine sogenannte „Lehrabschlussprämie“ von insgesamt 10.000 Euro erhalten. Davon sollen 5.000 Euro in bar und 5.000 Euro in Form eines Bildungsschecks vom Land bzw. vom Bund ausbezahlt werden. Damit könne etwa die weitere Ausbildung zum Meister finanziert werden. Die Lehrabschlussprämie soll als Anreiz für junge Fachkräfte dienen und ihnen den Start in ihre private und berufliche Zukunft erleichtern. Gleichzeitig stellt das Prämienmodell ein geeignetes Instrument dar, um dem zunehmenden Facharbeitermangel begegnen zu können. (Quelle: https://www.kleinezeitung.at/kaernten/landespolitik/6035072/10000-Euro_Facharbeitermangel_FPOe-fordert-LehrabschlussPraemie)

Eine solche Prämie würde zweifelsohne einen starken Anreiz für Jugendliche bieten, sich für einen Lehrberuf zu entscheiden. Am Vorbild der von den Kärntner Freiheitlichen präsentierten Lehrabschlussprämie sollte auch in der Steiermark ein derartiges Fördermodell etabliert werden, um dem Facharbeiter- und Lehrlingsmangel effektiv begegnen zu können. Wenn die Politik nicht rasch Maßnahmen setzt und umgehend eine Reform der Lehrlingsausbildung vornimmt, sind schließlich ganze Branchen in Gefahr, die Auftragslage mangels Mitarbeiter nicht mehr abarbeiten zu können. Die steirische Landesregierung ist daher dringend aufgefordert, eine steirische Lehrabschlussprämie einzuführen und sich folglich beim Bund für eine entsprechende Kofinanzierung stark zu machen.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert,

  1. eine steirische Lehrabschlussprämie zu etablieren, mit welcher jedem steirischen Lehrling nach erfolgreich absolvierter Lehrabschlussprüfung eine Prämie in der Höhe von 10.000 Euro (davon 5.000 Euro in bar und 5.000 Euro als Bildungsscheck) gewährt wird und
  2. mit dem Bund in Gespräche zu treten, um eine entsprechende Kofinanzierung des Prämienmodells zu erwirken.

Unterschrift(en):
LTAbg. Patrick Derler (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dipl.-Ing. Gerald Deutschmann (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann, MBL (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), LTAbg. Mario Kunasek (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA MSc (FPÖ)