LANDTAG STEIERMARK
XVII. GESETZGEBUNGSPERIODE


EZ/OZ: 3175/1

Selbstständiger Antrag von Abgeordneten (§ 21 GeoLT)

eingebracht am 15.03.2019, 08:48:55


Landtagsabgeordnete(r): LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA (FPÖ)
Fraktion(en): FPÖ
Zuständiger Ausschuss: Gesundheit
Regierungsmitglied(er): Landesrat Mag. Christopher Drexler

Betreff:
Kinderbetreuungsbedarf in KAGes-Einrichtungen zentral erheben

Mit mehr als 17.500 Mitarbeitern gilt die KAGes als größter Arbeitgeber in der Steiermark. Der Krankenanstaltenbetreiber beschreibt sich auf seiner Homepage selbst als besonders frauen- und familienfreundliches Unternehmen, das „bereits mehrfach, auch bundesweite, Auszeichnungen“ bekommen habe. Darüber hinaus gebe es „seitens des Unternehmens […] stetige Bemühungen entsprechende Arbeitsbedingungen zu schaffen, die eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen“. (Quelle: http://www.kages.at/cms/beitrag/10000218/2254)

Das Bekenntnis der KAGes ist zweifelsohne äußerst positiv zu beurteilen. Schließlich hat das Unternehmen aufgrund seiner Größe eine besondere Verantwortung. Umfassende Unterstützungsmaßnahmen für die Mitarbeiter, die der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie dienen, sind daher von enormer Wichtigkeit. Offensichtlich kommt es in der Steiermark jedoch maßgeblich darauf an, an welchem Spitalstandort man tätig ist, wie sich aus der Beantwortung einer Schriftlichen Anfrage der FPÖ (EZ/OZ: 3024/1) durch Landesrat Christopher Drexler ergibt.

So werden aktuell in der steirischen Landeshauptstadt seitens des LKH-Univ. Klinikum Graz fünf Kinderkrippengruppen sowie vier Kindergartengruppen unterhalten und auch an den beiden Standorten des LKH Graz II stehen dem Personal Kinderbetreuungseinrichtungen zur Verfügung. Betreuungsangebote unterschiedlichen Ausmaßes bieten auch die Spitäler in Hartberg, auf der Stolzalpe, in Rottenmann, Leoben, Bruck an der Mur, Wagna und seit Februar 2019 auch das Krankenhaus in Weiz. An den übrigen KAGes-Standorten (etwa in Deutschlandsberg oder in Bad Aussee) finden die Mitarbeiter laut Anfragebeantwortung dementsprechend keine derartigen Einrichtungen vor. Allen Krankenanstalten ist darüber hinaus gemein, dass eine Kinderbetreuung während des Nachtdienstes nicht vorgesehen ist. Laut den Ausführungen von Landesrat Drexler habe eine diesbezügliche Erhebung an einigen Standorten stattgefunden, jedoch keinen ausreichenden Bedarf ergeben.

Hinsichtlich der Frage, inwiefern die Mitarbeiter mit den Kinderbetreuungsangeboten der KAGes bzw. deren Öffnungszeiten zufrieden sind und was die häufigsten Verbesserungsvorschläge sowie Wünsche seitens der Mitarbeiter an den jeweiligen Standorten sind, führt Landesrat Drexler aus, dass es keine derartige KAGes-weite Erhebung gebe. An den meisten Standorten bestehe aber ein regelmäßiger Austausch zwischen Anstaltsleitung und Betriebsrat hinsichtlich des Bedarfes und der Zufriedenheit.

Gerade eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für viele Menschen nur dann möglich, wenn entsprechende Kinderbetreuungsangebote zur Verfügung gestellt werden. Der KAGes kommt hier eine besondere Verantwortung zu. Schließlich variieren bei vielen der Mitarbeiter die Dienstzeiten tagtäglich, was flexible Kinderbetreuungssysteme – eventuell auch während der Nachtstunden – erforderlich macht. Inwiefern es an den jeweiligen Standorten umfassender Verbesserungen bedarf, wird sich allerdings nur im Zuge einer einheitlichen Bedarfserhebung feststellen lassen. Die Landesregierung ist in diesem Zusammenhang in der politischen Verantwortung, eine solche standardisierte Befragung sämtlicher Mitarbeiter zu veranlassen und auf Grundlage der Ergebnisse das derzeitige Angebot weiterzuentwickeln. Dieses Vorgehen ist jedenfalls erforderlich, damit die KAGes ihrem eigenen Anspruch als besonders frauen- und familienfreundliches Unternehmen weiter gerecht werden kann.


Es wird daher der

Antrag

gestellt:

Der Landtag wolle beschließen:

Die Landesregierung wird aufgefordert,

  1. eine standardisierte Befragung sämtlicher KAGes-Mitarbeiter hinsichtlich deren Zufriedenheit mit den an den jeweiligen Standorten bestehenden Kinderbetreuungsangeboten durchzuführen, wobei insbesondere die Zufriedenheit mit den Öffnungszeiten und die häufigsten Verbesserungsvorschläge bzw. Wünsche seitens der Mitarbeiter eruiert werden sollen und
  2. die Ergebnisse der Befragung dem Landtag zur Kenntnis zu bringen.

Unterschrift(en):
LTAbg. Dipl.-Ing. Hedwig Staller (FPÖ), LTAbg. Christian Cramer (FPÖ), LTAbg. Erich Hafner (FPÖ), LTAbg. Mag. Stefan Hermann (FPÖ), LTAbg. Herbert Kober (FPÖ), LTAbg. Anton Kogler (FPÖ), LTAbg. Helga Kügerl (FPÖ), Dritter Landtagspräsident Dr. Gerhard Kurzmann (FPÖ), LTAbg. Arnd Meißl (FPÖ), LTAbg. Liane Moitzi (FPÖ), LTAbg. Albert Royer (FPÖ), LTAbg. Marco Triller, BA (FPÖ)