LANDTAG STEIERMARK
XVIII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1193/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 04.03.2021, 12:49:25


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ), LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ)
Fraktion(en): KPÖ
Zuständiger Ausschuss: Infrastruktur
Regierungsmitglied(er): Landeshauptmann-Stv. Anton Lang

Betreff:
Studierende unterstützen – Topticket verlängern

Aufgrund der Corona-Situation und des damit verbundenen mehrfachen Lockdowns hat auf den steirischen Hochschulen seit mittlerweile drei Semestern kein flächendeckender und durchgehender Präsenzunterricht stattfinden können. Auch Bibliotheken, Institutsbüros o.ä. waren nicht durchgehend in gewohnter Art zugänglich, Lehrveranstaltungen fielen teils aus oder wurden auf verschiedene Varianten des Online-Unterrichts umgestellt. Zahlreiche Studierende konnten somit in dieser Zeit das Topticket nicht in seinem ursprünglichen Sinn nutzen.

Seit August 2019 besteht für Studierende die Möglichkeit, ein vergünstigtes Semesterticket für den öffentlichen Verkehr zu erstehen. Das sogenannte „Topticket“ ist steiermarkweit gültig, vom Topticket für SchülerInnen und Lehrlinge unterscheidet es sich durch den höheren Preis (153 Euro) und die kürzere Gültigkeitsdauer, welche sich auf jeweils ein Semester beschränkt.

Zwar wurde analog zu Halbjahres- und Jahreskarten seitens des Verkehrsverbundes auch den Studierenden ein zehnprozentiger Rabatt auf das Topticket im vergangenen Wintersemester angeboten. Viele Studierende fallen jedoch über den größten Zeitraum der Ticketgültigkeit seit dem Sommersemester 2020 um den eigentlichen Zweck des Tickets – die Fahrt zur Universität oder Fachhochschule – um. Zudem gab es den genannten Rabatt lediglich einmalig im Wintersemester 2020/21, obwohl sich die Situation in dieser Zeit nicht verbessert hat. Auch die Nutzung außerhalb der universitätsbezogenen Fahrten war aufgrund der Ausgangsbeschränkungen stark eingeschränkt.Studierende, die bis zum Wintersemester die Altersgrenze für das Topticket überschritten haben, hatten auch keine Möglichkeit mehr, den Rabatt einzulösen.

Die ÖH hat vor großen finanziellen Schwierigkeiten vor allem für jene Studierenden gewarnt, die sich mit geringfügigen oder Teilzeitbeschäftigungen selbst finanzieren, aber aufgrund ihres Studiums keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld haben. Gerade für StudentInnen, die sich selbst erhalten, stellt das Topticket eine große Ausgabe, 15 Euro Rabatt aber eine kaum nennenswerte Unterstützung dar.

Studierende sind im Zuge der Corona-Krise von der Politik in vielen Fällen „übersehen“ worden. Mit einer Verlängerung der Gültigkeitsdauer des Toptickets auf das kommende Semester könnte man seitens der steirischen Landesregierung nicht nur für eine finanzielle Erleichterung für die Studierenden sorgen, sondern auch den erschwerten Studienbedingungen, die sich mittlerweile über drei Semester hinziehen Rechnung tragen. In anderen Bundesländern wurden ähnliche Lösungen bereits umgesetzt.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, in Absprache mit dem Verkehrsverbund Steiermark

  1. eine Ausweitung der Gültigkeit des Studierenden-Toptickets des aktuellen Sommersemesters auf das Wintersemester 2021/22 zu erwirken;

  2. Studierenden, die dieses Angebot begründet nicht nutzen können, weil sie zum Beispiel ihr Studium schon abgeschlossen haben und somit im Wintersemester 2021/22 kein Topticket mehr benötigen, das gesamte Fahrgeld zurückzuerstatten.

 


Unterschrift(en):
LTAbg. Claudia Klimt-Weithaler (KPÖ), LTAbg. Dr. Werner Murgg (KPÖ)