LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 1348/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 23.12.2016, 09:39:22


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Ing. Sabine Jungwirth (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne)
Fraktion(en): Grüne
Zuständiger Ausschuss: Infrastruktur
Regierungsmitglied(er): Landesrat Anton Lang

Betreff:
S-Bahn Vordernberger Tal

Mit 11. Dezember 2016 wurde in der steirischen Zentralregion Leoben – Bruck/Mur der Schienenverkehr aus Richtung Judenburg bzw. Mürzzuschlag auf S-Bahn-Niveau gehoben. Es erfolgte der Start der neuen Linien S8 und S9. Auch die konstant bleibenden Fahrgastzahlen (trotz günstiger Treibstoffpreise) sind erfreulich: 44.000 bis 45.500 Fahrgäste pro Tag benützen die S-Bahn Steiermark. Somit wurde das prognostizierte Ziel um mehr als das Doppelte übertroffen. Ist die S-Bahn fertig ausgebaut, werden 50.000 Fahrgäste pro Tag die S-Bahn nutzen.

Diese positiven Entwicklungen sind aber weiterzuführen: In allen größeren Städten der Steiermark gibt es einen Bahnanschluss – Trofaiach wartet aber immer noch auf die S-Bahn, obwohl sich alle Gemeinden  im Vordernberger Tal bis Leoben dafür einsetzt haben. Im Pressegespräch am 22. Oktober 2015 legten sich der ehemalige Verkehrslandesrat Leichtfried und Landeshauptmannstellvertreter Schickhofer fest, dass die bahnmäßige Erschließung des Vorderberger Tals (S81) in der S-Bahn Offensive Obersteiermark höchsten Stellenwert hat und Gegenstand intensiver Untersuchungen ist. Auch in der Stellungnahme zum Antrag Einl.Zahl. 272/4 betreffend „Umsetzung der S-Bahn S8 Obersteirischer Zentralraum“ im Jänner 2016 wird dies noch bestätigt. In einer Pressekonferenz im November 2016 gab der nachfolgende Verkehrslandesrat Lang jedoch nun bekannt, dass zwischen Leoben und Trofaiach Nord bzw. West ein 15-Minuten-Takt im Busverkehr realisiert werden soll. Diese Variante soll im Vergleich mit einer S-Bahn bessere Nachfrageeffekte bei geringeren Betriebs- und wesentlich geringeren Investitionskosten erzielen. Die Empfehlungen der Planungsgruppe sollen demnächst mit den betroffenen Gemeinden diskutiert und entschieden werden. Unklar ist, weshalb die Festlegung der Landesregierung auf die S-Bahn Leoben-Trofaiach verworfen und somit quasi ein Versprechen gebrochen wurde.  

Der Verkehrslandesrat geht in einer neuen Verkehrsplanung von Kosten von 43,3 Mio. Euro aus und spricht davon, dass die Befürworter der S-Bahn-Lösung mit falschen Zahlen argumentieren. Der Verein Fahrgast, der sich seit vielen Jahren für die S-Bahn in der Obersteiermark einsetzt, geht laut Medien von einer Summe der Adaptierungen (bedarfsgerechte neue Haltestellen) von 8 Mio. Euro aus.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert, dem Landtag Bericht zu erstatten, aus welchem Grund von der Festlegung auf die bahnmäßige Erschließung des Vordernberger Tals Abstand genommen und somit wieder ein wichtiges Regionalbahnprojekt abgesagt werden soll.


Unterschrift(en):
LTAbg. Lambert Schönleitner (Grüne), LTAbg. Ing. Sabine Jungwirth (Grüne), LTAbg. Sandra Krautwaschl (Grüne)